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Noch rund 500 Tage bis zur Kommunalwahl: Im Herbst 2020 wählen die Stadtlohner einen neuen Bürgermeister. Die Kandidaten stehen noch nicht fest. Sicher ist: Der Amtsinhaber tritt nicht an.

Stadtlohn

, 16.05.2019 / Lesedauer: 4 min

Im Stadtlohner Rathaus wird im Herbst 2020 der Chefsessel frei. Amtsinhaber Helmut Könning (CDU) wird bei der Bürgermeisterwahl, die nächstes Jahr im September oder Oktober stattfinden wird, nicht erneut antreten. Das bestätigte er am Dienstag im Gespräch mit unserer Redaktion. Amtsmüde sei er nach mittlerweile 16 Jahren im Amt nicht. Und eigentlich spricht er auch nicht gerne übers Aufhören. „Ich bin ja noch gerne und mit ganzer Kraft Bürgermeister.“ Aber er sagt auch: „Ich wäre bei einem erneuten Amtsantritt im nächsten Jahr 68 Jahre alt.“

Eine Altersgrenze für Bürgermeister gibt es nicht mehr

Zwingend ist der Verzicht auf eine Wiederwahl aus Altersgründen nicht. Die Altersgrenze für Bürgermeister lag nur bis 2007 bei 68 Jahren. Dann hat sie der nordrhein-westfälische Landtag abgeschafft.

In 500 Tagen wählen die Stadtlohner einen neuen Bürgermeister

Bürgermeister Helmut Könning tritt 2020 nicht eneut zur Wahl an. © Stadt Stadtlohn

Aber Bürgermeister Helmut Könning sagt: „Das Amt nimmt viel Zeit und Kraft in Anspruch. Eine 60-Stunden-Woche ist die Regel. Ich denke, es ist verständlich, dass ich diese Aufgabe in jüngere Hände abgeben möchte.“

Begehrter Knochenjob

Bernd Schöning (FDP) spricht gar von einem „Knochenjob“. Ein Knochenjob, den er gerne gehabt hätte. Bei den Wahlen 2003, 2009 und 2014 trat er als FDP-Kandidat gegen Helmut Könning an – und unterlag jedes Mal. „Das Bürgermeisteramt hätte ich gerne und wahrscheinlich auch erfolgreich ausgefüllt, aber die Wähler haben ja anders entschieden“, sagt Bernd Schöning. Er werde 2020 definitiv nicht erneut als Bürgermeisterkandidat antreten. Er hoffe aber, dass seine Partei einen Kandidaten oder eine Kandidatin präsentieren werde, „vielleicht auch jemanden von außen“, sagt Schöning. „Nach meiner persönlichen Meinung könne auch eine Nominierung in Absprache mit anderen Stadtlohner Parteien sinnvoll sein.“

Bei der CDU sind verschiedene Namen im Umlauf

Mit guten Aussichten ginge ein Kandidat der in Stadtlohn stärksten Partei ins Rennen um das Bürgermeisteramt. Hat sich die CDU schon entschieden? „Nein“, sagt der Stadtlohner CDU-Vorsitzende Dr. Markus Könning. „In den nächsten Wochen hat die Europawahl Vorrang. Aber natürlich haben wir uns auch mit dem Thema Kommunalwahl schon befasst.“ Dabei sei es um Kandidatenaufstellung für den Rat gegangen und um inhaltliche Schwerpunkte. Und um den Bürgermeisterkandidaten? „Natürlich auch. Es sind intern auch verschiedene Namen im Umlauf. Aber es ist noch in nicht an der Zeit, öffentlich darüber zu sprechen“, sagt Markus Könning. „Wir werden uns bis zum Frühjahr 2020 Zeit nehmen, um gründlich über diese Frage nachzudenken.“

Wäre für die CDU auch ein auswärtiger Kandidat denkbar? Markus Könning: „Ich denke, es wäre gut, wenn der Bürgermeister Stadtlohn kennt und eine Beziehung zu Stadtlohn hat.“

SPD bei der Kandidatenkür weiter vorangeschritten

Die Stadtlohner SPD ist nach eigenen Angaben schon einen Schritt weiter: „Wir haben einen konkreten Menschen im Auge“, sagt der SPD-Vorsitzende Matthias Tenhumberg. „Wir wollen den Stadtlohnern eine Kandidatin oder einen Kandidaten präsentieren, die oder der klar und deutlich in der Lage ist, den Job des Bürgermeisters tatsächlich zu übernehmen und auszufüllen und Stadtlohn eine bessere Perspektive zu bieten – eine bessere Perspektive auf hohem Niveau. Die Stadt hat sich ja in den vergangenen Jahren fantastisch entwickelt.“ Doch unter Dach und Fach sei die Kandidatenkür auch für die Sozialdemokraten noch nicht, sagt Matthias Tenhumberg. Vor der Bekanntgabe des Namens seien noch einige offene Fragen abzuklären.

UWG und Grüne sind noch unentschieden

Für die UWG hat die Wahlkampfvorbereitung längst begonnen. „Wir haben schon im Oktober 2018 von einem Experten Tipps geben lassen, wie wir unsere Öffentlichkeitsarbeit verbessern und zum Beispiel Facebook oder Instagram für den Wahlkampf nutzen können. Und wie sieht es mit einem Bürgermeisterkandidaten aus? Mike Eilhardt: „Es wird über Namen gesprochen. Es ist aber noch nicht entschieden, ob wir tatsächlich mit einem eigenen Kandidaten antreten werden.“

Ähnlich ist der Stand auch bei Bündnis90/Die Grünen. „Wir haben ergebnisoffen über das Thema gesprochen, aber wir stehen noch ganz am Anfang“, sagt Christian Nienhuis, der Sprecher der Stadtlohner Grünen. „An diesem Mittwochabend steht das Thema erstmals konkret auf unserer Tagesordnung.“

Auch Einzelkandidaturen sind möglich

Übrigens: Nicht nur Parteien können Bürgermeisterkandidaten ins Rennen schicken. Auch Einzelkandidaturen sind möglich und können erfolgreich sein. So gewann 2015 Karola Voß in der Nachbarstadt Ahaus als unabhängige Kandidatin das Rennen um das Bürgermeisteramt mit deutlichem Vorsprung vor den Kandidaten, die von den Parteien nominiert worden waren.

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