Freuen sich über die neuen iPads für Schüler und Lehrer (von links): die Leiterin der Losbergschule Birgit Kentrup, Bürgermeister Berthold Dittmann, der Erste Beigeordnete Günter Wewers, Fachbereichsleiter Klaus-Dieter Weßing und EDV-Administrator Hermann Heumer. © Stefan Grothues
Distanzunterricht

Homeschooling macht in Stadtlohn Fortschritte, auch wenn es noch holpert

Der Start des Distanzunterrichts für über 2500 Schülerinnen und Schüler hat auch in Stadtlohn etwas geholpert. Schulleiterin Birgit Kentrup sieht aber Fortschritte. Neue iPads gehören dazu.

Reibungslos verlief der Start des Distanzunterrichts am Montag auch in Stadtlohn nicht. Der Schulserver IServ, den alle acht Stadtlohner Schulen nutzen, ging unter der Last des gleichzeitigen Ansturms vieler Klassen und Kurse in die Knie. Von einem klassischen Fehlstart aber will Birgit Kentrup, die Leiterin der Losbergschule, nicht sprechen.

Birgit Kentrup richtet den Blick nicht allein auf den ersten Schultag nach den Weihnachtsferien, sondern nimmt die letzten zwölf Monate in den Blick: „Vor einem Jahr hätte niemand gedacht, dass wir mit der Digitalisierung der Schulen so schnell so weit vorankommen würden.“ Es habe sich bewährt „step by step“ voranzugehen, um möglichst „alle Kollegen, Schüler und Eltern“ mitzunehmen. Auf das Homeschooling hätten sich schon im vergangenen Jahr alle Klassen mit regelmäßigen Probeläufen vorbereitet.

Die technischen Fortschritte benennt Birgit Kentrup auch ganz konkret: Glasfaseranschluss für alle Schulen, eine gute, wenn auch noch nicht lückenlose W-Lan-Abdeckung, mehrere Klassensätze mit iPads. Fachbereichsleiter Klaus-Dieter Weßing nennt die konkreten Zahlen: „Im Rahmen des Vital-Projekts Berkel-Schlinge wurden 267 iPads für knapp 129.000 Euro angeschafft.“ 115 Geräte gingen an die vier Grundschulen, 60 an die Losbergschule, 32 an die Herta-Lebenstein-Realschule und 60 an das Geschwister-Scholl-Gymnasium. Diese Geräte werden bei Bedarf auch Schülerinnen und Schülern für das Homeschooling zur Verfügung gestellt.

1,2 Millionen Euro für die Digitalisierung der Stadtlohner Schulen

Klaus-Dieter Weßing betont: „Wir haben schon im September im Rahmen des Digitalpaktes weitere 311 iPads für Schüler und 249 für Lehrer bestellt. Die Lieferung ist bis Ende Januar zugesagt worden.“ Kostenpunkt: knapp 260.000 Euro.

Zudem werden in dieser Woche in der Gescher-Dyk-Schule neue Beamersysteme und Touchscreen-Monitore in den Klassenräumen installiert. Die anderen Schulen folgen nach und nach. Die Kosten für die Präsentationssysteme und weitere Maßnahmen des Digitalpaketes belaufen sich für alle städtische Schulen auf über 842.000 Euro. Der Eigenanteil der Stadt liegt bei zehn Prozent. Summa summarum fließen in diesen Monaten mehr als 1,2 Millionen Euro in die Digitalisierung der Stadtlohner Schulen.

Bürgermeister lobt pragmatische Fortschritte

Bürgermeister Berthold Dittmann freut sich über die „pragmatischen Fortschritte“. Dittmann: „Es wäre hervorragend, wenn wir diesen Digitalisierungsschwung auch in die Nach-Coronazeit mitnehmen könnten.“ Der Erste Beigeordnete Günter Wewers sieht die Stadtlohner Schulen bei der Umsetzung des Digitalpaktes „kreisweit ganz vorne.“

Und doch kam es am Montagmorgen auf dem IServ-Server zum Datenstau. „Das war ein landesweites Problem“, sagt Hermann Heumer, der die Stadtlohner Schulen als EDV-Systemadministrator betreut. Es müsse noch technisch nachgerüstet werden. Birgit Kentrup: „Die EDV-Abteilung macht alles, was möglich ist.“ IServ ist auch ihrer Sicht auch die richtige Serverwahl. „Das System bietet so viele pädagogische Möglichkeiten. Ich halte es auch für gut, dass alle Stadtlohner Schulen das System nutzen. Das macht es für Eltern mehrerer Kinder und für Schulwechsler einfacher.“

Übergangslösungen mit analogen Übungsblättern

Um den Datenstau oder technische Unzulänglichkeiten in den Haushalten der Schüler zu umgehen, setzt die Losbergschule auch auf analoge Zwischenlösungen: Arbeitsblätter können die Schüler zu festgelegten Zeiten auch in der Schule abholen und die Auflösungen per Handyfoto an ihre Lehrer schicken.

Schönreden will Birgit Kentrup die Situation aber nicht. „Ich weiß, den Eltern wird durch das Homeschooling viel abverlangt. Sie haben auch mein absolutes Mitgefühl.“ Und trotz aller digitalen Fortschritte ist Birgit Kentrup davon überzeugt: „Der Präsenzunterricht ist unersetzlich.“ Sie hofft, dass er im Februar zumindest wieder für die fünften und sechsten Jahrgänge sowie für den zehnten Jahrgang stattfinden kann. „Sonst drohen einige Schüler trotz aller digitalen Videokonferenzen abgehängt zu werden.“

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