Über 100 Impfungen verspritzte das mobile Impfteam des Kreis Borken auf dem Markt in Stadtlohn. © Till Goerke
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Impffestival Stadtlohn: Über 100 Impfungen bei spontaner Lightversion

Nicht alles war am Samstag (17. Juli) so wie ursprünglich mal angedacht. Doch das Impffestival in Stadtlohn war dennoch ein großer Erfolg. Und das nicht nur wegen der Anzahl der Impfungen.

Es hatte etwas von einer kleinen Zeltstadt mit Fuhrpark. Mitten auf dem Markt in Stadtlohn standen am Samstag (17. Juni) vom frühen Morgen bis zum späten Nachmittag Zelte, ein Bus und weitere Fahrzeuge. Auf einer Bühne legten drei DJs im Wechsel Platten auf. Doch längst war beim Impffestival nicht alles so wie ursprünglich mal geplant.

Denn so kurzfristig wie die Idee des Impffestivals durch die Organisatoren des Dogeball Beach-Cup 2021, Hendrik Kemper und Martin Bienhüls, aufflammte, so kurzfristig wurde sie auch wieder eine Nummer kleiner. Aus Rücksicht auf all jene Menschen, die das Jahrhundert-Unwetter in NRW und Rheinland-Pfalz so schwer getroffen hat.

Das Impfen stand im Mittelpunkt

„Wir können hier nicht feiern, während viele andere Menschen nach dem Unwetter vor dem Nichts stehen“, machte Hendrik Kemper klar. Darauf habe man sich am Freitag (16. Juli) auch mit dem Kreis verständigt. Also standen nicht das Impfen und Feiern im Mittelpunkt, sondern nur das Impfen. „Die Sache an sich ist gut und wichtig, darum bieten wir das heute hier auch an.“

Die Impfwilligen kamen in Schüben – am Ende waren es 125 Personen, die sich impfen ließen.
Die Impfwilligen kamen in Schüben – am Ende waren es 125 Personen, die sich impfen ließen. © Till Goerke © Till Goerke

Kemper und Bienhüls selbst sehen sich dabei als Initiatoren des Ganzen. Das Impfen lag in den Händen eines mobilen Impfteams des Kreises. Dieses rückte gegen 9 Uhr an, um alles vorzubereiten. Zu diesem Zeitpunkt war der DRK-Ortsverein schon zwei Stunden damit beschäftigt, die gut 20 Meter lange Impfstraße auf dem Markt aufzubauen.

Polizei und Ordnungsamt waren von Beginn an mit vor Ort, um für Ordnung zu sorgen. „Es ist alles ruhig, wir haben alles unter Kontrolle“, so einer der Beamten im Gespräch mit der Redaktion. Und dabei blieb es auch bis zum Ende gegen 16.30 Uhr.

Bereits um 11 Uhr viele Impfwillige da

Davon ab hatte sich passend zum Start um 11 Uhr bereits eine erste Schlange gebildet, wie Hendrik Kemper berichtet. Jeder Impfwillige musste sich nach der Anmeldung in den DRK-Bus für das Aufklärungsgespräch begeben. Vorne rein, hinten raus und dann in eines der drei Impfzelte. Innerhalb weniger Minuten hatte jeder seine Impfung.

Der DRK-Ortsverein um Jürgen Rave baute die Impfstraße ab 7 Uhr morgens.
Der DRK-Ortsverein um Jürgen Rave baute die Impfstraße ab 7 Uhr morgens auf. © Till Goerke © Till Goerke

Auch Martin (21) und Sara (23) gehörten dazu. Sie beide, so sagen sie, kämen nicht aus Stadtlohn, hätten aber auf der Internetplattform Facebook von der Aktion gelesen und spontan entschieden, vorbeizukommen. „Das geht hier alles superschnell, das hätte ich nicht gedacht“, so der 21-Jährige. Und seine Begleiterin ergänzt: „Und es ist so schön unkompliziert.“

Genau darauf kam es den Initiatoren auch an. „Es ist ganz bewusst ein niedrigschwelliges Angebot. Wir hoffen, so möglichst viele Menschen zu erreichen“, erklärte Hendrik Kemper. Und diese Rechnung ging voll auf.

125 Impfungen wurden verpiekst

Bereits gegen 13 Uhr hatten sich 45 Personen eine Impfung „abgeholt“. Am Ende des Tages waren es dann 125. Verimpft wurde ausschließlich der Impfstoff von Biontech. Jeder der 125 Geimpften hat übrigens auch direkt seinen Zweittermin bekommen. Dieser kann entweder beim Hausarzt oder im Kreisimpfzentrum in Velen wahrgenommen werden.

Auch Landrat Dr. Kai Zwicker ließ es sich nicht nehmen, die Lightversion des Impffestivals anzuschauen. „Ich kann den Initiatoren nur für dieses Engagement danken“, sagte er und hob hervor: „Das hier könnte ein echtes Pilotprojekt werden.“ Will heißen, die Sache mit dem mobilen Impfteam samt Bus könnte auch in anderen Kreiskommunen bald Realität werden.

Im Impfbus wurden die Aufklärungsgespräche geführt – vorne einsteigen, hinten aussteigen und dann in eines der Impfzelte gegenüber war das Motto.
Im Impfbus wurden die Aufklärungsgespräche geführt – vorne einsteigen, hinten aussteigen und dann in eines der Impfzelte gegenüber war das Motto. © Till Goerke © Till Goerke

„Es wäre kein Problem, auch direkt im Bus zu impfen“, stellte Jürgen Rave vom DRK klar. Vorne rein und hinten mit Impfung raus – so könnte es bald aussehen. „Wir sind jedenfalls sehr zufrieden mit dem heutigen Tag und Ergebnis“, bilanzierte Hendrik Kemper.

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