Wiesentaler kritisieren die Stadt Stadtlohn: „Wünschen uns Planungssicherheit“

mlzFörderung von Vereinen

Die Wiesentaler Musikkapelle sucht nach neuen Räumen für seine Schüler. Dabei ersehnt sich der Verein die Unterstützung der Stadt – die bisher jedoch nicht wie gewünscht zutrifft.

Stadtlohn

, 01.11.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadtlohner Musikkapelle Wiesentaler stehen vor schwierigen Zeiten. Im Jahr 2023 läuft ihr Mietvertrag für ihr Vereinshaus aus und momentan gibt es noch keine Alternative. „Wir sind gerade mit der Stadt und möglichen Investoren in Gesprächen, wie wir weiter verfahren. Momentan gibt es noch keine konkreten Ideen“, sagt der Vorsitzende Thomas Berghaus.

Versucht die Stadt Stadtlohn auf der einen Seite, den Musikverein bei der Suche nach einem neuen Gebäude zu unterstützen, gibt es jedoch auf der anderen Seite Unverständnis von den Wiesentalern gegenüber der Verwaltung.

Probleme bei der Kalkulation

Grund: der Unterschied zwischen den Vereinsförderrichtlinien und den Sportförderrichtlinien. Letztgenannte sehen Zuschüsse in Höhe von zwei Dritteln vor, wenn Sportvereine Baumaßnahmen planen.

Das gilt jedoch nur für Sportvereine – alle anderen Vereine können diesen Zuschuss nicht beantragen. „Wir hätten uns natürlich mehr Planungssicherheit gewünscht. Es ist schwierig, bei dem Projekt auf den guten Willen der Stadt zu hoffen“, meint der Vereinsvorsitzende, der seit 40 Jahren leidenschaftlicher Saxophonist ist. Damit ergeben sich für die Wiesentaler Probleme bei der Kalkulation für einen Neubau beziehungsweise eine mögliche Anmietung eines Gebäudes.

Vereine können nicht miteinander verglichen werden

Den Bedenken des Vereins hält Günter Wewers entgegen. „Ich denke, Sportvereine mit 3000 Mitgliedern wie den SuS oder die DJK Stadtlohn kann man nicht vergleichen mit Musikvereinen mit einigen hundert Mitgliedern. Wir können den Sportvereinen mit dieser Dimension nicht zumuten, die Bau- und Betriebskosten allein zu tragen“, sagt der Erste Beigeordneter der Stadt Stadtlohn.

Damit kommen wieder die Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Förderrichtlinien zur Sprache, die vor kurzem auch auf der Sitzung des Sport- und Kulturausschusses der Stadt vorgetragen wurden. Die FDP hatte versucht, eine Gleichstellung der Förderrichtlinien zu erreichen – alle anderen Fraktionen stimmten jedoch dagegen. Damit war die Idee vom Tisch.

„Fass ohne Boden“

Die Stadt befürchtet bei einer Gleichberechtigung einen enormen Zuwachs an Anträgen. „ Wenn wir allerdings die Unterstützung, zwei Drittel bei Baumaßnahmen zu übernehmen, auf alle Vereine ausweisen, sprengt das den finanziellen Rahmen. Das wäre ein Fass ohne Boden“, erklärt Günter Wewers.

Die Stadt habe eine besondere Aufgabe gegenüber der Breitensportförderung und gegenüber der Gesundheitsfürsorge, ergänzt der Erste Beigeordnete.

Fest steht: Die Wiesentaler brauchen perspektivisch neue Räumlichkeiten. Im Gespräch sind Flächen in der ehemaligen Marienschule oder in der Fliednerschule. Zudem wird über Gebäude im Gewerbegebiet nachgedacht. „Am liebsten hätten wir so schnell wie möglich eine Immobilie, damit wir alles planen können. Ehe alle Anträge und Maßnahmen bewilligt sind, kann es schon mal zwei Jahre dauern“, rechnet Thomas Berghaus vor.

Die Stadt zeigt sich gegenüber dem Musikverein empathisch und will weiterhin bei der Suche helfen. „Die Lage der Wiesentaler können wir als Stadt natürlich gut nachvollziehen. Wenn die Wiesentaler ein Mietobjekt finden, sind wir gerne bereit, den Mieter zu unterstützen“, sagt Günter Wewers.

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