Warum Dr. Charlotte Dischinger Vorsorgeuntersuchungen so ungemein wichtig findet

mlzMedizinische Versorgung in Stadtlohn

Statt alle zwei Jahre steht Kassenpatienten nur noch alle drei Jahre der Vorsorgecheck ab 35 zu. Hauptsache ist, sie nutzen ihn, betont die Stadtlohner Hausärztin Dr. Charlotte Dischinger.

Stadtlohn

, 12.09.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dr. Charlotte Dischinger sieht es wohl so wie die meisten ihrer Berufskollegen: „Ich bin ein Freund der Prävention.“ Dass für den Kassenpatienten neuerdings nur noch alle drei statt wie bislang alle zwei Jahre der Gang zum „Check-up ab 35“ übernommen wird, ist für die Stadtlohner Hausärztin nicht tragisch. Für sie ist es „ungemein wichtig“, dass die Patienten überhaupt die Möglichkeit zur Prävention nutzen.

Und eine Änderung an der Regelung findet sie sogar richtig gut: Einmalig können auch Patienten im Alter zwischen 18 und 35 die Gesundheitsuntersuchung – so heißt der Check-up jetzt – in Anspruch nehmen: „Das ist auf jeden Fall sinnvoll.“ Denn auch in dieser Altersgruppe gibt es natürlich Patienten, denen sie ein bestimmtes Risiko für Erkrankungen feststellt. Ob es Übergewicht ist, das man sieht, oder starkes Rauchen, das man riecht.

10 bis 20 Prozent der Patienten fragen selbst nach Vorsorgeuntersuchungen

Obwohl: Sie schätzt die Zahl ihrer Patienten, die von sich aus auf die Möglichkeit der Gesundheitsuntersuchung zu sprechen kommen, auf eine Größe von 10 bis 20 Prozent. „Sie fragen von sich aus, oder sie kommen über die Krebsvorsorge“, sagt die Medizinerin. Das Gros ihrer Patienten spricht sie also auf den Check-up an. „Ich biete den Patienten das an im Gespräch.“ Und auch, als es noch nicht Bestandteil der Untersuchung war, hat sie den Impfstatus abgefragt. „Impffreund“ ist sie auch.

In den meisten Fällen erlebt sie Aufgeschlossenheit bei den Patienten. „Wenn ich das vorschlage, sträubt sich kaum einer.“ Zur Gesundheitsuntersuchung gehören ein Anamnesegespräch, dann die Untersuchung selbst. „Wenn der Patient gut mitmacht, dauert die Untersuchung eine Viertelstunde“, schätzt die Hausärztin.

„Von der Pupillenreaktion bis zu den Fußpulsen“, so beschreibt Charlotte Dischinger, wird dann mit Hilfsmitteln wie Stethoskop, Hämmerchen, Mundspatel und Lampe der Körper untersucht. Und auch mit diesen vier Sinnen: Sehen, Fühlen, Riechen und Hören. „Und mit dem sechsten Sinn“, ergänzt die Hausärztin mit einem Schmunzeln.

Schon manche behandlungspflichtige Krankheit herausgefunden

„Ich habe bei der Gesundheitsuntersuchung schon manche behandlungspflichtige Krankheit herausgefunden“, bilanziert Charlotte Dischinger. Der Punkt aber ist: „Ich kann nur empfehlen. Das A und O ist der Patient selbst.“ Wenn es um die Änderung des Lebensstils gehe zum Beispiel, ums Abnehmen, weniger Alkohol trinken oder mit dem Rauchen aufzuhören. Da müsse man im Gespräch mal vorsichtig, manchmal aber auch sehr direkt sein, je nach Patient, weiß sie aus Erfahrung.

Es gehe eben nicht darum, einfach Rezepte auszustellen. Sondern darum, Risiken einzuschätzen, Tipps zu geben. Und den Tipp, Vorsorgeuntersuchungen zu nutzen, gebe sie immer und auf jeden Fall: „Vorsorgen ist immer besser als heilen“, bemüht sie einen alten Spruch mit hohem Wahrheitsgehalt.

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Nach wie vor werden bei der Gesundheitsuntersuchung die Leberwerte nicht erhoben. „Wenn ich meine, dass das trotzdem nötig ist, mache ich das“, sagt die Medizinerin. „Die Freiheit hat man, wenn es begründet ist“, erläutert sie. Deswegen sieht sie darin auch kein großes Problem. Sie begrüßt, dass ein Lipidprofil in den Check-up aufgenommen wurde: Ein Überblick über die Fettwerte sei aufschlussreich und wichtig.

„Jedes Auto geht zum TÜV – wieso Sie nicht?“

Charlotte Dischinger zeigt den neu gestalteten Flyer zur Prävention der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe. Den verteilt sie gern an ihre Patienten. Allerdings gefällt ihr persönlich die alte Auflage besser: Auf dem Titelbild war ein Mensch zu sehen, auf dessen Brust ein TÜV-Siegel prangte. „Jedes Auto geht zum TÜV – wieso Sie nicht?“, habe sie ihre Patienten dann mit Blick auf den Flyer fragen können. Aber auch ohne dieses Sinnbild hofft sie, ihre Patienten weiterhin für Prävention gewinnen zu können.

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