Von Tonnenstädten und Sackstädten war im Hauptausschuss die Rede. Stadtlohn ist noch Gelbsackstadt. Aber wohl nicht mehr lange.

Stadtlohn

, 06.09.2018, 18:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die gelbe Tonne rollt bald auch in Stadtlohn. Das ist noch nicht offiziell beschlossen, aber es zeichnet sich eine Ratsmehrheit für den Wechsel vom gelben Sack zur gelben Tonne ab. Hier sind Fragen und Antworten zum Thema.

Über die Einführung der gelben Tonne ist in Stadtlohn schon oft diskutiert worden. Warum jetzt schon wieder? Im Jahr 2019 tritt ein neues Verpackungsgesetz in Kraft. „Das ohnehin schon komplizierte Verfahren wird für die Kommunen noch komplizierter“, sagte Kämmerer Matthias Wesker am Mittwochabend im Haupt- und Finanzausschuss.“ Die Städte und Gemeinden im Kreis würden daher eine enge Zusammenarbeit anstreben. Wesker: „Eine kreisweite Vorgehensweise ist von Vorteil. Wenn wir mit einer Stimme sprechen, ist unsere Verhandlungsposition besser.“

Wie sieht es denn in den Nachbarstädten und Gemeinden aus? Es gibt einen klaren Trend zur gelben Tonne. Nach Matthias Weskers Angaben gibt es im Kreis zwar noch zehn „Sackkommunen“. Davon haben aber vier schon beschlossen, vom Sack zur Tonnen zu wechseln. Fünf weitere Kommunen wollen den Beschluss fassen. Am Ende wäre Stadtlohn die einzige Kommune kreisweit, die Leichtverpackungen noch über den gelben Sack entsorgt. Von den Kommunen, die in früheren Jahren vom Sack auf die Tonne umgestiegen sind, gebe es eine klare und einheitliche Aussage“, berichtete Matthias Wesker aus dem kreisweiten Arbeitskreis: „Wir wollen auf keinen Fall zurück zum Sack!“

Welche Vorteile hat die Tonne gegenüber dem Sack? Matthias Wesker schilderte im Ausschuss die Vorteile der Tonne gegenüber den Säcken: Säcke reißen oft auf. Der Wind verteilt den Müll, das Stadtbild leidet. Ratten und Vögel lassen sich von den dünnen Säcken nicht abhalten, im Verpackungsmüll nach Essensresten zu suchen. „Es gibt einen nicht unerheblichen personellen Aufwand, weil sich Bürger oft über den Müll aus gelben Säcken im Stadtbild beschweren“, so Wesker. Mit der Einführung der Tonne, das zeigten die Erfahrungen der Nachbarstädte, seien alle diese Probleme gelöst worden.

Welche Bedenken gibt es in Stadtlohn gegen die gelbe Tonne? Hauptsorge in Bezug auf die Einführung der gelben Tonne seien Platzprobleme, sagte Helmut Stowermann (CDU) im Haupt- und Finanzausschuss. Manche Haushalte wüssten einfach nicht, wohin mit den ganzen Tonnen. Auch bei Mietshäusern könnte es besondere Probleme geben.

Was sagen die Stadtlohner Politiker? „Die CDU-Fraktion ist mehrheitlich für die gelben Säcke“, sagte Helmut Stowermann. Otger Harks (SPD) sagte, seine Fraktion sei für die gelbe Tonne. „Umstellungen sind nie einfach. Die Platzprobleme lassen sich aber lösen.“ Andrea Wiggering-Cirkel (FDP) sagte ganz klar: „Wir hätten gerne die Tonne.“ Jürgen Wörmer (UWG) und Richard Henrichs (Grüne) schlossen sich an. Wörmer: „Allen können wir es sowieso nicht recht machen.“ Am Ende lenkte auch Helmut Stowermann von der CDU ein: „Unsere Fraktion ist geteilter Meinung. Grundsätzlich werden wir uns einem Wechsel nicht verweigern.“ Einig waren sich alle Fraktionen, dass auf jeden Fall eine kreiseinheitliche Vorgehensweise bei der Umsetzung des Verpackungsgesetzes angestrebt werden soll.

Wie geht es jetzt weiter? Die Entscheidung soll in der nächsten Ratssitzung am 26. September fallen. Dann wird auch die Frage zu klären sein, in welchem Rhythmus die Abfuhr erfolgen soll. Die Mehrheit im Ausschuss sprach sich für eine 14-tägige Abfuhr aus. Helmut Stowermann regte an, auch über die Einführung einer kleineren 120-Liter-Tonne nachzudenken. Gelbe Tonnen fassen in der Regel 240 Liter. Und dann müssen die Stadtlohner Vorstellungen auch noch in den kreiseinheitlichen Verhandlungen mit den Systembetreibern umgesetzt werden.

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