Das Team der Flexiblen Hilfen Stadtlohn/Gescher der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland. Vorne von links: Svenja von Rosenberg Lipinsky, Chantal Stenkamp, Anja Kleinschnittger, Magdalena Vöcker; Mitte von links: Hille Rörick-Dümmer, Sandra Tenbeitel, Alena Ernst, Eva Ascheberg, Kilian Marzinzik, hinten von links: Stefan Stenert, Antje Tembrink-Nattefort, Fabian Prigge, Steffi Tünte. Auf dem Foto fehlen Hannah Haveresch und Martin Grüter. © Evangelische Jugendhilfe Münsterland
Evangelische Jugendhilfe

In der Krise: Flexible Hilfen erreichen Familien in Stadtlohn und Umgebung

Die Evangelische Jugendhilfe steht Familien in schweren Krisen zur Seite. Seit 25 Jahren ist der freie Träger in Stadtlohn ansässig. Mehr und mehr schätzen auch Betriebe die Beratungsarbeit.

Stefan Stenert strahlt. Der Familientherapeut und Fachwirt für Erziehungswesen sitzt am großen Konferenztisch im lichten Besprechungsraum. Hier in einem ehemaligen Steuerbüro an der Klosterstraße 7 haben die Flexiblen Hilfen Stadtlohn/Gescher der Jugendhilfe Münsterland ihr neues Domizil bezogen. Endlich ist ausreichend Platz für das 15-köpfige Team aus Sozialpädagogen und Sozialarbeitern.

Lange nach passenden Räumen gesucht

Stefan Stenert zählt auf: Büros, Besprechungsräume für Klientengespräche, eine Küche für Aktionen mit Kindern und Jugendlichen …, all das habe es am alten Standort in der Josefstraße nicht in ausreichendem Maße gegeben. „Wir haben lange nach passenden Räumen gesucht. Der Citymanager hat uns dabei sehr unterstützt. Jetzt wir froh, hier zu sein“, sagt Stenert.

Andererseits, so sagt der Leiter der Flexiblen Hilfen, finde die wichtigste Arbeit der Evangelischen Jugendhilfe meist außerhalb der eigenen Räume statt. „Wir sind ein fahrendes Volk“, sagt Stefan Stenert augenzwinkernd. Seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind vor allem aufsuchend in Familien tätig, die Rat und Hilfe brauchen.

Auffälligkeiten werden heute früher gemeldet

Die Hilfe nimmt ihren Anfang oft durch Beobachtungen von Erzieherinnen im Kindergarten, von Kinderärzten oder auch von Nachbarn. „Die Bereitschaft hinzuschauen und Auffälligkeiten zu melden, wenn der Ton in Familien rauer wird oder Kinder in der Öffentlichkeit geschlagen werden, nimmt zu“, sagt Stefan Stenert. Die Corona-Zeit trage zusätzliche Belastungen in die Familien. Auch sei in Kitas und Schulen die Kompetenz gestiegen, Anzeichen sexuellen Missbrauchs früher richtig zu deuten.

Im Auftrag des Jugendamtes des Kreises Borken, das den Hilfebedarf feststellt, suchen die pädagogischen Fachkräfte der Evangelischen Jugendhilfe die Familien im Raum Stadtlohn/Südlohn, Vreden und Gescher auf. „Wir unterstützen die Familien in schwierigen Lebenssituationen. Wir interessieren uns für ihre Lebenseinstellungen und Sichtweisen. Wir richten unseren Blick auf ihre Stärken. Dadurch werden Veränderung und Selbsthilfe wieder möglich“, sagt Stefan Stenert.

Stefan Stenert, Leiter der Flexiblen Hilfen Stadtlohn/Gescher der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland vor dem neuen Domizil in der Klosterstraße.
Stefan Stenert, Leiter der Flexiblen Hilfen Stadtlohn/Gescher der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland vor dem neuen Domizil in der Klosterstraße. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

Er betont aber auch: „Wir können längst nicht alle Probleme lösen. Aber es ist schon ein wichtiges Erfolgserlebnis, wenn Familien sagen: ,Es ist nicht alles gut, aber wir können jetzt wieder mehr miteinander lachen. Das haben wir schon lange nicht mehr getan.‘“

Evangelische Jugendhilfe Münsterland entstand vor 25 Jahren

Die Evangelische Jugendhilfe Münsterland ist 1995 aus dem Zusammenschluss von vier evangelischen Jugendhilfeeinrichtungen mit zentralen Heimkomplexen entstanden. In den folgenden Jahren hat die Evangelische Jugendhilfe Münsterland gGmbH ihre Angebote der Erzieherischen Hilfen differenziert und professionalisiert sowie durch berufspädagogische Hilfen, Tageseinrichtungen für Kinder und Angebote der Offenen Ganztagsgrundschule ergänzt.

Mitte der 90er-Jahre startete auch die Flexiblen Hilfen Stadtlohn/Gescher unter dem Dach der Evangelische Jugendhilfe mit drei pädagogischen Fachkräften an der Stegerstraße in Stadtlohn. Später zog sie zur Josefstraße, wo es für die stetig wachsende Einrichtung nun auch zu eng wurde.

Neues Standbein: Betriebliche Sozialberatung

Seit einiger Zeit bietet die Evangelische Jugendhilfe auch betriebliche Sozialberatung an. „Das ist ein neues Standbein“, sagt Projektleiter Stefan Stenert. Konfliktmanagement, Einzel- und Teamcoaching, persönliche Beratungsgespräche in Firmen bei privaten oder beruflichen Problemen – die Bandbreite der betrieblichen Sozialberatung ist groß.

Die Stadtverwaltung Stadtlohn und das Unternehmen Schmitz Cargobull nutzen bereits die Möglichkeiten der betrieblichen Sozialberatung. Interessierte Betriebe können bei Stefan Stenert unter Tel. (02563) 9050002 weitere Informationen bekommen.

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Stefan Grothues

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