Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Donnerstag den Stadtlohner Norbert Vos (l.) im Schloss Bellevue zur Gesprächsrunde "Bürgerlage" begrüßt. © Bilderdienst/Jesco Denzel
Bürgerlage

„Großartig“: Bundespräsident lobt Norbert Vos‘ Hönningen-Einsatz

Souverän und sympathisch: Norbert Vos, Maler und Lackierer aus Stadtlohn, hat am Donnerstag beim Bundespräsidenten eine gute Figur gemacht. „Großartig“, lobte am Ende Frank-Walter Steinmeier.

Dass Norbert Vos vor Optimismus und Tatkraft sprüht, wissen viele Stadtlohner längst. Als langjähriger Leiter des Ferienlagers in Hönningen oder als DJK-Fußballtrainer hat er das unter Beweis gestellt. Am Donnerstag hat er sich als Ehrenamtler souverän und sympatisch auf dem Berliner Parkett präsentiert – beim Besuch des Bundespräsidenten.

Wie eine Krise die andere überlagerte

War Norbert Vos aufgeregt? Anzumerken war es dem 54 Jahren alten Stadtlohner nicht, als er am Donnerstag um 11.33 Uhr in kleiner Gesprächsrunde das Wort ergriff. Gewohnt locker erzählte er mit leuchtenden Augen vom gelungenen Start des Zeltlagers an der Ahr, vom Hygienekonzept. „Wir waren in einer anderen, einer neuen Welt, wir hatten richtig schöne Tage“, so Norbert Vos. „Und dann lagerte sich die eine Krise über die andere Krise“ warf der aufmerksam zuhörende Bundespräsident ein.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (M.) nimmt im Schloss Bellevue an der Vierten
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (M.) nimmt im Schloss Bellevue an der Vierten “Bürgerlage” des Bundespräsidenten teil, rechts im Bild: der Stadtlohner Norbert Vos. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Frank-Walter Steinmeier trifft sich seit Dezember 2020 regelmäßig mit sieben Bürgerinnen und Bürgern zur „Bürgerlage“. Im Livestream spricht er mit ihnen über ihre aktuelle Lage in der Pandemie und ihre Sicht auf die weiteren Entwicklungen im Land. Am Donnerstag (19. August) stand das erste persönliche Treffen an. Und zwar in dem Saal des Schlosses Bellevue, in dem Frank-Walter Steinmeier sonst Staatsgäste empfängt.

Norbert Vos erzählte weiter: von den Wetterwarnungen, von der rechtzeitigen Evakuierung des Zeltlagers und der vorgezogenen Abfahrt der Kinder, Jugendlichen und Betreuer, von der Flutwelle der Ahr. „Jetzt haben wir nichts mehr, kein Zelt, kein festes Gebäude. Wir stehen vor dem absoluten Neuaufbau“, erklärte der Stadtlohner dem Bundespräsidenten und bezifferte auch den entstandenen Schaden: 120.000 Euro für Zelte und Equipment, 200.000 Euro für den Pavillon. Er fügte aber relativierend hinzu: „Es sind auch Menschen gestorben. Andere haben Haus und Hof verloren. Bei uns ist es ,nur ein Pavillon‘“.

Norbert Vos zeigt sich zuversichtig

Norbert Vos lobte gegenüber dem Bundespräsidenten auch die große Solidarität in Stadtlohn, die Spendenaktion für Hönningen und für die DJK. Der Bundespräsident ermunterte Vos: „Sie leisten so wichtige ehrenamtliche Arbeit. Da dürfen Sie gerne um weitere Spenden werben.“ Norbert Vos erklärte: „Im nächsten Jahr soll es wieder ein Lager geben. Mein Motto ist immer: ,Alles wird gut!‘“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeigte sich beeindruckt. Er nannte die Leistung von Norbert Vos und den Ehrenamtlichen in Stadtlohn „großartig“. Ein Mitschnitt der insgesamt einstündige Bürgerlage ist in voller Länge auf der Homepage des Bundespräsidialamtes zu sehen.

Tomatenwasser, Senfkornpüree und ein lockerer Präsident

Nach der Gesprächsrunde lud der Bundespräsident Norbert Vos und die anderen Teilnehmer zum Essen ein. Als Vorspeise gab es Tomatenwasser mit Ziegenfrischkäse, das Hauptgericht war ein gewickelter Saibling mit Sud von unreifen Trauben, Schlangengurken und Senfkornpüree. Für Dessertfreuden sorgten Mirabelle und Brombeere mit gefrorenem Rahm. „Es war sehr lecker“, so das Urteil von Norbert Vos.

Mindestens ebenso viel hat ihn aber die „lockere Art“ des Bundespräsidenten im Umgang mit seinen Tischgästen beeindruckt. „Es war wirklich faszinierend!“ Am Samstag trifft sich Norbert Vos erneut in großer Runde mit dem Bundespräsidenten im Schloss Bellevue. Mit dem Gartenfest bedankt sich der Bundespräsident stellvertretend bei Millionen weiteren Engagierten in Deutschland.

„Die eingeladenen Gäste kommen aus unterschiedlichen beruflichen und gesellschaftlichen Bereichen. Eingeladen sind unter anderem Pflegerinnen, Ärztinnen, Erzieher, Forscherinnen, Lehrer, Auszubildende, Studierende, Frisöre, Hebammen, Müllwerker, Bestatter oder Einzelhändler. Sie sind es, die unsere Gesellschaft durch ihr Engagement, ihren Ideenreichtum und mit ihrer Tatkraft in dieser herausfordernden Zeit zusammenhalten und unseren Alltag möglich machen“ so heißt es in einer Pressemittelung des Bundespräsidialamtes.

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Stefan Grothues

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