Bunte Stadtlohner Steine gestalten „dat Hattken van de Welt“

mlzSteinemalerei

Mit bemalten Steinen zaubern Hobbykünstler vielen Stadtlohnern ein Lächeln ins Gesicht. Die Steine sind am Wegesrand zu finden, die Freude zumeist nur im Internet. Das soll sich jetzt ändern.

Stadtlohn

, 22.06.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Kunst liegt in Stadtlohn am Wegesrand, im Losbergbark, an der Hilgenbergkapelle, am alten Bahnhof oder irgendwo in der Innenstadt: Hunderte von fantasievoll gestalteten Steinen, die bemalt oder mit Lebensweisheiten und aufmunternden Sprüchen beschrieben sind, werden in Stadtlohn gefunden und immer wieder neu ausgelegt.

Stadtlohn-ist-bunt-Flash am 12. Juli

In der Facebook-Gruppe „#Stadtlohner Steine“ sind viele der filigranen Fundstücke zu bewundern. Stefanie Höbing-Plate hat die Gruppe gegründet. Und sie freut sich über die riesige Resonanz. 627 Mitglieder zählt die Gruppe bereits. Und jeden Tag posten viele Hobbykünstler und noch mehr Hobbykünstlerinnen Einblicke in ihr Atelier, inspirieren sich gegenseitig. Bald wollen die Steinemaler ganz real treffen: Beim Stadtlohn-ist-bunt-Flash am Sonntag, 12. Juli im Losbergpark.

Motive aus der Facebookgruppe "Stadtlohner Steine": Gärtnerin und Charlie Chaplin

Motive aus der Facebookgruppe "Stadtlohner Steine": Gärtnerin und Charlie Chaplin © Stefanie Höbing-Plate

In der Facebook-Gruppe zeigen Steinefinder Fotos der kleinen Meisterwerke, die sie beim Spaziergang gefunden haben: eine filigrane Tänzerin mit wenigen sicheren Strichen auf einen Stein gebannt, eine lebenslustige Gärtnerin im roten Pünktchenkleid, Charlie Chaplin oder ein frecher Kakadu mit dem Schriftzug „Was guckst du?“

Entspannung und Vergnügen

„Das Bemalen ist Entspannung und Vergnügen. Das Auslegen geheimnisvoll, weil man ja nicht beobachtet werden möchte, erwischt werden möchte. Das Finden eine unerwartete plötzliche Freude“, sagt Stefanie Höbing-Plate. Der Finder legt den Stein nach einigen Tagen an einem neuen Ort aus. „Wenn ein Finder einen Stein ganz für sich behalten möchte, fragt er in der Gruppe nach – eine Ehre für den Künstler und eine Freude für den Finder“, sagt Stefanie Höbing-Plate.

Sie hatte die Idee der Steinemalerei im vergangenen Jahr kennengelernt. „Ich war Mitglied in den Gruppen Elbstones und Pottsteine.“ Nur haben die beiden großen Gruppen ihre geografischen Schwerpunkte eben an der Elbe oder im Ruhrgebiet.

900 Gruppen in Deutschland

Deutschlandweit gibt es rund 900 gelistete Facebook-Gruppen, die Steine bemalen, versiegeln und ihre Steine auslegen, um anderen Menschen eine Freude zu bereiten. In Stadtlohn gibt es noch eine zweite Gruppe, die sogar noch größer ist. „Berkelstone“ zählt schon über 1600 Mitglieder.

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Stefanie Höbing-Plate gründete die Gruppe „Stadtlohner Steine“, deren wichtigste Regeln erklärtermaßen sind „sich zu freuen“ und Natur, Mensch und Tier Rücksicht zu nehmen.

Motivation ohne Konkurrenzkampf

Moni Nocon ist eine der Steinkünstlerinnen in der Gruppe #Stadtlohn Steine. Sie sagt: „Das ist eine Gemeinschaft ohne Konkurrenzkampf. Es wird motiviert und jeder Einzelne ist ein besonderer Künstler.“ Das ist auch der Anspruch der Gruppengründerin Stefanie Höbing-Plate: „Unsere Gruppe ist eine ganz fantastische Gemeinschaft voll Freude und gegenseitigem Interesse. Wir machen Stadtlohn bunt und verteilen Freude.“

Motive aus der Facebookgruppe "Stadtlohner Steine": Kakadu und Tänzerin

Motive aus der Facebookgruppe "Stadtlohner Steine": Kakadu und Tänzerin © Stefanie Höbing-Plae

Wie das Lächeln aber aussieht, das wissen die Künstlerinnen und Künstler oft nicht. Viele Gruppenmitglieder kennen sich im realen Leben, viele aber auch nicht. Darum hatten die vier Administratorinnen der Facebookgruppe Stefanie Höbing-Plate, ihre Mutter Gisela Plate sowie Kerstin Kreativ und Amino Benzol – die beiden treten bislang nur unter ihrem Künstlernamen auf – einen Frühjahrsflash geplant, ein gemeinsames Steinelegen im Losbergpark. Corona machte ihnen einen Strich durch die Planungen.

Im Juli gibt es nun einen neuen Anlauf für einen Stadtlohner Steine-Flash mit dem Thema: „Stadtlohn, dat Hattken van de Welt, ist bunt!“ Dieser Schriftzug soll mit über 1000 bunten Steinen ausgelegt werden. Das Treffen findet am 12. Juli von 12 bis 17 Uhr statt. Stefanie Höbing Plate: „Alle Stadtlohner sind willkommen – am liebsten mit vielen bunten Steinen!“

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