Gewerbegebiet wächst: Stahlhandel Möllers kann endlich erweitern

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Der Stahlhandel Möllers möchte seit Jahren wachsen und kann nicht, weil die Flächen fehlen. Jetzt gibt es eine Lösung. Trotz des langwierigen Verfahrens gibt es Unternehmerlob fürs Rathaus.

Stadtlohn

, 09.10.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Manfred Möllers jun. freut sich. Endlich zeichnet sich eine Erweiterungsmöglichkeit für seinen Stahlhandel ab. „Da haben wir sehr, sehr lange drauf gewartet“, sagt der Unternehmer.

Südlich und westlich der Boschstraße wird das Gewerbegebiet erweitert. Der Rat der Stadt Stadtlohn hat in seiner jüngsten Sitzung den Bebauungsplan beschlossen. Dadurch kann beispielsweise der Stahlhandel Möllers (Bildmitte) seine geplante Erweiterung umsetzen.

Südlich und westlich der Boschstraße wird das Gewerbegebiet erweitert. Der Rat der Stadt Stadtlohn hat in seiner jüngsten Sitzung den Bebauungsplan beschlossen. Dadurch kann beispielsweise der Stahlhandel Möllers (Bildmitte) seine geplante Erweiterung umsetzen. © Bernd Schlusemann

Das Unternehmen Möllers Stahlhandel wurde 1979 an der Boschstraße gegründet. Seither standen die Zeichen auf Wachstum. Heute beschäftigt der Stahlhandel 50 Mitarbeiter. Doch seit langem stößt das Unternehmen an seine Wachstumsgrenze: Das Firmengrundstück wurde einfach zu klein.

Ein Hektar zusätzlich für den Stahlhandel Möllers

Jetzt hat der Rat der Stadt Stadtlohn den Weg für eine Erweiterung frei gemacht: Das Gewerbegebiet an der Boschstraße kann in südwestliche Richtung wachsen. Der Rat in seiner jüngsten Sitzung den Bebauungsplan für die Erweiterung um mehr als einen Hektar beschlossen. Jetzt muss der Bebauungsplan nur noch veröffentlicht werden, dann ist er gültig.

Südlich und westlich der Boschstraße wird das Gewerbegebiet erweitert. Der Rat der Stadt Stadtlohn hat in seiner jüngsten Sitzung den Bebauungsplan beschlossen.

Südlich und westlich der Boschstraße wird das Gewerbegebiet erweitert. Der Rat der Stadt Stadtlohn hat in seiner jüngsten Sitzung den Bebauungsplan beschlossen. © Markus Gehring

„Hätte ich vorher gewusst, wie lange das Verfahren dauert, dann hätte ich mich wahrscheinlich nach einem neuen Standort in einer anderen Stadt umgeschaut“, gibt Manfred Möllers zu. 2012 übernahm er das Unternehmen in zweiter Generation. „Schon damals war klar, dass wir erweitern müssen. Und schon damals habe ich mich darum bemüht“, sagt Manfred Möllers.

Erweiterung schon 2013 als Ziel beschlossen

Schon 2013 fasste der Planungs- und Bauausschuss einen Aufstellungsbeschluss. Die politische Einigkeit war von Anfang an da. Alle Beschlüsse fassten die Gremien der Stadt einstimmig. Dennoch sollte es sieben Jahre bis zum Herbst 2020 dauern, bis der Rat abschließend den Bebauungsplan verabschieden konnte.

Im Anschluss an die vorhandenen Gewerbebetriebe wird das Gewerbegebiet erweitert. Der Rat der Stadt Stadtlohn hat in seiner jüngsten Sitzung den Bebauungsplan beschlossen.

In diesem Bereich (vorne) wird das Gewerbegebiet erweitert. Der Rat der Stadt Stadtlohn hat in seiner jüngsten Sitzung den Bebauungsplan beschlossen. © Bernd Schlusemann

Warum hat das so lange gedauert? Fachbereichsleiter Mathias Pennekamp spricht von einem komplexen dreistufigen Verfahren mit mehreren öffentlichen Auslegungen.

Entwässerungsfragen waren eine große Herausforderung

In diesem Fall sei zum Beispiel die Frage der Entwässerung aufgrund der Geländebeschaffenheit „ein schwieriges Thema“ gewesen. „Die Fläche, die wir für das Regenrückhaltebecken und die Entwässerungsanlagen brauchen, ist fast genauso groß wie die Erweiterungsfläche“, sagt Mathias Pennekamp. „Wir mussten nachweisen, dass durch die Erweiterung auch bei einem HQ100 eine Beeinträchtigung benachbarter Flächen ausgeschlossen ist.“ Ein HQ100 ist ein Hochwasserereignis, das mit der Wahrscheinlichkeit von 1 zu 100 jedes Jahr erreicht oder überschritten wird.

Aufwendiges Verfahren für den Artenschutz

Geruchsgutachten waren nach Mathias Pennekamps Angaben ebenfalls ein großes Thema. Zudem seien die Ansprüche an den Artenschutz gewachsen. Noch in den 90er-Jahren haben ein ökologischer Ausgleich ausgereicht. Heute müsse durch eine ganzjährige Beobachtung festgestellt werden, ober zum Beispiel Fledermäuse oder bedrohte Vogelarten in dem Plangebiet zuhause sind.

Manfred Möllers hat das Genehmigungsverfahren intensiv beobachtet und begleitet. Er sagt: „Das Verfahren hat sehr, sehr lange gedauert – aber die Stadt kann nichts dafür. Die gesetzliche Lage ist eben so.“ Für das Rathaus-Team hält der Unternehmer dagegen höchstes Lob bereit: „Bürgermeister, Bauamt und Wirtschaftsförderer haben sich wirklich ins Zeug gelegt und alles Mögliche getan.“

Manfred Möllers nimmt schon die nächste Erweiterung in den Blick

„Im neuen Jahr soll mit der Erschließung der neuen Gewerbeflächen begonnen werden“, sagt Mathias Pennekamp. Manfred Möllers hat die fertigen Pläne für drei neue Hallenschiffe bereits in der Schublade liegen.

Sein Blick richtet sich bereits weiter in die Zukunft. Manfred Möllers: „Ich überlege schon, wie die nächste Erweiterung gelingen kann. Ein Unternehmer muss ja 20 Jahre weiter und an die nächste Generation denken.“

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