Von Cozonac bis Cevapcici: Ein Stück Heimat im eigenen Laden

mlzBesondere Lebensmittel

Mihaela und Danut Ciot haben in Stadtlohn ein Geschäft mit polnischen und rumänischen Lebensmitteln eröffnet. Die erste Resonanz zeigt, dass sie damit eine Nische gefunden haben.

Stadtlohn, Legden

, 22.10.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Spezielle Süßigkeiten, Fanta mit Weintrauben-Geschmack, Cevapcici, getrocknete Salami und vieles mehr: Im „Victoria Markt“ in der Mühlenstraße in Stadtlohn können Interessierte viele Spezialitäten aus Rumänien und Polen einkaufen. Anfang Oktober eröffnete das Geschäft, das vom Ehepaar Mihaela und Danut Ciot geleitet wird, die aus Rumänien stammen und schon länger in Legden leben. „In den ersten Tagen kamen viele Leute vorbei. Wir waren von der großen Resonanz überrascht“, sagt Mihaela Ciot.

Der große Ansturm zu Beginn sorgte dafür, dass die Regale des Ladens leer geräumt waren und bei einigen Produkten auf Nachschub gewartet werden musste. Die Idee für das eigene Geschäft rührte vor allem daher, dass den beiden die heimischen Produkte fehlten. Viele der Lebensmittel sind im Münsterland und in der Umgebung nicht zu finden. Daher wollen die Inhaber ein Stück Heimat nach Stadtlohn bringen – für sich und für andere. „Gerade Salami und Süßigkeiten wie Cozonac, Eugenia, Pufuleti haben wir vermisst“, meint die 27-Jährige.

„Rumänische Salami besondere Marke“

Zudem haben die beiden in Gesprächen mit ihren Landsleuten aus der Umgebung festgestellt, dass viele bis ins Ruhrgebiet fahren, um Lebensmittel aus ihrer Heimat zu kaufen. „Freunde sind meist 100 Kilometer pro Strecke gefahren. Daher haben wir überlegt, einen eigenen Laden mit Lebensmitteln aus Rumänien und Polen aufzubauen“, erzählt Mihaela Ciot, die zusätzlich noch bei einem Pharmaunternehmen in Ahaus arbeitet.

Vor allem von ihren Mitbürgern aus der ehemaligen Heimat haben die beiden bisher viel Lob bekommen. „Die rumänische Salami ist so bekannt wie die italienische Cabanossi und auch hier vor Ort bei den Leuten sehr beliebt. Die Rumänen aus der Umgebung freuen sich, dass sie hier nun genau die Lebensmittel kaufen können, die sie aus der Heimat kennen“, sagt Mihaela Ciot.

Produkte werden importiert

Mit ihrem Geschäft besetzen sie eine Nische, da es ein Angebot in dieser Form im Kreis Borken nicht gibt. Neben Fleischprodukten in der Kühltheke, salzigen Snacks aus Mais und heimischen Weinen bietet der Laden auch mit Sorte Timisoreana ein außergewöhnliches Bier, das in 2,5 Liter-Flaschen abgefüllt ist. „Das ist unser Standardbier in Rumänien“, berichtet Danut Ciot.

Alle Produkte, die die beiden in ihrem Laden anbieten, werden importiert. Einmal in der Woche fährt Danut Ciot nach Craiova in Rumänien – eine beachtliche Strecke von insgesamt fast 4000 Kilometern. In der ehemaligen Heimat lädt er seinen Bulli mit heimischen Waren voll. Eine zweite Tour geht dann nach Polen.

Dort versucht das Ehepaar, noch einen Großmarkt als Partner zu finden. „Wir hatten schon einen Geschäftspartner in Polen an der Hand, dann haben wir den Vetrag gekündigt, weil es Abstimmungsschwierigkeiten gab. Momentan sind wir mit zwei Händlern als Alternative im Gespräch“, sagt der 27-Jährige.

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Auch viele Menschen aus der Region haben schon in dem Geschäfts eingekauft. Um den hiesigen Bewohnern den Zugang zu den Produkten zu erleichtern, haben die Geschäftsführer Etiketten mit deutschem Text auf jede Ware geklebt. Beim Eröffnungsevent sind viele Stadtlohner vorbeigekommen, um die neuen Lebensmittel aus Polen und Rumänien zu probieren. „Gerade das Bier und die Cevapcici kamen gut bei den Leuten vor Ort an“, meint Mihaela Ciot.

Erweiterung geplant

2014 kam Danut Ciot nach Deutschland. In Rumänien hatte er eine Ausbildung als Elektriker absolviert. In Legden angekommen, arbeitete er dann bei einem Pulverlackbeschichtungsdienst in Legden und machte sich später im Bereich der Autopflege selbstständig. Seine Frau folgte ihm ein Jahr später. Nach einiger Zeit kam dann die Idee, einen eigenen Laden zu eröffnen.

Die Entscheidung, das Geschäft in Stadtlohn zu eröffnen, ist schnell gefallen. „Wir hatten die Wahl zwischen Ahaus und Stadtlohn. Die Immobilie in Stadtlohn hat uns jedoch gleich besser gefallen“, erzählt Mihaela Ciot, Für die nahe Zukunft planen die Inhaber eine Erweiterung des Sortiments.

Früher bereits Lebensmittelladen an selber Stelle

Auch deutsche Produkte wie Eier, Brot oder Obst und Gemüse von lokalen Händlern wollen die beiden Geschäftsleute demnächst in ihre Produktpalette aufnehmen. „Wir haben schon einige Anfragen von Menschen aus dem Ort bekommen, damit die Leute nicht mehr in die Stadt reinfahren müssen, um einzukaufen“, erzählt die 27-Jährige.

Der Clou: Früher war an dem Standort, an dem jetzt der Viktoria Markt eröffnet wurde, ein Supermarkt. Daher sehnen sich viele Stadtlohner nach einem Lebensmittelladen in dem Teil des Ortes zurück.

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