Ehrenobermeister der Tischler ist enttäuscht: „Gesellen hatten wohl weniger Zeit“

Die Gute Form

Die Sieger des Tischler-Wettbewerbs „Die Gute Form“ werden am Wochenende ausgezeichnet. Der Ehrenobermeister der Innung zeigte sich von den Gesellenstücken enttäuscht.

Stadtlohn

, 26.07.2019, 17:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ehrenobermeister der Tischler ist enttäuscht: „Gesellen hatten wohl weniger Zeit“

Günter Wewers, Beigeordneter der Stadt Stadtlohn, nahm als Teil der fünfköpfigen Jury die Gesellenstücke unter die Lupe. © Elvira Meisel-Kemper

73 Auszubildende der Tischler-Innung Ahaus nehmen an diesem Samstag ihre Gesellenbriefe in Stadtlohn entgegen, darunter vier Frauen. Ihre Gesellenstücke werden das ganze Wochenende in der Stadthalle ausgestellt. Seit Donnerstag sind die Stücke bereits in der Stadthalle aufgebaut, denn eine fünfköpfige Jury machte sich auf die Suche nach dem Gewinner des Wettbewerbs „Die Gute Form“.


Herbert Rotterdam aus Schöppingen ist Ehrenobermeister der Innung. Seit fast vierzig Jahren verfolgt er die Entwicklung in diesem Handwerk: „Wir haben es in diesem Jahr besonders schwer gehabt, die Preisträger zu ermitteln.“ Seine Begründung überrascht: Wegen der guten Konjunkturlage hätten die Gesellen in den Ausbildungsbetrieben nicht immer genügend Zeit, ihre Gesellenstücke mit der gleichen Qualität wie in den vergangenen Jahren herzustellen.

Ihn beunruhigte auch die sinkende Zahl der Absolventen: „Wir hatten früher über 120 Auszubildende bei der Lossprechung der Tischlergesellen. Dies Handwerk hat es immer schwerer, obwohl es immer vielseitiger wurde.“ Der Handwerker werde demnächst der Krösus sein, weil er gebraucht werde.

Andere Jurymitglieder sind begeistert von der Qualität

Anika Lechtenberg, Senior Interior Designer bei Tenbrink in Stadtlohn, und Mareike Olbers, Architektin aus Vreden, gehörten erstmals zur Jury des Wettbewerbs „Die Gute Form“. Günter Wewers, Beigeordneter der Stadt Stadtlohn, und Dr. Heiner Kleinschneider, Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG), aus Ahaus komplettierten die Jury.

Für sie war es nicht schwer, einen Sieger zu küren: „Meine Favoriten hatte ich sehr schnell gefunden. Es sind sehr gute Arbeiten und sehr pfiffige Ideen dabei“, so Olbers, er war erstaunt über die Materialien und ihre Kombinationen. Auch Anika Lechtenberg war begeistert von den Leistungen der Tischlergesellen. „Es ist eine gute Mischung dabei. Das reicht von antiker Optik bis zum Minimalismus“, lobte Lechtenberg. 68 Azubis bestanden im Sommer ihre Prüfung, fünf Auszubildende bereits im vergangenen Winter.

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