DLRG-Taucher reinigen kurz nach der Eröffnung das Schwimmbecken im Stadtlohner Freibad

mlzTauchereinsatz

Taucher der DLRG aus Stadtlohn sind am Donnerstagabend im Stadtlohner Freibad abgetaucht, um das Becken zu reinigen. Der Putzroboter stößt in dem neuen Becken nämlich an seine Grenzen.

Stadtlohn

, 12.07.2019, 14:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zu einem besonderen Einsatz kamen am Donnerstag die Taucher der DLRG Stadtlohn. Auf Anfrage der Schwimmmeister halfen sie dabei, den Boden des Edelstahlbeckens zu reinigen.

Normalerweise wird dafür ein spezieller Saugerroboter ins Becken gesetzt, um dieses zu reinigen. In den Fugen ist dieser Sauger aber machtlos, so wurde die DLRG angefragt, ob diese die Fugen während eines Trainings mit einer Bürste reinigen können.

Termin kam erst kurzfristig zustande

Der Termin war kurzfristig zustande gekommen: Erst spät am Mittwochabend um 22 Uhr legte man sich auf den Termin fest. Dennoch waren im Handumdrehen sechs Freiwillige gefunden, die bei der Aktion behilflich sein wollten. Sie trafen sich um 17.30 Uhr am DLRG-Stützpunkt, um die benötigten Materialien zusammen zu stellen.

DLRG-Taucher reinigen kurz nach der Eröffnung das Schwimmbecken im Stadtlohner Freibad

Sechs Taucher der DLRG aus Stadtlohn sind am Donnerstagabend im Freibad abgetaucht. Neben der Reinigung haben sie den Tauchgang auch für eine Übung genutzt. © Raphael Kampshoff

Von dort ging es weiter ins Vereinsheim, wo die Neoprenanzüge angezogen und die Tauchausrüstung angelegt wurde. Eine komplette Ausrüstung wiegt zwischen 30 und 40 Kilogramm, allein die Flasche für die Atemluft hat ein Gewicht von 15 Kilogramm. Zusätzlich trägt jeder Taucher Bleigewichte, um dem Auftrieb durch den Neoprenanzug entgegen zu wirken. Im Wasser spielt das Gewicht keine Rolle, aber bis zum Einstieg ins Becken haben die Taucher schwer zu tragen.

Zu zweit im glasklaren Wasser

Um 18 Uhr ging es dann für die ersten Taucher ins Becken. Sie tauchten immer zu zweit, um sich gegenseitig zu sichern. Das ist auch im glasklaren Wasser eines Freibads so vorgesehen.

Neben dem Arbeitseinsatz nutzten die Mitglieder den Tauchgang als Training für einen normalen Tauchgang. Schnell arbeiteten sich die sechs mitwirkenden Mitglieder mit der Bürste an den Fugen entlang. Nach einer Stunde war die Reinigung abgeschlossen. Einmal pro Jahr ist von nun an ein solcher Reinigungseinsatz geplant.

Warum war die Reinigung jetzt schon notwendig?

Aber Moment: Das Bad wurde doch gerade erst eröffnet. Das Becken erst im vergangenen Jahr eingeweiht. Und jetzt ist schon ein Tauchereinsatz notwendig? Wie kann das sein? Vor Ort machte sogar der Begriff „Algen“ die Runde.

Nachfrage im Bad, beim Betreiber SVS und der Stadtverwaltung Stadtlohn. Eine Stelle verweist an die nächste. Manfred Schwenz von der Stadtlohner Verwaltung kann schließlich Auskunft geben, nachdem er sich selbst noch einmal rückversichert hat.

DLRG-Taucher reinigen kurz nach der Eröffnung das Schwimmbecken im Stadtlohner Freibad

Sisyphosarbeit unter Wasser: Mit Bürsten haben die Taucher der DLRG am Donnerstagabend das Schwimmbecken im Stadtlohner Freibad gereinigt. © Raphael Kampshoff

„Nein, Algen gibt es in dem Becken natürlich nicht“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Schließlich sei das Becken brandneu. Noch am Mittwochmorgen sei er vor Ort gewesen. „Das Wasser war dort glasklar“, erklärt er.

Besucher tragen Schleppsand ins Schwimmbecken

Das Problem liegt an anderer Stelle: Direkt neben dem Sprungbecken, im ehemaligen Nichtschwimmerbecken, wurde ein Sandspielplatz angelegt. „Wenn dort Fußball gespielt wird oder die Leute sich nicht richtig abduschen, wird viel Sand in das Becken getragen“, so Manfred Schwenz.

Dieser Schleppsand setzt sich auch in Fugen und Ecken ab, die der Putzroboter nicht erreicht. Und diese kleinen Winkel haben die DLRG-Taucher gereinigt.

Ehrenamtler sind normalerweise im Katastrophenschutz tätig

Die sind normalerweise im Katastrophenschutz tätig. „Wenn in irgendeinem See Personen vermisst werden, dann werden wir dazu gerufen, um diese zu finden. Das ist nicht immer schön, gehört aber zu unseren Aufgaben dazu,“ so der mit 900 Tauchgängen erfahrene Wolfgang Hake. Ungefähr einmal im Monat treffen sich die Taucher, um in einem offenen See zu trainieren. Zu den weiteren Aufgaben zählt der Wachdienst an der Küste oder im Stadtlohner Freibad.

DLRG-Taucher reinigen kurz nach der Eröffnung das Schwimmbecken im Stadtlohner Freibad

Rund 40 Kilo wiegt die Ausrüstung der Taucher insgesamt – ohne Handbürste. © Raphael Kampshoff

Das alles, wie auch die Reinigungsaktion, passiert auf ehrenamtlicher Basis. „Wir sind froh über die Renovierung des Freibades und bei der Reinigung haben wir auch richtig Spaß“, sagte Michaela Hake zum Motiv für den Arbeitseinsatz.

Einmal im Jahr bietet die DLRG, die über einen eigenen Tauchlehrer verfügt, auch einen Tauchkurs an. Zuerst wird im Hallenbad an der Schwimmtechnik gearbeitet, dann geht es in den theoretischen Teil und zum Ende hin steht ein Wochenende an der Nordsee die praktische Arbeit an. Auskünfte dazu erteilt die DLRG-Ortsgruppe Stadtlohn.
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