Heinz Garwer sucht Erinnerungsstücke an die „gute alte Eisenbahnzeit“

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Das WLE-Eisenbahnmuseum birgt viele kleine und große Schätze. Museumschef Heinz Garwer ist sich aber sicher, dass noch viele Kostbarkeiten auf Dachböden schlummern. Er wirbt um Leihgaben.

Stadtlohn

, 27.02.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor ziemlich genau 35 Jahren verließ die letzte Lok der Westfälischen Landeseisenbahn (WLE) den Stadtlohner Bahnhof. Doch die Erinnerung an die Eisenbahngeschichte bleibt in Stadtlohn lebendig – dank Heinz Garwer und seiner Sammlerleidenschaft. Seit 1996 betreibt er mit dem Eisenbahnclub Stadtlohn das WLE-Eisenbahnmuseum im alten Lokschuppen des Bahnhofs.

Kindheitstraum vom Lokomotivführer

Heinz Garwer hat die historische Fahrt von 1984 mit der Super-8-Film-Kamera festgehalten. Schon seit Kindertagen wollte er Lokomotivführer werden. Mit diesem Ziel machte er Anfang der 1960er-Jahre sogar eine Schlosserausbildung. 1964 empfahl ihm aber ein alter WLE-Eisenbahner mit Weitblick: „Junge, wenn du Eisenbahner wirst, dann kannst du auf Dauer nicht in Stadtlohn bleiben. In 20 Jahren sind wir hier weg.“ Der Traum vom Lokomotivführer war damit ausgeträumt. Die Leidenschaft für die Bahn aber blieb.

1985 gründete Heinz Garwer mit Gleichgesinnten den Eisenbahnclub Stadtlohn. 1996 eröffnete das Eisenbahnmuseum im alten Lokschuppen. Von der Dampflok bis zur historischen Zugfahrkarte, vom Stellwerk bis zur Draisine, von historischen Fotos bis hin zu Modellen nimmt das Museum seine Besucher mit auf eine Zeitreise durch 100 Jahre Eisenbahngeschichte in Stadtlohn.

Vitrine zeigt alljährlich neue Leihgaben

Noch hält das Museum seinen Winterschlaf. Von April bis Oktober aber ist es wieder an jedem ersten Sonntag des Monats geöffnet. „Im letzten Jahr haben sich an sieben Öffnungstagen 400 Gäste ins Museumsbuch eingetragen. Hinzu kamen noch 18 Hochzeitsgesellschaften, die das Ja-Wort im Personenwagen des Museums mit einem Ausstellungsbesuch verbanden. „Die Drittklässler aus den Stadtlohner Grundschulen, die das Eisenbahnmuseum an ihren Wandertagen besuchen, müssen auch noch hinzugezählt werden“ sagt Heinz Garwer.

Jedes Jahr gestaltet der Museumschef eine der Vitrinen mit neuen Leihgaben. „Ich möchte den Besuchern ja immer etwas Neues bieten.“ Für dieses Jahr aber steht er noch mit leeren Händen da. „Ich suche dringend neue Leihgaben.“ Heinz Garwer ist sich sicher, dass in Kellern, auf Dachböden, in Familienarchiven oder Fotoalben noch Eisenbahnerschätze schlummern. „Das könnten Laternen, Mützen, Haltekellen, Urkunden oder irgendetwas anderes sein, das mit der WLE oder mit dem Stadtlohner Bahnhof zusammenhängt.

Die meisten alten WLE-Eisenbahner leben nicht mehr

Von den etwa 130 Beschäftigten, die noch in den 1970er- oder 1980er Jahren für die WLE in Stadtlohn arbeiteten, leben nur noch sehr wenige, weiß Heinz Garwer. Aber er weiß auch, dass zum Ende der Eisenbahngeschichte viele Eisenbahner Souvernirs aus ihrer Arbeitswelt gerettet haben. „Damals waren die Leute ja noch richtig stolz, für die WLE zu arbeiten. Und die Erinnerungstücke müssen ja noch irgendwo sein“, so Garwer. In Stadtlohn hat er das Feld schon abgegrast. Er hofft aber noch auf die Nachkommen der WLE-Beschäftigten in Heek, Südlohn und Vreden. Garwer: „Wir nehmen alles. Und wir wollen es nur für ein halbes Jahr ausleihen. Die Leute kriegen alles zurück.“

  • Wer Leihgaben für das Eisenbahnmuseum zu Verfügung stellen kann, erreicht Heinz Garwer unter Tel. (0170) 5483557
  • Das Museum im alten Lokschuppen am Bahndamm 4 in Stadtlohn ist von April bis Oktober an jeden 1. Sonntag im Monat von 14.30 bis 18 Uhr geöffnet.
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