Juliane Rehkamp und ihr Erzieherinnenteam begleiten Kinder auf ihrer Entdeckungsreise. Dieses Foto entstand 2017 anlässlich der Eröffnung der ersten "Zweigstelle" in der früheren Mensa der Johannesschule. © Stefan Grothues
Kindergarten

„Du bist aber groß geworden“: Familienzentrum Prinz Botho hat Geburtstag

Die Gründungskinder gehören heute längst selbst zur Elterngeneration. Doch das DRK-Familienzentrum Prinz Botho bleibt ewig jung – auch wenn es jetzt sein 25-jähriges Bestehen feiert.

Kindergeburtstage sind in der Kita an der Tagesordnung, jetzt feiert das Familienzentrum Prinz Botho seinen eigenen Geburtstag. Die Einrichtung kann am 1. September auf 25 Jahre ihres Bestehens zurückblicken. Und wie beim Kindergeburtstag könnten die Gratulanten sagen: „Du bist aber groß geworden.“

Juliane Rehkamp und der damalige Bürgermeister Helmut Könning freuten sich 2019 über den guten Start der provisorischen Kindergartengruppe des DRK Familienzentrums Prinz Botho an der Bakenstraße.
Juliane Rehkamp und der damalige Bürgermeister Helmut Könning freuten sich 2019 über den guten Start der provisorischen Kindergartengruppe des DRK Familienzentrums Prinz Botho an der Bakenstraße. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

190 Kinder, 62 Mitarbeiterinnen und 3 Mitarbeiter (2 Hausmeister und ein Jahrespraktikant) an 4 Standorten, so präsentiert sich das Familienzentrum heute als größtes seiner Art in Stadtlohn. Seit 2009 werden auch U3-Kinder betreut. Die Öffnungszeiten wurden stetig ausgeweitet.

Dabei hatte alles klein angefangen. Die heutige Kindertageseinrichtung Prinz Botho wurde 1996 als Johanneskindergarten vom Trägerverein Johannes-Förderwerk gegründet. Ein Schwerpunkt war schon damals die Integration, die heute Inklusion genannt wird.

Kinder auf ihrer Entdeckungsreise begleiten, nicht bevormunden

„Die Arbeit mit Kindern, die erhöhten Förderbedarf haben, ist schon viele Jahre ein wesentlicher Bestandteil unserer täglichen, pädagogischen Arbeit“, sagt Juliane Rehkamp, die seit 2014 Leiterin der Einrichtung ist. „Wir möchten jedem einzelnen Kind, ganz besonders auch den Kindern mit Entwicklungsverzögerungen, Verhaltensauffälligkeiten, Wahrnehmungsstörungen, einschränkenden chronischen Krankheiten oder Behinderungen den individuell benötigten Raum für ihre Entwicklung bieten“, so Juliane Rehkamp.

Juliane Rehkamp, Leiterin des DRK-Familienzentrums Prinz Botho.
Juliane Rehkamp, Leiterin des DRK-Familienzentrums Prinz Botho. © Privat © Privat

In der vom Familienzentrum verfolgten Reggio-Pädagogik begleiten die Erzieherinnen die Kinder „auf ihrer Entdeckungsreise“, und zwar mit großer pädagogischer Zurückhaltung. Juliane Rehkamp: „In der Umsetzung bedeutet das für uns, dass das selbstbestimmte Handeln, die Eigenständigkeit und Selbstständigkeit der Kinder sehr geschätzt und gefördert werden. Kinder zu ermutigen Fragen zu stellen, ist wichtiger, als Antworten zu geben!“

2003 übergab Johannes-Förderwerk die Trägerschaft an das DRK

Das Johannes-Förderwerk übergab 2003 die Trägerschaft an das Deutsche Rote Kreuz. Dem Vorstand des ehemaligen Trägers fiel der Beschluss, die Verantwortlichkeit für den Kindergarten abzugeben, nach eigenen Angaben außerordentlich schwer. „Uns wird die Arbeit und die Verantwortung für diese große vier-Gruppen-Einrichtung jetzt einfach zu viel“, erklärte damals Margarete Wolter vom Johannes-Förderwerk.

Die Einrichtung wurde zunächst unter dem Namen DRK-Johanneskindergarten weitergeführt. 2008 wurde der Kindergarten erstmals als Familienzentrum zertifiziert. Gleichzeitig erfolgte die Umbenennung in DRK-Familienzentrum Prinz Botho. Namensgeber ist Botho Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein (1927- 2008), der frühere Ehrenpräsident des Deutschen Roten Kreuzes.

Feierlich enthüllt wurde 2008 die Tafel am Familienzentrum am Losberg, das damals nach Botho Prinz zu Sayn-Wittgenstein benannt worden wurde; im Bild der damalige Bürgermeister Helmut Könning (links), der stellvertretende DRK-Vorsitzende Peter Höing und die damalige Kita-Leiterin Cornelia Sonntag.
Feierlich enthüllt wurde 2008 die Tafel am Familienzentrum am Losberg, das damals nach Botho Prinz zu Sayn-Wittgenstein benannt worden wurde; im Bild der damalige Bürgermeister Helmut Könning (links), der stellvertretende DRK-Vorsitzende Peter Höing und die damalige Kita-Leiterin Cornelia Sonntag. © Dirking © Dirking

Viele Jahre wurde die Einrichtung als fünfgruppige Kindertageseinrichtung betrieben. In der jüngsten Zeit aber standen die Zeichen auf Wachstum. Im Jahr 2016 wurden noch zwei weitere Gruppen in unmittelbarer Nachbarschaft (alte OGS der ehemaligen Förderschule) eröffnet. 2019 eröffnete das Familienzentrum an der Bakenstraße das „Haus hinterm Wasserturm“.

2020 kam als jüngster Ableger der Bauernhof-Kindergarten in Südlohn hinzu.

Eine Jubiläumsfeier mit einem Tag der offenen Tür wird es in diesem Jahr pandemiebedingt nicht geben. „Wir werden in den einzelnen Gruppen feiern“, sagt Juliane Rehkamp. Überhaupt hat Corona den pädagogischen Alltag verändert. Auf gruppenübergreifende Aktivitäten wird zurzeit noch verzichtet. „Wir versuchen, so viel Normalität wie möglich zu vermitteln. Erzieherinnen und Kinder vermissen aber gemeinsame Veranstaltungen mit Eltern und Großeltern.“

Top 3 der beliebtesten Kindergärten

In der Zeit des Lockdowns versorgte die Kita Eltern und Kinder täglich per WhatsApp und Facebook mit Spieltipps. Nach der Wiedereröffnung gab es auch einige Infektionsfälle unter Erzieherinnen und Kindern, die aber mit einem strengen Hygienekonzept unter Kontrolle blieben. Juliane Rehkamp: „Ich glaube, wir alle sind in der Coronazeit noch enger zusammengewachsen, weil wir für die Familien da waren und gemeinsam mit ihnen die schwere Zeit überstehen.“

Dass das die Eltern auch so sehen, dafür spricht die „Beste-Kita-Wahl“ des Lokalradios WMW. Dort landet das DRK-Familienzentrum Prinz Botho unter den Top 3. Juliane Rehkamp freut sich: „Das war ein schon ein schönes Geburtstagsgeschenk.“

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Vor Ort und nah dran für den Leser, hört gerne auch die andere Seite
Zur Autorenseite
Stefan Grothues

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.