Chor zeigt beim Neujahrskonzert seine Strahlkraft

Euregio Konzert-Gesellschaft

Vorfreude auf das Neujahrskonzert der Euregio Konzert-Gesellschaft in der Stadthalle in Stadtlohn weckte die Begrüßung von Bürgermeister Helmut Könning zu Beginn des Konzerts. Könning legte aber auch den Finger auf die Ereignisse der Silvesternacht mit mahnenden Worten: "Wer bei uns Hilfe sucht und dem wir Hilfe gewähren wollen, der muss sich auch an die Regeln und Gesetze halten, sonst wird es schwer, das gute Klima der Hilfsbereitschaft aufrecht zu erhalten."

STADTLOHN

, 12.01.2016, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Doch danach sprach die Musik, die von Norbert van der Linde eindrucksvoll moderiert wurde. Melodien aus "Die Csárdásfürstin" von Emmerich Kálmán bestimmten die erste Konzerthälfte. Judith Hoffmann (Sopran) und Christoph Wittmann (Tenor) füllten die tragenden Solistenparts aus, unterstützt von der Dortmunder Kammerphilharmonie und dem Euregio Konzertchor. Die musikalische Leitung lag in den bewährten Händen von Eric Kotterink.

Das komplizierte Beziehungsgeflecht zwischen Graf Boni, der Varietesängerin Sylvia Varescu, Anastasia und Edwin von Lippert-Weylersheim entzerrte van der Linde. Die Uraufführung war im Jahr 1915. Van der Linde markierte die Operette als ein Spiegelbild der aristokratisch geprägten Gesellschaft, die keine Heiraten mit nichtadligen Personen erlaubten. Letztlich gibt es ein Happyend für Edwin und Sylvia.

Duett in Höchstform

Die Rolle der temperamentvollen Sylvia war Judith Hoffmann buchstäblich auf den Leib geschneidert. Leider drang der lyrische Tenor von Wittmann gegen den Klangteppich des Orchesters kaum durch. In dem Duett "Sylvia, ich will nur dich" liefen beide Sänger zur Höchstform auf, wirkungsvoll und pointiert unterstützt vom Chor und vom Orchester. Der Tanzwalzer "Erstrahlen die Lichter" gehörte ganz der Strahlkraft des Chors. "Nimm, Zigeuner, Deine Geige" wurde durch einen Sologeiger aus dem Orchester im Duett mit den beiden Sängern zu einem eindrucksvollen Beispiel ungarischer Musik, die stark von der sogenannten Zigeunermusik profitierte.

In der zweiten Konzerthälfte erfreuten die Musiker und Sänger mit weiteren ungarischen Klängen von Johannes Brahms über Antonin Dvorak bis Johann Strauß Junior. Zum Auftakt der zweiten Hälfte schlüpfte Hoffmann in die Rolle der "Juliska aus Budapest" aus der "Maske in Blau" von Fred Raymond. Ihre Stimme und ihre Gestik bis hin zum temperamentvollen Tanz begeisterten das Publikum noch einmal, unterstützt vom Chor und vom Orchester.

Stehende Ovationen

Danach gehörte der Dortmunder Kammerphilharmonie die Bühne. Ungarische und slawische Tänze von Brahms und von Dvorak interpretierte das Orchester in seiner ganzen Vielfalt von filigranen lyrischen Partien bis hin zum "Beschleunigungstanz" - so van der Linde -, den das Publikum bereits aus der Kálmán-Operette kannte. Mit einer marschähnlichen, ungarischen Polka von Strauß endete das Konzert. Stehende Ovationen belohnte das Orchester mit Zugaben.

Lesen Sie jetzt