Frühjahrsfrisur für Carmelo

Alpakas geschoren

Carmelo ist vorsichtig. Aber er ist auch neugierig. Wollig rund und entspannt tänzelt er an der Leine hinter seinem Besitzer Markus Olbers her. Mit dem, was dann geschieht, ist Carmelo aber ganz und gar nicht einverstanden. Doch es muss sein. Kurz vor seinem ersten Geburtstag hat der junge Alpaka-Hengst seinen ersten "Friseurtermin".

STADTLOHN

, 19.04.2016, 18:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für Carmelos Allüren haben Alpaka-Scherer Rick de Mooij und sein Vater Bert keine Zeit. Die beiden sind ein routiniertes Team. Ein gutes Dutzend Alpakas haben sie heute schon auf dem Hof Olbers in Almsick geschoren. 1800 werden es am Ende des Frühjahrs insgesamt sein. Die de Mooijs sind gefragte Experten. Die beiden Niederländer haben in Sassenheim bei Noordwijk eine eigene Alpaka-Zucht. Und sie produzieren Bettdecken aus Alpaka-Wolle.

Im jedem Frühjahr aber sind sie auf Westeuropatournee. Heute in Stadtlohn, morgen in Bonn, übermorgen in Ostdeutschland. Auf ihrem Terminplan stehen in den nächsten Wochen auch Alpaka-Schuren in Belgien und Frankreich. Ohne Worte macht sich das eingespielte Team an die Arbeit. Ehe sich Carmelo versieht, liegt er schon auf einer weichen Matte. Vater und Sohn fixieren die vier Beine mit Seilen. Carmelos Hals wird mit einem Sandsack beschwert. Carmelo ist jetzt offenbar sauer. Er wiehert lautstark, versucht sich zu befreien. Aber er hat keine Chance.

Schon in Neuseeland Schafe geschoren

"Das ist die sicherste Methode für die Alpaka-Schur", sagt Rick de Mooij und setzt das elektrische Schergerät an. "Schafe muss man nicht fixieren, die kann man einfach hinsetzen." De Mooij junior, weiß wovon er spricht. Bei Arbeitseinsätzen in Neuseeland hat er selbst bereits tausende Schafe geschoren.

Aber Alpakas sind ein Fall für sich. Für Carmelo gilt das in besonderem Maße. "Er ist aufgeregter als die anderen Tiere, weil es das erste Mal für ihn ist", sagt Züchter Markus Olbers, der selbst ein wenig mitleidet. Schließlich liebt er seine Tiere. Aber er weiß auch: Die Schur bereitet Carmelo keine Schmerzen. Und sie ist notwendig. Im nächsten Jahr wird der Alpaka-Hengst die Prozedur gelassener über sich ergehen lassen. Rick de Mooij lässt das Schergerät über Carmelos Fell surren, dicke Wollstücken fallen zu Boden, dann noch die Beine und der Hals, im Gesicht kommt die Handschere zum Einsatz.

Schnell noch Klauen und Zähne kontrollieren

Schnell noch Klauen und Zähne kontrolliert, dann, nach gut zehn Minuten, hat Carmelo alles überstanden. "Der sieht ja jetzt fast aus wie ein Reh", ruft Markus Olbers, während Carmelo ganz entspannt auf die Wiese zurück trabt. Dort wird er neugierig beschnuppert von Hengst Vincento. Der hat noch seinen dicken Winterpelz. Aber Rick de Mooij lässt das Schergerät schon surren: "Der Nächste bitte!"

 

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