Betrachter fällt Urteil über finster blickende Gestalten

Ausstellung

Schwere Jungs mit künstlerischem Blick. „Kennen Sie diesen Mann?“. Diese Frage fehlt in keinem guten Krimi. Sie impliziert eine nicht näher definierte Schuld des Gezeigten und fordert zugleich den Betrachter zu einer Stellungnahme, zu einer Be,- oder vielleicht auch Verurteilung auf. Eben diese Frage „Kennen Sie diesen Mann?“ ist es, die derzeit im wortwörtlichen Sinne den Wänden des Hauses Hakenfort in Stadtlohn abzulesen ist.

STADTLOHN

von Von Denise Perrevort-Elkemann

, 14.03.2011, 17:08 Uhr / Lesedauer: 1 min
Corinna Höngesberg vor der Serie "mug shots".

Corinna Höngesberg vor der Serie "mug shots".

  Die Verwischung der Grenzen ist es, die die Frage nach der eigenen Entscheidungsfähigkeit, nach der Fähigkeit des eigenen Vernunftgebrauchs aufkommen lässt, eine Frage, die sich durch das gesamte Schaffen der Künstlerin zieht. Kann man den Menschen ihr Wesen wirklich ansehen, gibt es ihn, den bösen Blick oder das intelligente Gesicht? „Wir entscheiden bei unserer Betrachtung der Werke, ob die Dargestellten Täter oder Opfer sind“, erklärte die Kunsthistorikerin Melanie Körkemeier in ihren einführenden Worten am Freitag . Nicht nur für Krimifreunde lohnt es sich, sich dieser Entscheidung zu stellen. Denise Perrevort-Elkemann

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