Udo Schlüter (vorne) und sein Küchenteam freuen sich auf den Neustart im Hundewicker Bahnhof. © Stefan Grothues
Neustart

Im Hundewicker Bahnhof steht die Küche ab Freitag wieder unter Dampf

Nur einen Monat nach der Insolvenz des Pächters steht im Hundewicker Bahnhof die Küche wieder unter Dampf. Ab Freitag sind Gäste im Restaurant willkommen. Ein Neuanfang mit einem alten Hasen.

Der Bierhahn ist frisch poliert. In der Küche bereiten Helfer schon die Salatsaucen vor. Und das Serviceteam wischt noch einmal die Gasträume feucht durch. Koch Udo Schlüter (49) strahlt. „Ist das nicht herrlich!“, sagt er. Und: „Der Hundwicker Bahnhof lebt!“. Ab Freitag, 16. Juli, wird ab 14.30 Uhr wieder Schnitzelduft durch das Lokal wehen, während im Biergarten fröhliches Stimmengewirr erklingt.

Damit geht ein dunkles Kapitel zu Ende. Nach dem langen Corona-Winter hatte der bisherige Pächter Klaus Konert vor einem Monat Insolvenz angemeldet. Das war der Tiefpunkt einer Krise des Traditionsrestaurants, das genau auf der Grenze zwischen der Stadt Stadtlohn und der Gemeinde Südlohn liegt.

Besonders für Udo Schlüter waren die letzten Monate eine schwierige Zeit. Man darf den Koch getrost die „Seele des Hundewicker Bahnhofs“ nennen. Vor 33 Jahren trat er hier in der Küche seine Kochlehre an. Hier verbrachte er fast sein ganzes Berufsleben. Nach seinem Paprikarahmschnitzel und seinem Vitello Tonnato (Kalbfleisch mit Thunfisch-Kapern-Sauce) lecken sich viele Gäste die Finger.

Udo Schlüter stand bislang in der zweiten Reihe, die Geschäftsführung lag früher bei Dieter Wittmann, der 2018 überraschend verstarb, und danach bei Klaus Konert, der im Juni als insolventer Pächter ausgeschieden ist.

Udo Schlüter übernimmt jetzt die gastronomische Verantwortung

Künftig wird Udo Schlüter die gastronomischen Geschicke des Hundewicker Bahnhofs selber lenken. Für die richtigen Zahlen und den betriebswirtschaftlichen Erfolg sorgen im Hintergrund die Eigentümerfamilien Folgner und Küpers, die jetzt eine Betreibergesellschaft gegründet haben.

Es wird wieder heiter: In den Biergarten des Hundewicker Bahnhofs kehrt ab Freitag das gastronomische Leben zurück. Darauf freuen sich Stefanie Folgner von der Eigentümergemeinschaft und Koch Udo Schlüter.
Es wird wieder heiter: In den Biergarten des Hundewicker Bahnhofs kehrt ab Freitag das gastronomische Leben zurück. Darauf freuen sich Stefanie Folgner von der Eigentümergemeinschaft und Koch Udo Schlüter. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

Stefanie Folgner ist genauso glücklich wie Udo Schlüter. „Wir haben immer an den Erfolg des Hundwicker Bahnhofs geglaubt. Das Restaurant war immer eine gute Adresse mit einer erfolgreichen Küche. Und es ist super gelegen an einem Knotenpunkt für Radfahrer aus Stadtlohn, Südlohn und Gescher.“

Das Team hält dem Restaurant die Treue

Dass Uwe Schlüter und sein sechsköpfiges Team fast unverändert dem Hundewicker Bahnhof über die schwierige Zeit hinweg trotz einiger Abwerbeversuche die Treue gehalten haben, erfreut sie sehr. Aber es überrascht sie nur wenig: „Udo ist ja das Herz des Restaurants. Er gehört einfach hierher.“ Froh ist Stefanie Folgner auch, dass nur vier Wochen nach der Insolvenz des Pächters mit dem Insolvenzverwalter alle offenen Fragen geklärt werden konnten. Jetzt steht dem Neustart nichts mehr im Wege.

Stefanie Folgner und Alfons Küpers hatten die Immobilie in Hundewick 2010 erworben. „Wir wussten, die Gaststätte hat Zukunft“, sagt Stefanie Folgner. So investierten die Eigentümer auch 2014/15 in den neuen Saal, der bis zu 140 Gäste fasst, und später auch in eine neue Küche.

Neustart mit drei Hochzeiten

Kindstaufen, Hochzeiten und andere Gesellschaften bilden neben der Tageskarte und dem Ausflugsgeschäft ein wichtiges Standbein des Hundwicker Bahnhofs. Reservierungen, die vor der Insolvenz abgesprochen wurden, sollen weiterhin gelten. „Am besten sprechen die Gäste das mit uns noch einmal durch“, sagt Udo Schlüter. Voller Tatendrang freut er sich auf die drei Hochzeitsgesellschaften im August.

Und er hofft auf ein volles Haus am Freitag, wenn er wieder alle Ausflugsgäste à la carte willkommen heißt. Darunter werden auch die Familien Folgner und Küpers sein. Stefanie Folgner freut sich schon. Weil der Laden dann wieder läuft. Und weil sie schon genau weiß, was sie bestellen wird: ein Carpaccio als Vorspeise und danach ein Lachssteak.

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Stefan Grothues

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