Die Fällung der rechten Platane ist unstrittig. Ihre Wurzel muss gekappt werden, weil sie ein Hausfundament beschädigt. Die linke Platane wird auf Verdacht gefällt. © Stefan Grothues
Josefstraße

Ein Schadensfall und ein Verdachtsfall: Fällung zweier Platanen besiegelt

Zwei mächtige Platanen prägen die Einfahrt zum Parkplatz gegenüber der Musikschule an der Josefstraße in Stadtlohn. Jetzt werden sie gefällt – ein Schadensfall und ein Verdachtsfall.

Gegenüber der Musikschule an der Josefstraße werden demnächst zwei große Platanen gefällt. Das hat der Umwelt- und Bauausschuss mit knapper Mehrheit beschlossen.

Die Fällung einer der beiden Platanen ist unstrittig und stand bereits vor der Sitzung fest. Bei einer Wurzelschürfe war festgestellt worden, dass eine 30 Zentimeter dicke Hauptwurzel direkt an der Fassade eines Wohnhauses verläuft und dort Schaden angerichtet hatte.

Die Wurzel muss gekappt werden. Da dann der ganze Baum nicht mehr standsicher ist, ist eine Fällung nach Darstellung von Fachbereichsleiter Mathias Pennekamp zwingend notwendig.

Die beiden Platanen an der Josefstraße in Höhe werden gefällt, weil ihre Wurzeln zu Bauschäden führen können oder bereits geführt haben.
Die beiden Platanen an der Josefstraße in Höhe werden gefällt, weil ihre Wurzeln zu Bauschäden führen können oder bereits geführt haben. © Stefan Grohtues © Stefan Grohtues

Auf der anderen Seite der Parkplatzeinfahrt steht eine zweite Platane, deren Hauptwurzeln nicht auf die Beetfläche beschränkt bleiben. Der Gehweg wurde durch die Wurzeln bereits um bis zu 20 Zentimeter angehoben.

Zudem, so Mathias Pennekamp, bedrohten über kurz oder lang Pilze den Baum, weil ein Starkast mit einem Durchmesser von 50 Zentimetern gekappt werden musste.

„Früher oder später ist die Standsicherheit dieses Baumes gefährdet.“ Er empfahl, auch diesen Baum zu fällen, bevor Schäden am anliegenden Gebäude verursacht werden.

„Nur eine Mutmaßung“

„Es handelt sich nur um eine Mutmaßung“, erklärte Richard Henrichs (Grüne). Er werde der Fällung des zweiten Baumes daher nicht zustimmen. So sah es auch Otger Harks: „Es gibt dort keine Gebäudeschäden. Es handelt sich nur um eine Annahme.“ Das reiche ihm nicht als Begründung für eine Fällung.

Darüber gab es innerhalb der CDU-Fraktion und auch in der UWG-Fraktion geteilte Meinungen. Am Ende stimmte eine knappe Mehrheit im Bauausschuss aber für die Fällungsempfehlung der Verwaltung. Acht Ausschussmitglieder waren dafür, sechs dagegen. Ein Ausschussmitglied enthielt sich der Stimme.

Jetzt sollen Bäume nachgepflanzt werden, die durch ihre geringere Kronengröße mit dem zur Verfügung gestellten Wurzelraum gut klar kommen. Die Verwaltung empfahl kleinkronige Bäume wie zum Beispiel Felsenbirne oder eine schwachwüchsige Gleditschie, auch Lederhülsenbaum genannt.

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Redaktion Ahaus
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Stefan Grothues

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