Michelle Kuhn und Nico Scheffer alias DJ Scheffwell haben mit ihrem Benefiz-Konzert über 11.000 Euro für Selbstständige eingespielt, die durch den Corona-Lockdown in Schwierigkeiten geraten sind. © Jeanette Kuhn
Corona-Spendenaktion

DJ Scheffwell legt in der Otgerkirche auf, um Lockdown-Opfern zu helfen

Zwei junge Stadtlohner stellen ein Popmusikereignis in der Otgerkirche auf die Beine. Die Spendenaktion soll Selbstständigen helfen, die durch den Lockdown in eine Krise geschlittert sind.

Nico Scheffer (21) und Michelle Kuhn (19) haben eine Vision: Stadtlohn rückt an einem Samstagabend zusammen, genießt gemeinsam einen spektakulären DJ-Auftritt mit fantastischer Lichtshow in der St.-Otger-Kirche – und hilft den Stadtlohnern, die wegen des Corona-Lockdowns in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind.

Die Vision des jungen Groß- und Einzelhandelskaufmanns und der Abiturientin ist keine bloße Träumerei. Sie soll am Samstag, 13. März, von 20.15 bis 21.45 wahr werden. Dann werden Nico Scheffer alias DJ Scheffwell und die Ladderman Livestreams, ein Technikerteam aus Bocholt, das neugotische Kirchengewölbe mit Licht und Klang füllen.

Musikprogramm für alle Altersklassen

„Bei der Auswahl des Musikstils habe ich alle Altersklassen im Blick“, sagt Nico Scheffer. Und er verspricht: „Es wird emotional und hoffnungsvoll.“ Das Musikprogramm steht noch nicht fest. DJ Scheffwell hat aber schon Wincent Weiss, Felix Jaehn, Rhianna, David Guetta, Beyonce und einige eigene Lieder auf seiner Liste stehen.

DJ Scheffwell bei einem Auftritt im NOA Beach Club in Kroatien. Am 13. März wird der Stadtlohner leere Kirchenbänke statt Partystimmung vor Augen haben.
DJ Scheffwell bei einem Auftritt im NOA Beach Club in Kroatien. Am 13. März wird der Stadtlohner leere Kirchenbänke statt Partystimmung vor Augen haben. © privat © privat

Fest steht allerdings auch schon, dass die Kirchenbänke coronabedingt leer bleiben werden. Mehrere Kameras und eine Drohne werden aber das Konzert und die Lichtshow einfangen und ganz ungewohnt Klänge und neue Perspektiven aus der Pfarrkirche live ins Netz senden. Die Show wird live auf Youtube und Twitch übertragen.

100 Prozent der Spenden gehen an Lockdown-Opfer

In Verbindung mit dem Live-Event hoffen die beiden jungen Leute auf Spenden vieler Stadtlohnerinnen und Stadtlohn. „Der Erlös geht zu 100 Prozent an Stadtlohner Selbstständige, Gastronomen oder Einzelhändler, die besonders schwer vom Corona-Lockdown getroffen worden sind.“

Die Spenden werden ab sofort auf einem Konto des SMS-Stadtmarketing gesammelt. Wer spenden möchte oder Fragen hat kann sich zum Beispiel per Facebook bei Michelle Kuhn oder bei dem SMS-Stadtmarketing melden. „Auf Wunsch kann auch eine Sponsorenrechnung vom SMS-Stadtmarketing ausgestellt werden“, sagt Nico Scheffer, der auf eine große Spendenbereitschaft insbesondere auch von Unternehmen setzt. Außerdem werden in einzelnen Läden Spendenboxen aufgestellt.

„Ich selber bin durch Corona nicht in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten“, betont Nico Scheffer. Als DJ Scheffwell musste er zwar einige Großveranstaltungen wie das Karpaten Zeltfestival aus seinem Kalender streichen, als gelernter Kaufmann aber hat er einen sicheren Arbeitsplatz. „Ich konnte in den letzten zwölf Monaten einige Songs produzieren. Daneben bin ich auch in Gesprächen mit Plattenfirmen. Und ich bereite mit Tim einen Videodreh mit einer Sängerin aus New York vor.“ Tim Gordon alias Tim Gröning ist wie Nico Scheffer ein junger Musiker aus Stadtlohn, der ebenfalls weltweit im Netz schon eine Fangemeinde hat.

Musikalisch läuft es also eigentlich bei Nico Scheffer. „Ich habe aber in vielen Gesprächen mitbekommen, dass viele Selbstständige existenzielle Sorgen haben, weil sie wegen der Coronasituation seit Monaten ihren Beruf nur noch beschränkt oder gar nicht mehr ausüben können. Michelles Mutter zum Beispiel ist Fotografin. Von einem auf den anderen Tag sind die Einnahmen weggebrochen und plötzliche fehlte das Geld für die notwendigen Dinge des Lebens“, erzählt er.

Spontane Unterstützung vom Bürgermeister und vom Pfarrer

Als Nico Scheffer sich vor vier Wochen mit der Idee seiner musikalischen Spendenaktion an Bürgermeister Berthold Dittmann wandte, war er überrascht über die vorbehaltlose Unterstützung. „Der Bürgermeister hat mich noch am gleichen Tag zurückgerufen. Er hatte auch die Idee, das Konzert in der Kirche stattfinden zu lassen, weil das Gebäude wie kein anderes Stadtlohn prägt.“

Dechant Jürgen Lürwer musste nach Rücksprache im Seelsorgerteam nicht lange überlegen. „Unsere Kirche ist ein Gebetsraum und eigentlich keine Konzerthalle. Aber ich fand die Idee gut, den Menschen in dieser schwierigen Zeit helfen zu wollen. Und daran haben wir als Pfarrgemeinde gerne unseren kleinen Anteil“, so Jürgen Lürwer.

Ausnahme in schweren Zeiten: Die St.-Otger-Kirche ist eigentlich ein Gebetsraum. Am 13. März wird sie von 20.15 bis 21.45 zu einer Konzert-Location.
Ausnahme in schweren Zeiten: Die St.-Otger-Kirche ist eigentlich ein Gebetsraum. Am 13. März wird sie von 20.15 bis 21.45 zu einer Konzert-Location. © Markus Gehring © Markus Gehring

Nico Scheffer sagt: „Wie wir die Spenden gerecht aufteilen, schauen wir zusammen mit der Stadt Stadtlohn – je nach Erfolg der Aktion.“ Sein großer Wunsch ist es, dass Familien – natürlich im Rahmen der Coronaregeln – vor den Bildschirmen einen vergnüglichen Samstagabend der Stadtlohner Solidarität erleben werden.

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Stefan Grothues

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