Hopfenheld Thomas Redders zeigt Bierbraukunst in Stadtlohn

mlzBierbrau-Seminar

Thomas Redders ist ein Hopfenheld. Der gebürtige Stadtlohner fand über die Volkswirtschaft und den Schiffbau zum Gerstensaft. Der Student der Brauereitechnologie zeigt, wie man Bier selbst braut.

Stadtlohn

, 02.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn Thomas „Tommy“ Redders am Donnerstag von Berlin nach Stadtlohn reist, dann hat er einen Extra-Koffer dabei. Darin enthalten: das Herzstück seiner kleinen aber feinen Bierbrau-Apparatur: der Maischkessel aus Edelstahl. Der Student der Brauerei- und Getränketechnologie an der TU Berlin zeigt am Samstag in seiner Heimatstadt allen interessierten Bierfreunden, wie sie aus Wasser, Malz, Hopfen und Hefe ihr eigenes kühles Blondes kreieren können.

Und er sieht sich auf einer Mission. „Ich würde mich freuen, wenn ich den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Vielfalt jenseits der ,Fernsehbiere‘ wie Krombacher und Veltins zeigen könnte. Es wäre schön, wenn sich die Biertrinker Gedanken darüber machen, was sie trinken“, sagt der 29-Jährige. „Und ich hoffe, dass der eine oder andere mal selbst den Schritt wagt, sein eigenes Bier zu brauen.“

Thomas Redders wird mit den Seminarteilnehmern auch ausgewählte Biere verkosten.

Thomas Redders wird mit den Seminarteilnehmern auch ausgewählte Biere verkosten. © privat

Wie wurde denn Thomas Redders selbst zum akademischen Hopfenhelden? War der Berufswunsch schon zum Abitur am Geschwister-Scholl-Gymnasium gereift? „Nein“, sagt Thomas Redders, „daran habe ich damals überhaupt noch nicht gedacht.“ Nach dem Abi nahm er das Studium der Volkswirtschaft in Freiburg auf. „Ich habe habe aber bald gemerkt, dass es mir doch zu abstrakt ist.“ Das Studium hat er aber dennoch mit einem Bachelorabschluss zu Ende gebracht.

Schiffbaustudium war zu trocken

Doch dann überlegte er sich, am Bodensee eine Bootsbauerlehre zu machen. „Mit dem Lohn hätte ich mir dort aber nicht einmal eine Wohnung leisten können.“ So entschied er sich für ein Schiffsbaustudium in Hamburg. Doch auch dieses Studium verlor sich aus Sicht von Thomas Redders im Abstrakten oder im Detail. „Es war einfach zu trocken.“

Finanziert hat sich der Stadtlohner sein Studium in Hamburg über Jobs in der Gastronomie, zum Beispiel in der bekannten „Bullerei“. Dort gab es einen Sommelier, der sich auch für exquisite Biere interessierte. Auf Bierabenden mit Brauern und anderen Experten gewann Thomas Redders ganz neue und faszinierende Einblicke in die Welt des Gerstensaftes.

„Es gibt so viele kleine Stellschrauben zu drehen“

2017 wechselte er an die Technische Universität Berlin zum Studium der Brauereitechnik und ist glücklich mit seiner Studienwahl: „Das Studium ist praxisorientiert. Das Produkt kennt nicht nur jeder, es ist auch beliebt. Mein erstes eigenes Bier habe ich mit einfachsten Mitteln gebraut – so schmeckte es dann aber auch.“

Inzwischen ist er aber selbst Experte, der sein Wissen gerne weitergibt. Auch wenn er bescheiden sagt: „Das was ich mache ist okay. Aber richtig gut bin ich noch nicht. Dazu gehört noch mehr Know-how, mehr Erfahrung. Es gibt so viele kleine Stellschrauben zu drehen.“ Er selbst experimentiert auch gerne mal mit Beeren, Kräutern oder Zitronenschalen.

Als Redakteur des Online-Biermagazin „Hopfenhelden“ porträtiert Thomas Redders Craft-Beer-Brauer der Extra-Klasse. In Praktika hat er schon einige Craft-Beer-Brauereien kennengelernt. „Berlin ist definitiv die Craft-Beer-Hauptstadt“, sagt der Brautechnik-Student.

Für den Bierbraukurs in Stadtlohn sind noch Anmeldungen möglich

Für den Bierbraukurs inklusive Bierverkostung im Garten der Eltern von Thomas Redders bietet das JFB Stadtlohn zwei Termine an: Samstag, 4. Juli, oder Samstag 11. Juli, jeweils von 14.30 bis 19.30 Uhr. Die Teilnahme kostet 69 Euro. Bei großem Interesse könnte auch noch ein dritter Termin gefunden werden, sagt Kristin Siefker-Huels vom JFB. Anmeldungen nimmt das Jugend- und Familienbildungswerk unter Tel. (02563) 969714 oder 969717 entgegen.

Noch ein Blick ins Bierglas: Wie sieht die Zukunft von Thomas Redders aus? „Am liebsten würde ich nach dem Studium einige Jahre in einer großen Brauerei arbeiten“, sagt er. „Aber mein größter Traum wäre es, in 10 oder 15 Jahren eine eigene kleine Brauerei zu betreiben.“

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt