Abstruse Mordfälle in Rom: Stadtlohner schreibt Kriminalroman

mlzDer Frühling von St. Martin

Bücher hat Heinrich Greving schon einige geschrieben. Doch sein neues Werk ist ein besonderes, keine wissenschaftliche Abhandlung zur Heilpädagogik diesmal. Es wird mörderisch und satanisch.

Stadtlohn

, 07.04.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

50 Schul- und Lehrbücher hat Prof. Dr. phil. habil. Heinrich Greving in 20 Jahren geschrieben. Jetzt hat er Neuland betreten. „Der Frühling von St. Martin“ ist sein erster Kriminalroman. Und es wird nicht der letzte sein. Der 57-jährige Stadtlohner hat gleich eine Trilogie geplant.

„Der Frühling von St. Martin“ ist ein Rom-Roman, so Greving. „Ich finde die Stadt fantastisch“, sagt er. Dienstlich und privat war er schon oft in der italienischen Hauptstadt, die für ihn auch aus (kultur-)historischer Sicht hochspannend ist. Wege, die er gegangen ist, werden jetzt auch seine Leser gedanklich beschreiten können.

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Bei einer seiner Aufenthalte in Rom im November, so erzählt Heinrich Greving, wurde wegen des tollen Wetters der Frühling von St. Martin beschworen. „Das klingt doch wie ein Krimititel“, so erinnert er sich an seine Reaktion damals. Und einen Krimi wollte er immer schon mal schreiben. Obwohl, so ergänzt er, er hatte bei seinem Ausflug in die Trivialliteratur anfangs an einen Splatterroman gedacht. Das war ihm aber dann doch zu flach...

Journalist ermittelt zusammen mit Commissario

Der Titel stand also schnell fest. Für seine Akteure hat der Autor vier Figuren erfunden. Im Mittelpunkt steht der junge Journalist Kai Wenger. Er ist 29 Jahre alt, alleinstehend und neugierig. „Ich brauchte ein unbeschriebenes Blatt, der Spaß hat an der Recherche und den Sachen auf den Grund gehen will“, sagt Heinrich Greving. Eine Figur also, die über die Trilogie hinweg Entwicklungspotenzial hat.

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In Rom soll Kai Wenger für seine deutsche Zeitung über den Vatikan schreiben. Langweilig, wie er findet. Ihm zur Seite steht die Fotografin Sarah Stendal – hübsch, alleinstehend, aber männermordend. Dritter im Bunde der Ermittler ist Commissario Mauricio Cirollina. Alle drei müssen mehrere abstruse Mordfälle klären, in denen die vierte Figur eine Rolle spielt: ein Kardinal.

Mehr will Heinrich Greving nicht verraten. Sein Klappentext immerhin beschreibt den Täter so: „Der Unbekannte und Namenlose ist hochgewachsen, intelligent, sportlich, kaltblütig... geheimnisvoll...abgrundtief böse...mythisch satanisch. Es ist lange nicht klar, woher er kommt und wohin er geht. Er erscheint manipulativ...unmenschlich.“ Und ja, der Vatikan spielt auch eine Rolle.

Subtext erzählt von der Auseinandersetzung mit dem Anderssein

Die spannende Geschichte entwickelt sich auf 350 Seiten. Aber es gibt noch mehr zu entdecken. Greving geht es um die Auseinandersetzung mit Fremdheit und Anderssein und die scheinbare Bedrohung, die davon ausgeht. „Da kann ich doch nicht aus der Haut des Heilpädagogen“, sagt er lächelnd.

Schreiben ist Handwerk, so sagt der Stadtlohner. Aber: Einen Krimi zu schreiben, das sei doch etwas ganz anderes, als wissenschaftliche Texte zu verfassen. Ganz neu war der Stilwechsel nicht. Heinrich Greving schreibt Songtexte und hat sich „auch schon mal an einem Jugendroman versucht“.

„Es macht mir Spaß, Figuren durch eine Geschichte zu führen“, erzählt der Autor. „Nach den ersten 100 Seiten habe ich gemerkt, dass die Entwicklung der Geschichte und der Charaktere mehr Tiefenschärfe braucht.“ Deshalb wird es eine Trilogie werden. Die Titel der drei Bücher steht schon fest, Anfang und Ende der nächsten beiden Bände sind auch schon im Kopf, der Rest dazwischen wird sich entwickeln genau wie beim ersten Band. Band 2 wird sich in den Tagen um Ostern abspielen, Band 3 um Weihnachten.

Jeder Band braucht etwa eineinhalb Jahre

Freunde und Kollegen, denen er seinen Erstling zu lesen gegeben hat, haben ihm gute Rückmeldungen gegeben. Und nach dem nächsten Band gefragt, weil sie weiterlesen wollen. Das bestätigt Henrich Greving in seiner Arbeit. Auf den nächsten Band werden Leser allerdings noch etwas warten müssen. Eineinhalb Jahre, so rechnet er, braucht jedes Buch – ein schließlich der Bearbeitungen, den Zeiten, in denen das Manuskript ruht, bevor dann nochmal daran gefeilt wird.

Und dann ist ja auch noch seine Haupttätigkeit an der Katholischen Hochschule in Münster, wo Henrich Greving seit 20 Jahren Heilpädagogik lehrt. Seit 2013 ist er außerdem an der Universität Hamburg Privatdozent, wo Professionalisierungsmaßnahmen in der Heilpädagogik seinen Schwerpunkt bilden.

Krimi ist erhältlich in der Buchhandlung Wüllner

Für seine Fachbücher arbeitet Greving mit drei, vier Verlagen seit Jahren vertrauensvoll zusammen. Für sein Krimidebüt hat der 57-jährige keinen Verlag gefunden. „Ein Erstlingswerk mit 57 Jahren, da wird es schwer“, sagt er. Erhältlich ist das Taschenbuch über Amazon oder als Kindle-Ausgabe. Viel lieber ist es Heinrich Greving ab er, wenn Leser das Buch in der Buchhandlung Wüllner in Stadtlohn kaufen würden. Dort gibt es exklusiv die gedruckten Exemplare.

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