Die Mitarbeiter der ambulanten Pflegedienste in Stadtlohn warten darauf, wie auf diesem Symbolbild gegen das Coronavirus geimpft zu werden. © picture alliance/dpa
Schutzimpfung

Corona-Impfung für ambulantes Pflegepersonal: „Wir warten schon sehnsüchtig“

Eigentlich sollten die Corona-Schutzimpfungen für ambulantes Pflegepersonal im Februar starten. Wann es wirklich losgeht, weiß bei den ambulanten Pflegediensten in Stadtlohn aber niemand.

In der Impfstrategie des Landes genießt es oberste Priorität nach den über 80-Jährigen: stationäres und ambulantes Pflegepersonal. Vielerorts wurden stationäre Pflegeheime bereits mit Impfstoff versorgt. Doch wie ist es bei den ambulanten Pflegediensten in Stadtlohn?

Einen festen Impftermin für die Mitarbeiter der ambulanten Pflegedienste in Stadtlohn kann bisher keiner der Leiter nennen. „Wir wissen genau so viel wie Sie auch“, sagt Oliver Serowy, Inhaber des Pflegeteams Serowy, auf Anfrage der Redaktion. „Wir werden kurzfristig vom Kreis Borken über Maßnahmen oder Änderungen des Corona-Plans informiert.“

Alle Mitarbeiter des Pflegeteams Serowy in Stadtlohn wollen Impfung

Eigentlich stand „Mitte Februar“ als Impfstart für die Mitarbeiter der Pflegedienste im Raum. „Wir hoffen, dass wir in der nächsten Woche den Impfstoff bekommen“, sagt Oliver Serowy. „Aber aktuell ist es ja so, dass der Impfstoff zur Neige geht.“ Sobald das Pflegeteam Serowy den Impfstoff bekommt, wird es in seinem betreuten Wohnen in Ahaus anfangen zu impfen. Oliver Serowy hat eine Hausärztin mit ins Boot geholt, die die Impfung bei den Mitarbeitern des ambulanten Pflegedienstes sowie den Bewohnern des betreuten Wohnens vor Ort durchführen kann.

Der Inhaber des Pflegeteams möchte mit gutem Beispiel vorangehen. Er lässt sich gegen das Coronavirus impfen. Genau wie alle seiner 55 Mitarbeiter. „Wir haben gute Aufklärung betrieben. Viele mussten wir nicht von der Impfung überzeugen“, sagt Oliver Serowy, „aber mit manchen sind wir ins Vier-Augen-Gespräch gegangen.“

Die Impf-Einladungen an die Ü80-Patienten wurden im Kreis Borken bereits verschickt. Diese müssen sich im Impfzentrum in Velen impfen lassen. Sollten Patienten dabei sein, die Hilfe beim Besuch des Impfzentrums benötigen, wird das Pflegeteam Serowy sie dabei unterstützen.

Noch keine verbindlichen Informationen zum Impfverfahren

Auch Dieter Siems, Inhaber des Pflegedienstes St. Niklas in Südlohn, der auch Patienten in Stadtlohn betreut, hat bisher keine verbindlichen Informationen zum Impfstart in seiner Einrichtung bekommen. „Wir erwarten, dass es im Februar losgeht“, sagt er. „Über die Verfahrensweise zum Impfen wurden wir noch nicht informiert. Es wurde nur gesagt, dass diese Information in Kürze kommen soll.“

Im St. Niklas wolle sich ebenfalls der größte Teil der Mitarbeiter und Patienten impfen lassen. „Die meisten wollen und warten schon sehnsüchtig darauf“, sagt Dieter Siems. Eine 100-prozentige Impfbeteiligung habe er in seiner Einrichtung jedoch nicht. „Die, die es nicht möchten, gibt es immer.“

Mitarbeitern die Angst vor der Corona-Schutzimpfung nehmen

Ebenfalls eine hohe Impfzusage gibt es bei der Caritas in Stadtlohn. „Wir haben etwa 95 Prozent Zustimmung“, sagt Uwe Bröcker, Bereichsleiter des Caritasverbandes. Um den Mitarbeitern die Angst vor der Impfung zu nehmen, verschickt der Bereichsleiter alle zwei Tage einen Newsletter mit aktuellen Informationen.

Uwe Bröcker hat am 21. Januar eine Videokonferenz zum Thema Impfsystematik unter anderem mit Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, verfolgt. Dort wurde mitgeteilt, dass Mitarbeiter des ambulanten Pflegedienstes ins Impfzentrum Velen geladen werden sollen. „Wann“, sagt Bröcker, „wissen wir nicht.“

Über die Autorin
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In der Grafschaft Bentheim aufgewachsen, während des Journalismus-Studiums in NRW verliebt. Danach über 2 Jahre in Kanada gelebt und jetzt wieder zurück im Lieblingsbundesland. Seit 2020 Volontärin bei Lensing Media
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Anne Schiebener

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