„Classic-Motor-Café“ mit eigener Röstbar soll noch 2019 im alten Bahnhof eröffnen

mlzBahnhof Stadtlohn

Direkt neben dem Eisenbahnmuseum könnte schon im Herbst dieses Jahres das „Classic-Motor-Café“ entstehen. Investor Ralf Strotmann erfüllt sich damit einen Traum aus seiner Jugend.

Stadtlohn

, 27.03.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Den Traum von einem eigenen gastronomischen Betrieb hatte der Stadtlohner Ralf Strotmann bereits vor 20 Jahren. „Schon in jungen Jahren hatte ich Lust, etwas auf die Beine zu stellen. Aber damals ging die berufliche Karriere vor“, sagt der heute 48-Jährige. Mittlerweile steht der studierte Sozialwissenschaftler mit beiden Beinen fest im Leben und hat sich über die Jahre ein finanzielles Polster geschaffen – um sich seinen lange gehegten Traum nun doch noch zu erfüllen.

Direkt neben dem Eisenbahnmuseum soll in den nächsten Monaten das „Classic Motor Café“ entstehen. Frisch gerösteter Kaffee, selbst gebackener Kuchen und kleine Snacks sollen ab Herbst dieses Jahres vor allem am Wochenende Menschen aus der Umgebung zum alten Stadtlohner Bahnhof locken. Sonn- und feiertags könne er auf Vorbestellung auch Frühstück anbieten. „Ich bin kein gelernter Gastronom, aber die Arbeit hinter dem Tresen macht mir einfach viel Freude“, sagt Ralf Strotmann. Seinen aktuell Job kündigt er nicht, an den Wochenenden wird er seine Gäste dennoch selbst bedienen.

Kaffee wird selbst geröstet

In Zukunft möchte er zwei seiner großen Hobbys kombinieren. „Mein Bruder und ich teilen die Leidenschaft für Oldtimer. Und diesen Car-Classic-Charme wollen wir in das Café mit einfließen lassen.“ Ein restauriertes, knallgelbes Postmofa könnte zum Beispiel als Brötchenkorb dienen.

Strotmann selbst bezeichnet sich als großen Kaffeeliebhaber, weshalb das koffeinhaltige Getränk in seinem Betrieb einen besonderen Stellenwert genießen soll. „Ich werde mich in den nächsten Monaten zum Barista und Kaffeeröster ausbilden lassen“, sagt der 48-Jährige. Für 20.000 Euro wird derzeit in Emmerich am Niederrhein eine Röstmaschine gefertigt. „25 bis 30 Kilo Kaffee werden wir dann pro Tag für den Eigenbedarf selbst rösten.“

Es steht noch viel Arbeit an

Vor der Eröffnung, die im Herbst dieses Jahres anstehen könnte, ist allerdings noch sehr viel zu tun: Die Farbe bröckelt von den Wänden, die Toiletten sind renovierungsbedürftig und eine Küche fehlt noch gänzlich. „Aus meinem Familien- und Freundeskreis wurde mir zum Glück viel Unterstützung angeboten“, sagt Ralf Strotmann. Erste Spenden sind schon eingetroffen: zwei Sofas, die ein Freund der Familie aus Kuba nach Deutschland importierte.

Was ein Blick auf die „Baustelle“ nicht verrät: Hinter dem Stadtlohner liegt bereits ein harter Kampf für die Genehmigung des gastronomischen Betriebes. „Brandschutz, Parkplatzsituation, Belieferung: Man kommt gar nicht drauf, was man alles beachten muss“, sagt er. Die gute Nachricht: „Wir haben endlich die endgültige Zusage.“ Auch, weil die Stadt das Projekt frühzeitig unterstützt habe. Nun heißt es abwarten. Denn die Handwerksbetriebe haben bekanntlich die Bücher voll.

Oldtimer im Außenbereich sollen anlocken

Insgesamt 30 Gäste darf Ralf Strotmann im circa 100 Quadratmeter großen Café zeitgleich empfangen. Mehr würden gegen die Brandschutzvorschriften verstoßen. Auch im Außenbereich sollen in den Sommermonaten Tische und Stühle aufgestellt werden. „Ich denke, dass es unter den Eschen ein einladendes Bild abgeben wird – auch für Auswärtige.“ Außerdem ist angedacht, mit zwei oder drei Oldtimern auch im Außenbereich für ein passendes Ambiente zu sorgen. Ob es eher der VW Käfer, der Jaguar oder der 1970er-Jahre-Benz wird, lässt Strotmann aber noch offen.

Die direkte Nachbarschaft zum Eisenbahnmuseum sieht er als Win-Win-Situation. „Die Sorge war groß, dass der Bahnhof verkommt. Ich denke, dass alle Seiten davon profitieren“, sagt er. Gefühlt 100 Gespräche habe er in letzter Zeit mit Stadtlohnern geführt. Die Resonanz war gemischt. „Manche haben mich für verrückt erklärt, aber es gab auch sehr viel Zuspruch.“ Deshalb habe er entschieden, das Experiment zu wagen. „Es ist ein Hobby. Mehr als schiefgehen kann es nicht“, sagt Ralf Strotmann und lacht.

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