Eltern sorgen sich um Unterricht

Geschwister-Scholl-Gymnasium

In Stadtlohn sorgen sich die Eltern über zunehmende Unterrichtsausfälle. Am Geschwister-Scholl-Gymnasium fehlen im laufenden Schuljahr Lehrkräfte aufgrund von Mutterschutz und Erziehungsurlaub. Dazu werden die Stundenpläne regelmäßig angepasst. Schulleiter Heinrich Dreier betont im Gespräch mit der Münsterland Zeitung, dass es keinen Grund zur Sorge gibt.

STADTLOHN

, 12.02.2015, 18:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schulleiter Heinrich Dreier (l.) und Stellvertreter Jochen Wilsmann haben alle Hände voll zu tun, damit der Unterrichtsausfall möglichst gering bleibt.

Schulleiter Heinrich Dreier (l.) und Stellvertreter Jochen Wilsmann haben alle Hände voll zu tun, damit der Unterrichtsausfall möglichst gering bleibt.

Im Schuljahr 2014/2015 gibt es acht Lehrerinnen, die im Mutterschutz sind oder noch gehen werden. Hinzu kommen noch drei Kollegen, die ebenfalls den Anspruch auf Erziehungsurlaub nutzen. Und genau dieser Zeitraum muss von den Schulen selber aufgefangen werden, da es hier keinen Anspruch auf Ersatz gibt. Das bedeutet, dass pro Mutterschutz 14 Wochen Unterricht auf anderen Schultern verteilt werden müssen. "Und das gelingt uns aber ganz gut", erklärt Dreier.

Kein Nachteil

"Der Stimmung hier im Kollegium ist sehr gut und ich habe bisher noch nie eine Absage bekommen, wenn es um Vertretungen geht", ergänzt Jochen Wilsmann, der sich als stellvertretender Schulleiter um diese Pläne kümmert.

Von rund 1800 Wochenstunden Unterricht sind es gerade einmal zehn Stunden, die derzeit wirklich ausfallen. "Das betrifft die achten Klassen im Chemieunterricht, da fehlt uns ein Fachlehrer", so Dreier. Doch das könnte sich bald wieder ändern. "Wenn alles klappt, können wir die Lücke vielleicht nach Ostern stopfen. Von der Elternschaft ist uns eine mögliche Vertretung empfohlen worden, mit der wir derzeit im Gespräch sind."

Ein wirklicher Nachteil soll den Achtklässlern aber nicht entstehen. "Uns ist bewusst, dass wir den Stoff in diesem Schuljahr nicht in Gänze vermitteln können, dass holen wie aber im kommenden Schuljahr wieder auf", ist sich Dreier sicher. Sicher ist auch, dass alle Schüler verlässlich bis zur sechsten Stunde Unterricht haben.

Am Rand des Münsterlandes

Auch wenn es nur ein paar Stunden sind, die tatsächlich wegfallen, so müssen sich die Schüler - und auch Lehrer - auf flexible Unterrichtsplanungen einstellen. So kann es durchaus vorkommen, dass in einem Fach der Lehrer durchaus mal wechselt oder die Stunden verlegt werden. "Nur so schaffen wir es, den Unterricht sicherzustellen", erklärt Wilsmann. Dank des Rahmenlehrplanes sei dieses auch problemlos möglich. "Die Lehrer und Schüler wissen, wie weit sie im Stoff sind und können so nahtlos an den Unterricht anknüpfen", so Dreier.

Das eigentliche Problem sei die ganze Bürokratie, die hinter den "Schwangerschaftsvertretungen" steckt. "Laut Gesetzgeber steht uns erst ein Ersatz nach Ende des Mutterschutzes zu", erklärt Dreier. Und dann für einen befristeten Zeitraum. Hier ist dann gleich das nächste Problem. "Wir sind hier am Rande des Münsterlandes, die potenziellen Vertretungslehrer wohnen aber oft in den Universitätsstädten", macht Dreier das Problem deutlich. Wer komme da schon stundenweise nach Stadtlohn.

Lehrer gesucht

Doch die Führungsspitze hat das alles gut im Griff. Und auch die Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung, die die entsprechenden Verträge erstellt, sei ausgezeichnet. "Im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten versuchen die wirklich alles möglich zu machen", so Dreier. Dennoch sei es ein langer Prozess, bis alle Instanzen zugestimmt haben und der Vertrag wirksam ist.

Und auch für das kommende Schuljahr zeichnet sich bereits ab, dass es in drei Fächern wieder eng wird - Chemie, Niederländisch und Musik. "Von drei Niederländisch-Lehrer ist derzeit nur eine Kraft verfügbar", erklärt Dreier. Für das kommende Schuljahr gibt es aber bereits 43 Schüler, die Niederländisch gewählt haben. "Hier suchen wir noch händeringend nach entsprechenden Personal", so Dreier.

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