Freispruch aus Mangel an Schuldfähigkeit

Wahnhafte Störungen

Ein 43-Jähriger aus Stadtlohn musste sich am Mittwoch vor dem Amtsgericht Borken wegen verschiedener Delikte verantworten. Er wurde am Ende freigesprochen: Laut Gutachter ist er psychisch erkrankt und deswegen schuldunfähig.

STADTLOHN

von Von Anne.Winter-Weckenbrock

, 26.10.2011, 15:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Im März des Vorjahrs hatte sich die Ehefrau von ihrem Mann getrennt und war von Stadtlohn nach Gescher umgezogen. Doch auch dort hatte sie keine Ruhe vor ihrem Mann, der – so der vom Gericht bestellte Gutachter – unter akuten Wahnvorstellungen leidet, die sich vor allem auf seine Ex-Frau beziehen. Das Amtsgericht Borken hatte schon nach Aktenlage vor der Verhandlung einen Sachverständigen vom Westfälischen Landeskrankenhaus beauftragt, den 43-Jährigen zu begutachten. Der Gutachter bestätigte den Eindruck, den das Gericht auch in der Verhandlung gestern von dem Angeklagten erhalten hatte: Dem 43-Jährigen fehlt offensichtlich jedes Bewusstsein, krank zu sein.

Der Sachverständige attestierte ihm eine anhaltende wahnhafte Störung, verbunden mit der nicht vorhandenen Fähigkeit, Unrecht einzusehen. So war der Angeklagte zunächst auch nicht zur Verhandlung erschienen, das Gericht hatte ihn vorführen lassen müssen. Während der Verhandlung war er im Redefluss kaum zu stoppen, so dass der Richter ihn letztlich des Saals verweisen musste. Eine akute Eigen- oder Fremdgefährdung sah der Gutachter aber nicht. Weil der Angeklagte laut Gutachten nicht fähig ist einzusehen, dass er Unrecht verübt hat, blieb dem Gericht keine andere Wahl, als ihn mangels Schuldfähigkeit freizusprechen.

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