Feuerwehrmann Maximilian Wewers lädt den Dekontaminationscontainer vom neuen Wechselladerfahrzeug ab. Die technischen Daten: Mercedes-Benz Arocs, dreiachsig, max. Gewicht: 26 Tonnen, fest angebauter Kran; Kostenpunkt: 250.000 Euro. © Stefan Grothues
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Feuerwehren Stadtlohn und Vreden haben gegen Chemieunfälle aufgerüstet

Die Feuerwehren in Stadtlohn und Vreden sind mit einem Container für die Verletzten-Dekontamination gut gerüstet. Der Kreis macht die Einheit für den Ernstfall mit einem Spezial-Lkw mobil.

Haben ist gut, brauchen weniger. Der kreisweite Sachverstand und die dazugehörige Spezialtechnik der Wehren in Sachen ABC-Schutz ist in Stadtlohn konzentriert. Dabei arbeiten Stadtlohner und Vredener Feuerwehrleute eng zusammen. Seit einem Jahr trainieren rund 50 Männer und Frauen aus beiden Freiwilligen Feuerwehren für Dekontaminationseinsätze im Katastrophenfall.

Das Land NRW hat dafür die Freiwilligen Feuerwehren in Stadtlohn und Vreden mit einem Spezialcontainer ausgerüstet, in dem Verletzte zum Beispiel nach Unfällen von Chemikalien oder radioaktiven Stoffen gesäubert werden können. Der Kreis Borken macht die gemeinsame Einheit der beiden Wehren mobil: Am Mittwoch wurde das 250.000 Euro teure Wechselladerfahrzeug offiziell in Dienst gestellt.

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Neues Feuerwehrfahrzeug

Herzstück des Dekontaminationscontainers sind zwei Spezialduschen, unter denen Verletzte, die mit strahlenden, biologischen oder chemischen Stoffen verseucht wurden, gereinigt und desinfiziert werden können.

Kreisbrandmeister Stefan van Bömmel (links) und hat am Mittwoch den Dekontaminationscontainer und das neue dazugehörige Wechselladerfahrzeug vorgestellt. Zur Ausrüstung gehören 34 Gebläsefilteranzüge für insgesamt 40.000 Euro. Einen davon zeigt der stellvertretende Stadtlohner Feuerwehrchef Carsten Kuglarz.
Kreisbrandmeister Stefan van Bömmel (links) und hat am Mittwoch den Dekontaminationscontainer und das neue dazugehörige Wechselladerfahrzeug vorgestellt. Zur Ausrüstung gehören 34 Gebläsefilteranzüge für insgesamt 40.000 Euro. Einen davon zeigt der stellvertretende Stadtlohner Feuerwehrchef Carsten Kuglarz. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

„Über ein Rollensystem können auch liegende Schwerverletzte durch die Dekontamination geschleust werden“, erklärte Kreisbrandmeister Stefan van Bömmel am Mittwoch. Und er gab weitere Einblicke in die umfangreiche Ausrüstung des Containers, die von medizinischen Gerät über beheizbare Zelte für die Behandlung und Betreuung von Verletzten bis hin zu Ersatzkleidung reicht.

Wichtiger Baustein im Katastrophenschutz des Landes

„Die in Stadtlohn stationierte Dekontaminationseinheit ist als Beitrag des Kreises Borken ein wichtiger Baustein im Katastrophenschutz des Landes NRW und auch darüber hinaus“, sagte Landrat Dr. Kai Zwicker am Mittwoch. „Der schlimmste Fall wären große Unfallszenarien zum Beispiel im Chemiepark Marl-Hüls oder bei Bayer in Leverkusen.“ Zwicker erinnerte aber auch daran, dass Unglücke mit Chemietransporten, in Logistikfirmen oder anderen Unternehmen, die mit gefährlichen Stoffen arbeiten auch im Kreis Borken nicht ausgeschlossen werden könnten.

Freuen sich über die neue technische Ausstattung der Feuerwehr (von links): Stadtlohns Feuerwehrchef Günter Wewers, sein Stellvertreter Carsten Kuglarz, Dr. Elisabeth Schwenzow, Bürgermeister Berthold Dittmann, Landrat Dr. Kai Zwicker (vorne), Kreisbrandmeister Stefan van Bömmel (hinten) und der stellvertretende Feuerwehrleiter Markus Vennemann.
Freuen sich über die neue technische Ausstattung der Feuerwehr (von links): Stadtlohns Feuerwehrchef Günter Wewers, sein Stellvertreter Carsten Kuglarz, Dr. Elisabeth Schwenzow, Bürgermeister Berthold Dittmann, Landrat Dr. Kai Zwicker (vorne), Kreisbrandmeister Stefan van Bömmel (hinten) und der stellvertretende Feuerwehrleiter Markus Vennemann. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

„Ich bin froh, das die beiden größten Freiwilligen Feuerwehren des Kreises diese Aufgabe gemeinsam übernehmen“, sagte der Landrat. Er wisse zu schätzen, dass die Feuerwehrleute viel Zeit für die Spezialausbildung aufwendeten. Der Stadtlohner Feuerwehrchef Günter Wewers und sein Stellvertreter Carsten Kuglarz bestätigten den großen Zeitaufwand. Wewers: „Eine einzige Übungseinheit ist unter fünf Stunden kaum durchführbar.“

Das hängt auch mit dem hohen Aufwand für den Selbstschutz der Feuerwehrleute zusammen. Der Dekon-Container ist mit Gebläsefilteranzügen ausgestattet, die die Einsatzkräfte selbst vor Dekontaminationen schützen. „Der Schutz und die Sicherheit der Feuerwehrleute hat höchste Priorität“, sagt Landrat Kai Zwicker. Und der Aufwand hat seinen Preis: „Allein die Schutzanzüge kosten 40.000 Euro“, so Kreisbrandmeister Stefan van Bömmel.

„Gut abgestimmte Spezialisierung“

Lob für die eine „hervorragende Zusammenarbeit“ und eine gut abgestimmte Spezialisierung im Rahmen des Landeskonzepts zollte auch Kreisordnungsdezernentin Dr. Elisabeth Schwenzow den Feuerwehren im Kreis Borken. „Das Schneechaos 2005 und das Hochwasser von 2010 in Ahaus haben die Feuerwehren enger zusammenrücken lassen“, so Elisabeth Schwenzow.

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Stefan Grothues

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