Berühmter Maler Josef Albers hat in Stadtlohn angefangen – Ausstellung zeigt frühe Werke

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Josef Albers ist weltberühmt geworden mit seinen Bildern von bunten Quadraten. In Stadtlohn hat er seine ersten Malversuche gemacht und die sehen ganz anders aus.

Stadtlohn

, 17.12.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Josef Albers ist einer der ganz großen Künstler des 20. Jahrhunderts. Berühmt sind seine abstrakten Werke mit bunten Quadraten. Seine ersten jemals veröffentlichten Bilder sehen jedoch ganz anders aus. Sie sind wohl in Stadtlohn und Umgebung entstanden. Über diese Zeit gibt es nun eine Ausstellung in Bottrop, an der das Stadtlohner Stadtarchiv einen großen Anteil hat.

2009 sind Stadtarchivar Ulrich Söbbing per Zufall einige Postkarten in die Hände gefallen. Sie zeigen gezeichnete Ansichten aus Stadtlohn und Umgebung. In der Ecke ist ein monogrammiertes A zu sehen. Ulrich Söbbing und seine Kollegen sind sich sicher: Das sind Zeichnungen von Josef Albers.

In Stadtlohn war Josef Albers ein ganz normaler Lehrer

Es dauert jedoch einige Zeit, bis das offiziell anerkannt wird. Denn die Zeichnungen sind so ganz anders als die berühmten Werke des Bauhaus-Meisters. Sie zeigen Landschaften und sind farblos. Bekannt sind hingegen eher die bunten ineinandergeschachtelten Quadrate von Josef Albers.

Infos zur Ausstellung

  • Die Ausstellung „Der junge Josef Albers – Aufbruch in die Moderne“ läuft noch bis zum 12. Januar.
  • Sie ist zu sehen im Josef Albers Museum Quadrat in Bottrop, Im Stadtgarten 20.
  • Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 11 bis 17 Uhr, Sonntag 10 bis 17 Uhr
  • Der Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 6 Euro

Doch schließlich steht fest: Die Bilder stammen tatsächlich von dem berühmten Bauhaus-Meister. Er hat mit Anfang 20 ein Jahr in Stadtlohn als Volksschullehrer gearbeitet. „Er war damals noch kein akademischer Maler. Die Kunst war nur ein Hobby, er war ein ganz normaler Volksschullehrer“, sagt Ulrich Söbbing.

Berühmter Maler Josef Albers hat in Stadtlohn angefangen – Ausstellung zeigt frühe Werke

Die Vredener Pfarrkirche St. Georg, gezeichnet von Josef Albers © Stadtarchiv Stadtlohn

1910 bis 1911 war Josef Albers in Stadtlohn tätig. In dieser Zeit sind zahlreiche Zeichnungen entstanden. Sie zeigen zum Beispiel die Kirche St. Otger in Stadtlohn, die Hilgenbergkapelle oder die Krypta der Stiftskirche in Vreden. Veröffentlicht wurden sie zum gößten Teil im westfälischen Heimatkalender „De Kiepenkerl“.

Museum in Bottrop zeigt frühe Werke von Josef Albers

Geboren ist Josef Albers 1888 in Bottrop. Die Stadt ernannte ihn 1970 zum Ehrenbürger. Als Dank schenkte er der Stadt einige Bilder, die in einem extra gebauten Museum ausgestellt wurde. Nach seinem Tod vermachte er Bottrop mehr als 300 Werke. Und trotzdem brauchte das „Josef Albers Museum Quadrat“ für die aktuelle Ausstellung Hilfe aus Stadtlohn.

„Das Museum hat sich an unser Archiv gewandt und nach den frühen Werken von Josef Albers gefragt“, erzählt Stadtarchivar Ulrich Söbbing. Denn die Ausstellung beschäftigt sich mit dem jungen Josef Albers, unter anderem mit seinen Anfängen in Stadtlohn, lange bevor an die Zeichenschule und später ans Bauhaus ging.

Stadtlohner Stadtarchiv stellt Bilder von Josef Albers zur Verfügung

Das Stadtlohner Archiv half dem Museum und stellte ihm alle Werke zur Verfügung. Und so steht unter zahlreichen Abbildungen in dem Heft zur Ausstellung die Quellenangabe „Stadtarchiv Stadtlohn“.

Berühmter Maler Josef Albers hat in Stadtlohn angefangen – Ausstellung zeigt frühe Werke

Die Hilgenbergkapelle, gezeichnet von Josef Albers © Stadtarchiv Stadtlohn

Auch für die Mitarbeiter des Archivs habe sich die Zusammenarbeit gelohnt, sagt Ulrich Söbbing. Sie sind zur Eröffnung nach Bottrop gefahren. „Dort habe ich das Bild ‚Blick aus meinem Fenster‘, das den Stadtlohner Kirchturm zeigt, zum ersten Mal im Original gesehen.“ Das Werk ist im Besitz der gemeinnützigen Gesellschaft „The Josef and Anni Albers Foundation“ in den USA.

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