148 Wohnungen wurden im Jahr 2019 in Stadtlohn gebaut, im Jahr davor war es 120. Das Foto zeigt das Baugebiet Erningfeld. © Stephan Teine
Bauland

CDU drängt auf schnelle Ausweisung neuer Baugrundstücke in Stadtlohn

Das Interesse an städtischen Baugrundstücken in Stadtlohn ist deutlich größer als das Angebot. Die CDU drängt darauf, dass zeitnah neue Flächen erschlossen werden. Sie weiß auch schon wo.

Am Bomers Kamp und an der Sebastianstraße sollen nach dem Willen der Stadtlohner CDU auf städtischen Flächen neue Wohngebiete erschlossen werden. Das hat jetzt die Fraktion in der letzten Ratssitzung des Jahres beantragt. „Beide Flächen sollten aus unserer Sicht nun zeitnah erschlossen werden, um der vorhandenen Nachfrage gerecht zu werden“, so begründet der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Markus Könning den Vorstoß.

CDU: Abwanderung junger Familien droht

Wie groß der Bedarf ist, das hatte die CDU-Fraktion schon in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses erfragt. Nach Auskunft der Verwaltung gebe es „erneut deutlich über 100 Bewerber und Interessenten für ein städtisches Baugrundstück“. Die Ausweisung neuer Flächen ist aus Sicht der CDU notwendig, um die Abwanderung von jungen Familien zu verhindern.

Sollte eine parallele Durchführung von zwei Planverfahren nicht möglich sein, so sollte die Fläche am Bomers Kamp aus Sicht der CDU Priorität haben. Markus Könning vermutet, dass dort ein geringes Konfliktpotenzial zu erwarten sei und von daher ein Planverfahren zügig durchgeführt werden könnte.

Auch Möglichkeiten für den Mietwohnungsbau gefordert

Die CDU will mit ihrem Vorstoß nicht nur Eigenheimbauern eine Perspektive bieten. „Bereits bei Beginn des Planverfahrens sollte berücksichtigt werden, dass an geeigneter Stelle innerhalb des jeweiligen Plangebietes auch Grundstücke für die Errichtung von Mehrfamilienhäusern angeboten werden“, schreibt Markus Könning in der Begründung seines Antrags. Die Richtgröße für die Mehrfamilienhäuser solle bei vier bis sechs Wohneinheiten pro Haus liegen.
Könning: „Insgesamt sollten 20 Prozent der Wohnungen in Mehrfamilienhäusern entstehen können.

Nach Auffassung der CDU solle der Bebauungsplan auch die Möglichkeit eröffnen, öffentlich geförderten Wohnungsbau zu ermöglichen. Als Vorbild nennt Markus Könning das Reihenhausprojekt das zurzeit im Baugebiet Erningsfeld verwirklicht wird.

Verwaltung mahnt zum sparsamen Umgang mit Flächen

Die Dringlichkeit einer möglichst schnellen Ausweisung sieht Fachbereichsplaner Mathias Pennekamp nicht so akut. Er verweist auf das Baugebiet Erningfeld, wo zurzeit rund 120 Wohneinheiten errichtet werden. Am Espenweg entstünden zurzeit 10 und an der Danziger Straße in Wenningfeld 20 Wohneinheiten. In aktueller Planung befänden sich mehrere Wohngebiete östlich des Baugebietes Lembecks Hof, am Owwering, in Wenningfeld, Espenweg und an der Bahnallee mit weit über 100 Wohneinheiten.

Mehrfamilienhäuser mit weiteren insgesamt rund 130 Wohneinheiten, so Pennekamp, würden am Alter Dyk, an der Brakstraße und auf der Fläche der ehemaligen van-Bömmel‘schen Fabrik geplant oder gebaut.

Für die langfristige Planung ist es aus Sicht des Fachbereichsleiters durchaus sinnvoll, frühzeitig Weichen zu stellen. Pennekamp mahnt aber an: „Nicht aus dem Auge zu verlieren ist jedoch der sparsame Umgang mit Fläche, da mit zunehmender Bebauung wertvoller Boden verloren geht und die Tendenz zu einer weiteren Zersiedelung aus ökonomischer, städtebaulicher und ökologischer Sicht nicht zukunftsweisend ist.“ Die Innenentwicklung müsse Vorrang haben vor einer weiteren Inanspruchnahme von Flächen im Außenbereich.

Und was sagen die anderen Fraktionen zum CDU-Vorstoß? Noch nichts. Am Mittwoch tagte zwar der Rat. Aber mit Blick auf die verschärfte Corona-Situation sollte die Sitzung so kurz wie eben möglich gehalten werden. Ohne Diskussion und einstimmig beschloss der Rat, das Thema Anfang 2021 im zuständigen Fachausschuss zu beraten.

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Stefan Grothues

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