Getöse im Bienenbaum

Reichlich Nektar

Ein Bienenbaum steht in Konerts Garten. Und das seit fast 20 Jahren. Werner Konert ist Imker - und froh, dass er einen solchen Baum hat. Denn der liefert den Bienenvölkern reichlich Nektar und das in einer Zeit, in der andere Pflanzen schon ausgeblüht sind. Leser Hans Stelzig hat uns auf diesen besonderen Baum aufmerksam gemacht.

STADTLOHN

, 30.07.2015, 18:13 Uhr / Lesedauer: 1 min

Eigentlich stammt der Baum, der auch Honigbaum, Samthaarige Stinkesche, Tausendblütenbaum oder - ganz botanisch - als Euodia hupehensis bekannt ist, aus Ostasien, vorwiegend China, und war bis vor gut 50 Jahren in Europa weitgehend unbekannt. Erst im März 1983 verstärkte sich die Verbreitung in Deutschland. "Ein befreundeter Imker hat mir damals den Tipp gegeben", erklärt Werner Konert im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. Der Baum steht von Ende Juni bis Oktober in voller Blüte. Das ist vor allem für die Bruterneuerung der Bienen wichtig. "Wenn man dann unter dem Baum steht, glaubt man, man stehe unter der Orgel im Kölner Dom", beschreibt Konert das Gebrumme der Bienen und Hummeln, die auf Nektarsuche sind.

Artenvielfalt

Aber auch andere Insekten fühlen sich in dem fast 18 Meter großen Baum mit den weißen Blütenrispen bei Konerts wohl. Schmetterlinge und Schwebefliegen werden von den duftenden Blättern angelockt. Aber auch Vögel profitieren von den Samen, kleine rot-braune Kapseln, die der Baum abwirft, und Regenwürmer verarbeiten die heruntergefallenen Blätter. "Das ist schon ein Riesenkerl", sagt Konert stolz. Dabei sei der Platz, an dem der Baum seine Wurzeln schlägt, ein alter Fuhrweg, der nach dem Krieg mit Bombenschutt aufgefüllt wurde.

Baum für Spielplatz

Bei einem Imker in Gescher hat er mal einen weiteren Bienenbaum gesehen. "Das war aber eher ein Busch", so Konert weiter. Ansonsten kenne er keine weiteren Bienenbäume in der Region. Dabei wäre die Stinkesche eine gute Ergänzung zur Monokultur der Maisfelder, die immer weniger Nahrung für Insekten lieferten.

Im Internet stößt man auch auf Gemeinden, die solche Bäume auf Spiel- oder Marktplätzen anpflanzen. Denn der Duft des Baumes sei für Bienen so verlockend, dass selbst Limonade oder Kuchen links liegen gelassen würden. Vielleicht wäre er ja auch was für die Radwegebepflanzung, schlägt Hans Stelzig den Stadtvätern vor. Die Bienen würd's freuen.

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