Evangelische Jugendhilfe ist Kita-Favorit

Möglicher Betreiber

Vier Bewerber gab es für die Trägerschaft des neuen Kindergartens. Nach zweieinhalb Stunden Beratung in der Ratssitzung stieg die Spannung bei den Vertretern der vier Institutionen auf das Ergebnis. Doch es fiel deutlich aus.

Stadtlohn

, 11.01.2018, 19:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Evangelische Jugendhilfe ist Kita-Favorit

Mehr Kinder werden geboren in Stadtlohn – so muss eine neue Kita in Betrieb genommen werden. Der Rat hat in einer Sondersitzung nun eine Empfehlung für die Trägerschaft abgegeben. © picture alliance / Daniel Karman

Für die Stadtlohner Kommunalpolitiker war es eine außergewöhnliche Situation: Gleich vier Institutionen hatten sich um die Trägerschaft des Vier-Gruppen-Kindergartens beworben, der Mitte dieses Jahres mit zwei Gruppen und dann in einem neuen Gebäude 2019 mit vier Gruppen betrieben werden soll (Münsterland Zeitung berichtete). So hatte die Sonderratssitzung am Mittwochabend einen Hauch von der Spannung einer Oscar-Verleihung, denn bevor die Entscheidung bekannt gegeben wurde, nahmen sich die Kommunalpolitiker gut zweieinhalb Stunden Zeit, sich noch einmal zu informieren, Fragen zu stellen und Einschätzungen und Bewertungen zu geben.

Sitzung unterbrochen


Nach einer Sitzungsunterbrechung dann das Ergebnis: Geht es nach dem Willen der Stadtlohner Kommunalpolitiker, wird die Evangelische Jugendhilfe Münsterland Trägerin der neuen Einrichtung. Letztlich entscheiden muss das der Kreisjugendhilfeausschuss, der am 30. Januar tagt – eine Empfehlung hat der Stadtrat mit seinem Beschluss ausgesprochen.

Es war 20.26 Uhr, als der Bürgermeister zur Abstimmung bat. Statt der anvisierten Viertelstunde Sitzungsunterbrechung hatte die CDU-Fraktion eine halbe Stunde gebraucht, um sich zu positionieren. Am Ende zeigte sie sich aber nicht geschlossen: Nach langer Diskussion habe sich gezeigt, dass sich ein Teil der Fraktion für die Evangelische Jugendhilfe und ein anderer Teil für das Kinderhaus Rasselbande als Träger aussprechen werde, so Fraktionschef Helmut Stovermann. Laut Martin Kömmelt hatte sich in der UWG-Fraktion eine „klare Mehrheit“ für die Evangelische Jugendhilfe ergeben. „Klares Raumkonzept, gute Fachkräfte, Beta-Gütesiegel“ nannte er schlagwortartig einiges, was der UWG besonders gefallen habe an deren Konzept. Und: „Sie sind in Stadtlohn gut vernetzt“. Das Kinderhaus Rasselbande habe einen guten Ansatz, aber „das Konzept kommt für Stadtlohn zu früh“, so Martin Kömmelt.

Gute und sehr gute Träger


„Wir haben zwei gute und zwei sehr gute Träger zur Auswahl“, machte es Otger Harks für die SPD spannend. Von den sehr guten habe sich die SPD aber letztlich für die Evangelische Jugendhilfe vor der AWO entschieden.

Dass selbst gekocht werden sollte, hob Andrea Wiggering-Circel als eines der Argumente für die Evangelische Jugendhilfe hervor, das auch die FDP bewogen habe, diese als Trägerin zu favorisieren. Dass sich bei den Öffnungszeiten vielleicht noch mehr Flexibilität ergeben könnte, wenn der Kindergarten eröffnet ist, dieser Hoffnung der Liberalen schloss sich Richard Henrichs für die Grünen an. Letztlich aber war die Mehrheit mehr als deutlich: Es stimmten von den 29 anwesenden Ratsmitgliedern 25 für die Evangelische Jugendhilfe.

Lesen Sie jetzt