Vor allem am Samstag war der Andrang im neuen Schnelltestzentrum groß. Rund 200 Menschen aus Stadtlohn und Umgebung ließen sich testen. © Johannes Schmittmann
Schnellteststation

Hunderte Stadtlohner nutzen kostenlose Tests am ehemaligen Wertstoffhof

Am ehemaligen Wertstoffhof besteht seit wenigen Tagen die Möglichkeit, sich kostenlos testen zu lassen. Der Andrang ist groß. Die gute Nachricht: positive Fälle sind die absolute Ausnahme.

Die Laune an der Heinestraße ist gut an diesem sonnigen Samstagvormittag. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich in diesem Jahr noch ein Schützenfestzelt betrete“, sagt ein älterer Mann, als er sich am Eingang anmeldet. Dem jungen Mitarbeiter, Dominik Nienhaus aus Ahaus, zeigt er nach dem Scannen des QR-Codes seine Buchungsnummer vor – und schon darf er zu einem der sechs Schalter vorrücken. Stäbchen rein, Stäbchen raus. Fertig. 20 Minuten später erhält er das Ergebnis auf das Smartphone: negativ.

Die Mitarbeiterinnen von Bernd Busert wurden vom DRK geschult und führten die Tests unter strengen Hygienevorschriften durch.
Die Mitarbeiterinnen von Bernd Busert wurden vom DRK geschult und führten die Tests unter strengen Hygienevorschriften durch. © Johannes Schmittmann © Johannes Schmittmann

An Nachfrage fehlt es dem neuen Schnelltestzentrum am ehemaligen Stadtlohner Wertstoffhof definitiv nicht. Beim Probedurchlauf am Donnerstag ließen sich erstmals rund 50 Männer und Frauen auf das Coronavirus testen. Schon am Freitag stieg diese Zahl auf 130.

Info: Die neue Teststelle am ehemaligen Wertstoffhof, Heinestraße 8, hat montags bis freitags von 15 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 15 Uhr geöffnet. Terminbuchung unter: www.corona.chayns.de oder täglich telefonisch von 18.30 bis 20.30 für den Folgetag unter Tel. (02563) 20 64 00.

Am Samstagmorgen staute es sich dann sogar am Drive-in-Schalter. 184 Personen hatten allein über die mobile App einen Termin vereinbart. Rund 20 weitere am Vorabend per Telefon. Und spontane Buchungen kommen auch noch rein.

DRK schulte Buserts Mitarbeiter

Bernd Busert, Inhaber von der Eventfirma „Zelte Stockhorst“, hat das Projekt auf die Beine gestellt. Unter der Woche wurde sein Team vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) in einem Kurs mehrere Stunden genau geschult. Seitdem läuft der Betrieb an der Heinestraße – bisher weitgehend problemlos. Nur an der ein oder anderen Stelle wurden noch Verbesserungen vorgenommen.

„Wir haben gesehen, dass unsere Kapazität deutlich größer ist, als zunächst angenommen. Daher haben wir die Terminanzahl verdoppelt“, sagt Busert. Bis zu 800 Tests könnten seine Mitarbeiter durchführen. „Diese Zahl werden wir aber, glaube ich, nie erreichen. Zum Wochenende ist der Andrang groß, doch unter der Woche wird sich das einpendeln“, sagt er. Bernd Busert steht dabei in engem Austausch mit dem Ahauser Software-Entwickler Tobit.Labs. Über die Tobit-Plattform „Chayns“ wird quasi alles abgewickelt: Buchung, Einchecken, Sendung des Testergebnisses, Übermittelung ans Gesundheitsamt.

Die kurzen Wege machen sich hier bezahlt. „Wenn man da einen Verbesserungsvorschlag macht, wird er von den Software-Entwicklern in der Regel auch schnell umgesetzt.“ Ein Beispiel: Aktuell stoppen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die 15 Minuten bis zum Schnelltestergebnis noch per Hand. Das hat in Stoßzeiten zur Folge, dass alle 30 Sekunden irgendwo ein Alarm klingelt. „Das lässt sich sicherlich auch in die Software integrieren“, glaubt Busert.

Das Einchecken erfolgt in der Regel digital. Anschließend geht es weiter zu den Schnelltest-Schaltern.
Das Einchecken erfolgt in der Regel digital. Anschließend geht es weiter zu den Schnelltest-Schaltern. © Johannes Schmittmann © Johannes Schmittmann

Auch an anderer Stelle funktioniert die Zusammenarbeit. Großes Lob spricht er den SVS Versorgungsbetrieben und „Telkodata“ aus. „Sie kamen am Donnerstag spontan vorbei und haben hier unentgeltlich einen Glasfaseranschluss gelegt. Das hat uns sehr geholfen, weil das Internet hier vorher ziemlich schlecht war.“

Bisher nur zwei positive Tests

Ziel der bundesweiten Testkampagne ist es, asymptomatisch Infizierte zu entdecken und Infektionsketten zu unterbrechen. Doch gibt es überhaupt positive Fälle? „Ja“, sagt Bernd Busert, „aber nur sehr wenige.“ Am Freitag und Samstag schlug je ein Test an. In solchen Fälle werden die (wahrscheinlich) Infizierten sofort benachrichtigt und dazu aufgefordert, sich innerhalb der nächsten zehn Stunden per PCR-Test nachtesten zu lassen. Diese Methode wird von Experten als „Goldstandard“ bezeichnet und entscheidet am Ende, ob eine Quarantäne erforderlich ist oder nicht.

Info: Die neue Teststelle am ehemaligen Wertstoffhof, Heinestraße 8, hat montags bis freitags von 15 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 15 Uhr geöffnet. Terminbuchung unter: www.corona.chayns.de oder täglich telefonisch von 18.30 bis 20.30 für den Folgetag unter Tel. (02563) 20 64 00.

Über den Autor
1991 in Ahaus geboren, in Münster studiert, seit April 2016 bei Lensing Media. Mag es, Menschen in den Fokus zu rücken, die sonst im Verborgenen agieren.
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Johannes Schmittmann

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