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Busbahnhof Stadtlohn wird nicht ins alte Berkelstadion verlagert

mlzBusbahnhof in Stadtlohn

Die Idee wurde völlig unterschiedlich gesehen. Die Ausschussmehrheit stimmte am Ende gegen die Anregung, den Busbahnhof ins alte Berkelstadion zu verlegen. UWG und FDP waren dafür.

Stadtlohn

, 24.05.2019 / Lesedauer: 4 min

Die Anregung kam aus der Bürgerschaft, und es wurde lange und ausführlich über sie diskutiert: Seit Juli 2018 war eine mögliche Verlegung des Busbahnhofs in das ehemalige Berkelstadion Thema in Stadtlohn. Der Hauptausschuss fasste aber in seiner Sitzung am Mittwoch mehrheitlich einen Beschluss: Der Busbahnhof bleibt in der Gartenstraße.

„Wir haben viele Gespräche geführt“, leitete Bürgermeister Helmut Könning in die Diskussion ein und verwies auf die elf Seiten lange Sitzungsvorlage, in der die Stadtverwaltung das Thema von allen Seiten beleuchtet hatte. Ein „wichtiger Punkt“ für den Busbahnhof sei eine zentrale Lage, sagte Helmut Könning. Deswegen die Empfehlung der Verwaltung: Der Busbahnhof solle an seinem angestammten Ort bleiben.

Berkelstadion „weit ab vom Linienverlauf“

Dieser Ansicht waren auch CDU, SPD und Grüne, die somit mehrheitlich den Verwaltungsvorschlag unterstützten. Die UWG und die FDP hingegen stimmten für eine Verlegung ins alte Berkelstadion. Im Vorfeld hatten schon mehrfach die beiden Unternehmen, die die Buslinien in Stadtlohn betreiben, betont, dass der Busbahnhof nicht verlegt werden solle. Das bekräftigten Vertreter von RVM und Westfalenbus auch am Mittwoch in der Sitzung. Eine Vertreterin des Kreises Borken verwies darüber hinaus darauf, dass das Berkelstadion weit ab vom Linienverlauf der Busse liege – und falls ein Antrag der Stadt auf eine Verlegung des Busbahnhofs dorthin komme, „dann müssten wir das sehr, sehr kritisch prüfen“.

Busbahnhof Stadtlohn wird nicht ins alte Berkelstadion verlagert

Die Verkehrsträger RVM und Westfalenbus haben schon im Vorfeld der Ausschussitzung klar Position bezogen: Der Busbahnhof soll bleiben, wo er ist. © Markus Gehring

Reinhold Dapper (SPD) fasste den Vorteil des angestammten Standorts sehr knapp zusammen: „Der Busbahnhof liegt zentral.“ Das betonte auch CDU-Fraktionsvorsitzender Helmut Stovermann: „Auf die zentrale Lage möchten wir nicht verzichten.“ Vorteile einer Verlagerung an die Burgstraße sehe die CDU überhaupt nicht. Auch sei die Kostenfrage aus ihrer Sicht nicht ausreichend beantwortet. 90 Prozent Fördergelder gebe es, aber es blieben bei einer Verlagerung dennoch viele Ausgaben, die die Stadt stemmen müsste. Auch Richard Henrichs (Grüne) stimmte zu.

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Ganz anders sahen das die Sprecher von UWG und FDP. Andrea Wiggering-Cirkel (FDP) sagte, dass der Busbahnhof an der Burgstraße eine gute, stadtnahe Lösung sei. Schließlich werde auch die Mühlenbrücke von den Bussen angefahren. „Wo heute der Busbahnhof ist, wäre eine attraktive Bebauung möglich“, meinte sie. Und eine zu weite Entfernung für die Schüler sei auch kein Argument gegen einen Busbahnhof im alten Berkelstadion.

„100 Meter mehr sind kein Argument“

„100 Meter mehr sind kein Argument“, sagte auch Jürgen Wörmer (UWG). Die UWG habe sich intensiv mit der Sitzungsvorlage beschäftigt und auch das darin aufgeführte Pro und Contra durchgearbeitet: „Wir sehen mehr Positives bei Pro.“

Eine Minute mehr Fahrzeit in den Fahrplan einzubauen – das ginge heute, meinte er. Und erntete bei den Vertretern der Verkehrsträger in seinem Rücken heftiges Kopfschütteln.

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Dass die FDP 100 Meter mehr Entfernung zur Stadt nicht als Argument gelten lassen wollte, amüsierte Richard Henrichs: „Mit dem Argument komme ich demnächst, wenn es um Parkplätze geht.“ Helmut Stovermann betonte noch einmal, dass bei einer Verlegung „ganz ohne Not“ Kosten in Millionenhöhe entstehen könnten. „Ohne Not vielleicht, aber hier gibt es eine Anregung“, entgegnete Jürgen Wörmer.

Kritik an Verkehrssicherheit des Busbahnhofs

Franz Marpert, der Anfang 2017 zum ersten Mal die Idee einer Verlagerung öffentlich gemacht hatte und im späteren Verlauf Mitstreiter gefunden hatte, durfte nach Erlaubniss des Ausschusses noch einmal Stellung nehmen. Er appellierte an die Mehrheit, ihre Meinung noch zu ändern und sich noch einmal grundsätzlich mit der Materie zu beschäftigen.

Busbahnhof Stadtlohn wird nicht ins alte Berkelstadion verlagert

Haben sich gemeinsam für einen Busbahnhof im Berkelstadion stark gemacht (von links): Juliane Rehkamp (Leiterin des Familienzentrums Prinz Botho), Franz Marpert (Johannesförderwerk), Birgit Kentrup (Leiterin der Losbergschule), Stefan Wichmann (Leiter der Herta-Lebenstein-Realschule) und Rita Althaus (Johannesförderwerk). © Stefan Grothues

Stadtlohn habe sich in Richtung Norden entwickelt und brauche eine Vision. Die Verkehrssicherheit am aktuellen Busbahnhof siedelte er unten an. „Wir können danken, dass da noch nichts passiert ist.“ Davon sei in der Sitzung gar nicht gesprochen worden, kritisierte er. Eben so wenig von Inklusion. Sein Appell aber fruchtete nicht, am Ende wurde mit neun zu fünf Stimmen gegen eine Verlagerung gestimmt.

Zentraler Umsteigepunkt

Ein anderer Aspekt sorgte in der Sitzung auch für Diskussionen: Es besteht Verbesserungsbedarf, was die Anschlüsse angeht. Auf Antrag von Richard Henrichs wurde einstimmig beschlossen, dass Überlegungen zu einem zentralen Umsteigepunkt in Stadtlohn weiter verfolgt werden. „Oft klappt es nicht mit dem Funk, wenn es ums Umsteigen geht“, berichtete Reinhold Dapper von seinen Erfahrungen mit der Linie R76. „Die Verkehrsträger müssen sich zusammensetzen“.

Was den Rückstau zu den Hauptverkehrszeiten angeht, der natürlich auch zu Verspätungen der Busse führe, konnte Michael Klüppels von der RVM Besserung in Aussicht stellen. Es sei geplant, dass die Busse durch technische Neuerungen mehr Grünphasen bei den Ampeln erhalten sollen.

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