Corona-Hilfe wird angenommen: „Manchmal sind wir einfach Trostspender"

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Im März gründeten Maik und Thomas Veldscholten die „Corona Hilfe Stadtlohn". Sie spüren, dass Dinge, die für viele normal sind, für andere eine Herausforderung darstellen. Gerade in Krisen.

Stadtlohn

, 10.06.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wir machen weiter, bis Corona vorbei ist.“ Maik Veldscholten, der mit seinem Bruder Thomas die Gruppe „Corona Hilfe Stadtlohn" ins Leben gerufen hat, lässt keinen Zweifel daran, dass sie weiter zur Verfügung stehen, auch wenn der Bedarf an Hilfe gerade etwas nachlässt. Nach rund drei Monaten und mittlerweile über 1250 Followern auf der Facebookseite zieht er ein zufriedenes Fazit: „Das hat sich einfach toll entwickelt.“ Das Motto „Jung und Alt – Zusammenhalt“ habe man in den drei Monaten sehr gut mit Leben füllen können. Und: „Aufgrund der doch eher geringen Infektionszahlen in der Region wurde unsere Unterstützung gar nicht so häufig gebraucht.“ Die, die man hat leisten können, sei aber „enorm wichtig“ gewesen.

Harmonische Zusammenarbeit von Beginn an

Aus der „Corona Hilfe" war bekanntlich die Idee des Lieferdienstes über die Online-Plattform „www.stadtlohn-corona.de“ entstanden, der Schwerpunkt des Projekts. Insbesondere ältere Mitbürger nutzten und nutzen dieses Angebot. Die Nachfrage sei mal höher, mal niedriger gewesen, so Maik Veldscholten.

Aus der Idee der „Corona Hilfe" hat sich erfolgreich der Lieferservice entwickelt. Ein Projekt, das weiter fortgeführt werden soll. Die Initiatoren: (h.v.l.) Thomas Veldscholten, Jan Vos, Maik Veldscholten (alle Corona Hilfe Stadtlohn); (vorne) Cora Belker (Jugendwerk) und Citymanager Giampietro Salerno.

Aus der Idee der „Corona Hilfe" hat sich erfolgreich der Lieferservice entwickelt. Ein Projekt, das weiter fortgeführt werden soll. Die Initiatoren: (h.v.l.) Thomas Veldscholten, Jan Vos, Maik Veldscholten (alle Corona Hilfe Stadtlohn); (vorne) Cora Belker (Jugendwerk) und Citymanager Giampietro Salerno. © privat

„In der Summe war das für uns machbar, alles läuft harmonisch. Da werden wir aber auch von Stadt, Citymanagement, Stadtmarketing sowie vom Jugendwerk und den Einzelhändlern stark unterstützt“, berichtet der Stadtlohner. Tagsüber ist weiterhin die Stadt erreichbar, „abends übernehmen dann wir im Team“, so Maik Veldscholten.

Zum Kernteam zählen neben den beiden Brüdern die Fahrer vom Jugendwerk wie Cora Belker sowie Jan Vos, der die Online-Plattform erstellt hat und pflegt.

„In einer Krise werden Menschen offener"

Während dieser Zeit habe man bei der „Corona Hilfe" gespürt, dass es auch hier gerade ältere Menschen gebe, die nicht den Rückhalt in der Familie haben. Oft auch, weil die Kinder nicht immer vor Ort sind. „Dafür sind wir ja da“, berichtet Thomas Veldscholten. Er erinnert sich an einen Anruf einer älteren Dame, die nicht zum Friseur kam. „Da sind wir dann auch mal einfach Trostspender.“

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Dann berichtet er von einem älteren Ehepaar, dem „fast die Tränen vor Dankbarkeit“ gekommen waren: „Da merkt man erst, was für manche gerade in diesen Zeiten eine Herausforderung ist.“ Viele hätten sich aufgrund der Ansteckungsgefahr gar nicht aus dem Haus getraut.

Idee des Autokinos „schlägt voll ein"

Aus der Idee, den lokalen Handel zu unterstützen, hat sich letztlich auch das Projekt Autokino entwickelt. „Das ist natürlich voll eingeschlagen – auch weil wieder viele Gleichgesinnte mit angepackt haben“, erklärt Maik Veldscholten. Das Motto „Ein Virus verbindet" wurde noch einmal getroffen. So konnte nun die örtliche Gastronomie unterstützt werden. „Wir alle wollen doch auch in Zukunft noch unser Pils in geselliger Runde trinken. Das ist doch Lebensqualität“, bringt es der Stadtlohner auf den Punkt.

Neben dem örtlichen Einzelhandel unterstützte das Projekt Autokino speziell die Stadtlohner Gastronomie. Auch dieses Projekt brachte Jung und Alt und verschiedene Akteure zusammen – der Grundgedanke der Corona-Hilfe Stadtlohn.

Maik (l.) und Thomas Veldscholten spüren, dass ein Virus tatsächlich verbinden kann. Die Brüder ziehen nach drei Monaten und in einer nun etwas entspannteren Lage ein durchweg positives Zwischenfazit. © Christin Lesker

Irgendwann sei vielleicht der Zeitpunkt gekommen, das Projekt – speziell den Lieferdienst – komplett an Stadt oder Stadtmarketing zu übergeben. „Wir hatten ja zu Beginn gesagt, dass eine Krise auch Chancen birgt. Und da wir den Bedarf spüren, wird dieser auch in Zeiten vorhanden sein, die nicht so schwer sind. Das Projekt ist in jedem Fall ausbaufähig“, so Maik Veldscholten, der gemeinsam mit seinem Bruder Thomas schon so manches gemeinnützige Projekt sprichwörtlich „gewuppt“ hat.

„Projekt ist in jedem Fall ausbaufähig"

Jetzt will man aber erst einmal weiter Hilfen für Menschen anbieten, die diese benötigen – auch wenn es spürbar ruhiger geworden ist: „Da hoffen wir weiter, dass sich die Menschen oder Verwandte auch bei uns melden. Dafür braucht man sich nicht schämen", sagt Thomas Veldscholten.

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Denn: „Wir müssen uns zunächst auf ein Leben mit Corona einstellen. An die Zeit nach Corona denken wir später.“ Und so lange will man das Projekt der Corona-Hilfe schließlich weitermachen…

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