Erklärung zur Kostenexplosion interessiert viele Bürger

Sondersitzung

In einem proppenvoller Sitzungssaal stand die Verwaltung am Mittwochabend Rede und Antwort zu den gestiegenen Kosten bei den Baumaßnahmen in Dufkamp- und Mühlenstraße. Die erwartete Überraschung blieb allerdings aus.

STADTLOHN

06.11.2014, 12:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bauarbeiten in der Dufkampstraße

Bauarbeiten in der Dufkampstraße

„Konnte man den zeitlichen Rahmen der Ausschreibung nicht schieben?“, wollte Bernd Schöning (FDP) wissen. Dies sei aufgrund der zu beantragenden Fördermittel für das Integrierte Handlungskonzept (IHK) nicht möglich gewesen, meinte Bauamtsleiter Mathias Pennekamp (Foto). „Wenn man Fördermittel beim Land nicht abruft, rutschen sie in die Ausgabereste. Außerdem hat die Bezirksregierung eine Verfallfrist für die Förderung – und die drohte hier“, sagte Pennekamp. Ein weiterer Grund für die gestiegenen Kosten waren die unerwarteten Bodenverhältnisse. Bodengutachten haben ergeben, dass im Unterbau der Straßen Hochofenschlacke verwendet wurde. Durch die hohe Verdichtung des Materials ist es schwieriger, die Straßen aufzubrechen. Hinzu kommt die Entsorgung des Materials. Dem Büro Farwick und Grote habe das Gutachten zum Zeitpunkt der Kostenberechnung nicht vorgelegen. „Nun wird klar, warum Farwick und Grote die Bodenverhältnisse nicht berücksichtigen konnte. Das wirft ein neues Blickfeld auf“, sagte Bernd Schöning (FDP). Die Hochofenschlacke sei für Paul kein Grund gewesen, dass so wenige Unternehmer ein Angebot abgaben. „Es lag einfach am Zeitpunkt.“

Für die Kostenberechnung wurden die Baumaßnahmen in der Klosterstraße zugrunde gelegt. „Die Klosterstraße ist ein prädestiniertes Referenzobjekt“, erklärte Paul. Das Problem bei Dufkamp- und Mühlenstraße sei jedoch gewesen, so Pennekamp, dass verschiedene Materialentscheidungen erst nach der Entscheidung im Rat getroffen wurden. Letztlich einigten sich die Entscheidungsträger auf einen hochwertigen Pflasterklinker. Die Verlegearten – Fischgrätenverband auf dem Fahrstreifen und Hochkant/Querverband auf dem Gehweg – erforderten einen erhöhten Aufwand. „Wir haben diese Einflüsse verkannt“, gab Pennekamp zu. Weitere Mehrkosten entstanden durch einen kleingliedrigen Bauablauf. Die Klosterstraße wurde in drei Abschnitten fertiggestellt. In der Dufkamp- und Mühlenstraße sollten die Geschäftsleute möglichst wenig beeinträchtigt werden. Außerdem sei die Dokumentation früherer Baumaßnahmen lückenhaft gewesen – Überraschungen waren vorprogrammiert.

Wenn man nun einen Schuldigen für die Kostenexplosion suche, so sei es kein Einzelwerk. „Aber wenn einer verantwortlich ist, dann ist es der Bürgermeister“, sagte Bürgermeister Helmut Könning.  

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