Die Abfallentsorgung wird in Stadtlohn 2021 teurer. Der Haupt- und Finanzausschuss hat den neuen Gebühren einstimmig zugestimmt. © Markus Gehring
Hauptausschuss

Gebühren für Abfall und Abwasser werden 2021 in Stadtlohn steigen

Abwasser- und Abfallentsorgung werden in Stadtlohn 2021 etwas teurer. Der Haupt- und Finanzausschuss hat dem einstimmig zugestimmt. Eine Familie zahlt im Durchschnitt 80 Euro mehr.

Gegen Ende des Jahres steht im Haupt- und Finanzausschuss die Beratung über die Gebühren für das kommende Jahr an. So wie in der vergangenen Woche. Um es kurz zu machen: Die Stadtlohner müssen 2021 etwas tiefer in die Tasche greifen.

Zunächst die guten Nachrichten: Die Gebühren für die Straßenreinigung werden sich im kommenden Jahr nicht ändern. Jetzt die schlechteren:

Abwasser wird etwas teurer, Stadtlohn noch im Durchschnitt

Das Abwasser wird teurer: Schmutzwasser kostet in Stadtlohn ab Januar 2,35 Euro pro Kubikmeter. Die Niederschlagsgebühr beträgt 0,78 Euro pro Quadratmeter versiegelter Grundstücksfläche. Die Stadt Stadtlohn gibt durch diese Erhöhung für eine durchschnittliche, vierköpfige Familie Mehrkosten von rund 50 Euro pro Jahr an. Andrea Wiggering-Cirkel (FDP) betonte, dass eine Gebührenerhöhung natürlich nie schön sei. „Allerdings steht Stadtlohn im Verhältnis zu den Kommunen in der Umgebung noch gut da“, sagte sie. Bei den Kosten für Schmutzwasser liegt die Stadt leicht über, beim Niederschlagswasser leicht unter dem kreisweiten Durchschnitt.

Erlöse beim Altpapier brechen ein, Gebühren steigen

Auch die Abfallgebühren werden angehoben. Allerdings weniger stark als notwendig wäre, um die Kosten komplett zu decken: Die Leerung einer 120-Liter-Biotonne schlägt ab kommendem Jahr mit 86,40 Euro zu Buche. Bisher lag die Gebühr bei 78 Euro. Um alle Kosten zu decken, wären laut Berechnung der Verwaltung 90 Euro notwendig gewesen. Den Fehlbetrag gleicht die Verwaltung durch einen Griff in die Rücklage aus. Die Gebühren liegen damit aber immer noch unter dem Satz von 2019.

Ebenso wird beim Restmüll die Senkung der Abfallgebühren aus dem vergangenen Jahr wieder rückgängig gemacht: Die Entsorgung einer 80-Liter-Tonne – das häufigste Müllgefäß in Stadtlohn wird 157,20 Euro kosten (gegenüber 144 Euro in 2020). Auch beim Restmüll wären eigentlich höhere Gebühren nötig, doch auch da gleicht die Stadt per Griff in die Rücklage aus. Sollten die Gebühren die Kosten decken, wären 163,20 Euro nötig geworden.

Erstmals kostet auch die Altpapier-Entsorgung wieder Geld: Die Vermarktungserlöse können die Kosten nicht mehr einspielen. Pro Tonne wird nun eine Gebühr von 9,60 Euro pro Jahr fällig.

Kurze Diskussion bei den Abfallgebühren

Einzig bei den Abfallgebühren gab es doch noch kurze Diskussionen: Richard Henrichs (Grüne) kritisierte, dass Papiermüll nun im Gegensatz zur Gelben Tonne nun eine Gebühr kostet: „Eigentlich ist das unverständlich und ein Fehler im System“, sagte er. Verpackungsmüll aus Plastik könne nun kostenfrei entsorgt werden, Verpackungen aus Papier würden hingegen etwas kosten. „Das ist schwer zu kommunizieren“, erklärte er.

Der Erste Beigeordnete Günter Wewers antwortete, dass die Erlöse aus dem Altpapierverkauf in den vergangenen Jahren eben zur Senkung der Gebühren genutzt wurde und nicht in eine Rücklage geflossen seien. „Hätten wir die jetzt, würden wir auch nicht über eine Gebühr für Papiertonnen sprechen“, machte er deutlich.

Nicht Gebühren für jeden einzelnen Anruf

Kritik gab es noch von Reinhold Dapper (SPD): Die Stadt hatte in ihrer Gebührenkalkulation rund 80.000 Euro anteilige Personalkosten aus anderen Bereichen für die Abfallentsorgung eingerechnet. Auf Nachfrage hatte Kämmerer

Matthias Wesker erklärt, dass es dabei beispielsweise um geführte Telefonate oder weitere Dienstleistungen im Rathaus gehe, die sich auf das Thema Abfallentsorgung zurückführen ließen.

„Die Stadtlohner zahlen Steuern und erwarten dafür eine Gegenleistung“, sagte Reinhold Dapper. Nicht jeder Anruf dürfe direkt auf die Gebühren durchschlagen.

Den neuen Gebühren – sowohl für Abfallentsorgung als auch fürs Abwasser – sowie den unveränderten Gebühren für die Straßenreinigung stimmte der Haupt- und Finanzausschuss dann aber trotzdem jeweils einstimmig zu.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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