Flugtaxis: Das klingt für viele Menschen noch nach Science-Fiction. Die Stadtlohner CDU möchte das Thema aber schon jetzt diskutieren. © picture alliance/dpa
Hauptausschuss

Flugplatz Stadtlohn-Vreden könnte zum Flugtaxi-Standort werden

Das bayrische Unternehmen „Lilium“ möchte 2025 mit Flugtaxis den Markt erobern. NRW soll eine Vorreiterrolle einnehmen. Die Stadtlohner CDU hat dabei den Flugplatz Wenningfeld im Blick.

Vollelektrische Flugtaxis, die zu einem bezahlbaren Preis bis zu vier Personen über Hunderte Kilometer von A nach B transportieren: Das klingt für die meisten Menschen noch nach Science-Fiction-Filmen à la Ridley Scott oder George Lucas. Für die Stadtlohner Christdemokrater ist das aber kein Hindernis, sich schon jetzt mit dem Thema zu befassen. In der ersten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Mittwoch, 25. November, wird die CDU unter Tagesordnungspunkt drei einen entsprechenden Antrag stellen.

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Flugtaxi-Netz soll 2025 an den Start gehen

Die Stadtverwaltung solle prüfen, ob die Einbindung des Flugplatzes Stadtlohn-Vreden in das von der „Lilium GmbH“ geplante Flugtaxi-Netz möglich ist. Das in Bayern ansässige Unternehmen hat das Ziel, ab 2025 im kommerziellen Alltagsbetrieb zu fliegen und hat dabei vor allem den Westen der Republik im Auge. Der neu entwickelte „Lilium-Jet“ bietet den Vorteil, dass er senkrecht startet und landet. Damit ist ein Einsatz auch in besiedelten Gebieten leicht möglich.

Im Sommer erklärten die Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn ihre grundsätzliche Bereitschaft, am Projekt teilnehmen zu wollen. NRW solle eine Vorreiterrolle einnehmen und mit seiner dichten Bevölkerung zum Knotenpunkt werden. Einer Studie der RWTH zur Folge könnten zum Beispiel in Köln/Bonn zukünftig 600.000 Passagiere pro Jahr in Flugtaxen starten und landen.

Auch NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) hatte Anfang September erklärt: „Im Bundesland mit dem höchsten Mobilitätsbedarf sind schlaue Ideen für eine bessere Mobilität immer willkommen. Wir brauchen alle Verkehrsträger, um den Menschen in der Summe ein überzeugendes vielfältiges Mobilitätsangebot zu machen.“

Alternative Verkehrskonzepte gesucht

Dr. Markus Könning, CDU-Stadtverbandsvorsitzender, sagt zum Hintergrund des Antrags: „Wir haben die Aktivitäten der Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf mitbekommen. Da haben wir uns gefragt: Könnte man so etwas nicht auch in die ländliche Region holen?“ Aufgrund der eher mäßigen Anbindung an den ÖPNV könne das Münsterland besonders profitieren. „Wir kommen in Zukunft gar nicht drumherum, über alternative Verkehrskonzepte nachzudenken. Ziel muss es sein, uns besser zu vernetzen“, so Könning.

Da das Unternehmen „Lilium“ auf bestehende Infrastruktur setzen möchte, habe man den Flugplatz Stadtlohn-Vreden samt des angrenzenden Flugplatzes ins Visier genommen. „Davon könnten am Ende alle Firmen profitieren, die in dieser Branche tätig sind“, glaubt Markus Könning. Den Vorstoß der CDU-Fraktion erklärt er so: „Wenn wir früh dran sind, könnten sich unsere Chancen erhöhen.“

Allerdings räumt er auch ein, dass es sich zunächst um eine Testballon handle. „Wir wollen schauen, wie die Reaktionen ausfallen – nicht nur in der Politik, sondern auch in der Bevölkerung. Am Mittwoch werden wir schauen, ob es für unserer Prüfantrag eine Mehrheit gibt“, sagt der Stadtverbandsvorsitzende.

Denn das Flugtaxi-Projekt wird nicht nur positiv gesehen. Das Landesverkehrsministerium erwartet beispielsweise erheblichen Widerstand vonseiten der Bürger, sollten zukünftig Passagier über Privatgelände fliegen. „Aber es ist wichtig auszuloten, unter welchen Bedingungen der Verkehr von Flugtaxen möglich ist“, sagt Hendrik Wüst.

Info:

  • Lilium ist ein Luftfahrtunternehmen, das einen emissionsfreien, regionalen Luftmobilitätsdienst entwickelt.
  • Das Unternehmen hat den Lilium-Jet als ein neues Flugzeug entwickelt, mit dem regionale Reisen durchgeführt werden können, die erheblich schneller im Vergleich zur Schiene oder zur Straße sind und dennoch nach eigenen Angaben einen wettbewerbsfähigen Preis aufweisen.
  • Das Demonstrationsflugzeug flog erstmals 2019 und ist ein vollelektrisches Fünfsitzer-Flugzeug, das vertikal starten und landen kann.
Über den Autor
1991 in Ahaus geboren, in Münster studiert, seit April 2016 bei Lensing Media. Mag es, Menschen in den Fokus zu rücken, die sonst im Verborgenen agieren.
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Johannes Schmittmann

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