Gemeinsam wachsen und forschen in der Kindertagesstätte

Kita Stadtlohn

Die neue Kita in Stadtlohn nimmt ab Montag an der Klosterstraße ihre Arbeit auf. Die Reggio-Pädagogik steht im Fokus der Einrichtung. Aber was ist das genau?

Stadtlohn

, 05.08.2018 / Lesedauer: 3 min
Gemeinsam wachsen und forschen in der Kindertagesstätte

Als „Erzieherinnen mit Herz“ wollen die Kita-Mitarbeiterinnen am Montag die Mädchen und Jungen in der Kita Stadtlohn begrüßen. © Susanne Menzel

Wo kommt die Kiste mit Farben hin? Und sollen wir die Spiele abstellen?“ Kreatives Chaos nennt man wohl, was an diesem Freitagvormittag in der Kita-Stadtlohn an der Klosterstraße herrscht.

Dennoch: Von Stress und Hektik oder gar schlechter Laune weit und breit keine Spur. Lächelnd packen die Frauen Karton für Karton, verteilen sie auf verschiedene Räume, unterstützen sich gegenseitig. Der Countdown allerdings zählt runter: Am heutigen Montag, pünktlich um 8 Uhr, werden die ersten der insgesamt 41 Kinder an der Hand ihrer Eltern vor der Tür stehen. Und sich über die Eröffnung der neuen Einrichtung freuen.

„Bis dahin ist noch Zeit genug. Das schaffen wir“, gibt sich Einrichtungsleiterin Ruth Plate am Freitagvormittag zuversichtlich. Immer wieder schaut sie auf ihre Liste, beratschlagt sich kurz mit ihren Teammitgliedern, klärt Fragen mit den Handwerkern, die ebenfalls überall noch schrauben, ausbessern, befestigen und montieren.

Für gut ein Jahr soll die ehemalige Owweringschule Standort der Kita sein. Eine von 13, die die Evangelische Jugendhilfe Steinfurt als Träger im gesamten Münsterland betreibt. Eine, in der in den zunächst zwei Gruppen auch das Reggio-Konzept umgesetzt werden soll.

Reggio-Pädagogik

„Die Reggio-Pädagogik hat ihren Ursprung in Norditalien“, erklärt die pädagogische Leiterin der Evangelischen Jugendhilfe, Beate Schürmann: „Dahinter steht eine offene Haltung zum Kind, das seine Selbstbildungsprozesse selbst initiiert. Die Pädagogen begleiten und geben Impulse, geben aber nichts vor.“ Wichtig sei bei der Reggio-Pädagogik, „die Kinder zu ermuntern, Fragen zu stellen und eine Neugier zu entwickeln, um dann gemeinsam zu forschen“.

Einrichtungsleiterin Ruth Plate freut sich darauf, diese Struktur umzusetzen – mit neuem Team in neuen Räumen und in anderer Funktion mit als zuvor. Die Stadtlohnerin hat in Ahaus bereits in verschiedenen Kindertagesstätten gearbeitet, unter anderem in St. Marien und in St. Hildegard sowie St. Marien in Ottenstein als stellvertretende Leiterin.

Funktionierender Behelf

„Wir werden uns Stück für Stück mit den Kindern und den Eltern an die Struktur herantasten und daran wachsen. Dazu lassen wir uns aber Zeit“, betont Beate Schürmann. Und weil im Herbst der Neubau des Kindergartens am Hessenweg fertig sein soll und dann der Umzug ansteht, soll auch erst zu diesem Zeitpunkt die Namensfindung angegangen werden.

„Es ist aktuell ein Behelf“, sagt Ruth Plate. „Aber einer, der durch die Kooperation mit der Schule, deren Außengelände und Turnhalle wir mitnutzen dürfen, hervorragend funktioniert.“

Damit Groß und Klein mit dem Neustart nicht überfordert werden, kommen die Mädchen und Jungen mit ihren Eltern zunächst einmal nur für eine Stunde zu Besuch. Und das auch jeweils zeitversetzt. „So können sich die Erzieherinnen besser um jedes einzelne Kind kümmern und das Kennenlernen läuft ruhiger ab“, ist Ruth Plate überzeugt. Von Tag zu Tag werden die Bleibezeiten verlängert – „und wir schauen am Ende der Woche, wo die Kinder stehen und ob sich die Eltern langsam aus der Eingewöhnungsphase herausziehen können.

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