„Die Förderung von Vereinen ist stets ein Griff ins Wespennest“

mlzFörderrichtlinien für Vereine

Sportvereine und andere Vereine haben weiter getrennte Förderrichtlinien. Dies entschied der Sport- und Kulturausschuss in Stadtlohn. Bei den Vereinen trifft dieser Beschluss auf Zustimmung.

Stadtlohn

, 17.10.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Entscheidung der Stadt Stadtlohn, die Förderrichtlinien von Sportvereinen und anderen Vereinen weiterhin zu trennen, trifft bei den Beteiligten größtenteils auf ein positives Echo. „Die Sportförderrichtlinien haben immer gute Dienste geleistet. Daher sollte man sie auch beibehalten. Bisher habe ich von den anderen Vereinen, die nicht aus dem Sport sind, noch nicht gehört, dass es Probleme wegen der getrennten Förderrichtlinien gegeben hätte“, sagte Andreas Pieper, Vorsitzender des Vereins DJK Eintracht Stadtlohn.

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Der Hintergrund: In der Sitzung des Sport- und Kulturausschusses hatte sich die FDP-Fraktion dafür eingesetzt, die Förderrichtlinien zu vereinen. „Wir sollten Kultur und Sport nicht trennen. Es gibt unserer Meinung nach keinen Grund, Sport höher zu werten als Kultur“, hatte Ratsmitglied Heinrich-Hermann Hecking gesagt.

Baumaßnahmen werden weiter bezuschusst

Mit dieser Meinung blieb die FDP-Fraktion jedoch alleine – alle anderen Fraktionen stimmten für die Beibehaltung der getrennten Förderrichtlinien von Sportvereinen und anderen Vereinen. Damit genießen Sportvereine weiterhin Vorteile wie Zuschüsse für bauliche Maßnahmen oder Betriebs- und Unterhaltungskosten oder eine Unterstützung zur Teilnahme an überregionalen Meisterschaften.

Debatten um Förderung treten nicht nur im politischen Alltag auf. Auch die Vereinsverantwortlichen sind sich darüber bewusst, dass das Thema „Finanzielle Unterstützung“ stets ein sensibles ist. „Grundsätzlich ist die finanzielle Förderung von Vereinen immer ein Griff ins Wespennest. Aber: Man kann nicht die Stadt dafür verantwortlich machen, wenn man eine Förderung nicht bekommt oder einem Antrag nicht zugestimmt wird. Das wäre zu kurz gedacht“, sagte Andreas Rotherm, Vorsitzender der Karnevalsgesellschaft „Üm Bütt un Pütt“.

Außerdem war es ein Segen für uns, dass wir zur Karnevalszeit ein Zelt auf dem Marktplatz aufstellen durften. Damit hatten wir eine Anlaufstelle für Jugendliche in der Stadt und sind damit zudem gegen das Kneipensterben in der Stadt vorgegangen. Manchmal zählt in diesem Zusammenhang eine Genehmigung oder als Geste mehr als eine finanzielle Unterstützung.“

„Vor allem Jugendarbeit sollte man unterstützen“

Rothem findet zudem die höhere finanzielle Förderung von Sportvereinen gerechtfertigt. „Viele Sportvereine haben einen größeren Aufwand als andere Vereine. Gerade wenn es um die Pflege der Sportanlagen und die Instandhaltung geht, betrifft das Bereiche, die bei anderen Vereinen meist kaum eine oder gar keine Rolle spielt.“

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Einen ganz anderen Aspekt bringt Pieper, der auch stellvertretender Bürgermeister ist, mit ins Spiel. „Ich finde, wenn sich Vereine für die Jugendarbeit einsetzen und viele Jugendliche als Mitglieder haben, sollte man sie unterstützen und das machen in Stadtlohn vor allem Sportvereine“, sagte der Vorsitzende des DJK, bei dem zuletzt die Bewässerungsanlage des Sportplatzes bezuschusst wurde.

„Gleichberechtigung wäre sinnvoll“

Eine etwas andere Meinung vertritt Peter Tertling: „Ich finde, Sport und Kultur sollten gleichgewichtet werden, weil sie für die Menschen und ihre Freizeitgestaltung genauso wichtig sind. Daher wäre eine Gleichberechtigung sinnvoll“, meinte der Vorsitzende der Drumpets Stadtlohn. Grundsätzlich ist er aber damit zufrieden, wie die Stadt die Vereine unterstützt.

Worin sich alle Vereinsvertreter einig sind: Die Förderung durch die Stadt ist elementar wichtig. „Für uns bildet die finanzielle Förderung eine Grundlage für unseren jährlichen Betrieb. Wir sind dankbar, dass die Stadt jedes Jahr die Instandhaltung unserer Tennisplätze bezuschusst“, berichtete Frank Brockordt, Vorsitzender des Tennisclubs „Blau-Weiß“ Stadtlohn. Beim Tennisclub müssen jedes Frühjahr die Plätze einmal generalüberholt und für den Spielbetrieb fertig gemacht werden.

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