Jochen Taubert setzt in seinen Filmen vor allem auf viel Kunstblut, exotische Tiere und gefährliche Waffen. © Privat
Stadtlohner Filmteam

In Stadtlohn ist schlechter Geschmack ein Qualitätsmerkmal

Jochen Taubert und sein Stadtlohner Filmteam haben schon einige Filme auf den Markt gebracht. Der nächste ist für Ende 2021 geplant. Im Gespräch verrät er, worum es gehen soll.

Seit über 30 Jahren ist der Stadtlohner Jochen Taubert im Filmgeschäft. Mittlerweile ist er 53 Jahre alt und hat „immer noch sowas im Kopf“, sagt er und lacht. „Jung, dynamisch, erfolglos“, beschreibt der Regisseur ironisch sein Stadtlohner Filmteam, das zuletzt 2020 den Film „Die Papsttochter“ auf den Markt gebracht hat.

Stadtlohner Filmteam ist nach Filmwettbewerb weiter gewachsen

Angefangen hat Jochen Tauberts Ausflug in die Filmwelt mit einem Wettbewerb vom Kreis Borken. Dort haben er und das Stadtlohner Filmteam mit einer Bildergeschichte über einen Bären den ersten Platz belegt. „Dann fing das so richtig an“, sagt Taubert. „Und die Filmgruppe wuchs immer weiter unter meinem Vorsitz.“

Zurzeit sind mehr als 50 Mitglieder in der Filmgruppe. Jeder macht das, woran er Spaß hat. „Manche machen nur Kamera, manche nur Schauspielerei, manche nur Technik“, zählt Jochen Taubert auf. Doch eins war der Gruppe klar: Nach dem Bildermalen für den ersten Bären-Film soll es jetzt actionreicher werden. „Dann sind wir in den Spielfilm gegangen. Römer, Zweiter Weltkrieg, Western. Immer unterschiedliche Thematiken“, so der Regisseur.

Nächster Film von Jochen Taubert soll Ende 2021 fertig werden

Momentan ist das Stadtlohner Filmteam auf dem Horrortrip und arbeitet an einem Vampir-Film. „Alina goes to Hell“ heißt der neue Streifen, eine Mischung aus Horror und Komödie. Mit viel Kunstblut, so Taubert. „Daran hat die Gruppe Spaß. Der Film wird im November dieses Jahres in 23 Kinos gezeigt und seine Premiere, wie immer, im Kino in Ahaus haben.“ Bei den Premieren-Feiern verleiht der Bürgermeister die Tauberts für das beste Schauspiel. Angelehnt an dem amerikanischen Vorbild der Oscars.

Das Filmteam versucht, jedes Jahr einen neuen Film zu produzieren. „Nicht zu viel, nicht zu wenig“, sagt Jochen Taubert. Denn das Filmen ist nicht Tauberts Hauptberuf, sondern sein Hobby. Genau wie für den Rest des Filmteams. „Vom Müllmann bis zum Rechtsanwalt“ ist in der Gruppe alles vertreten.

Durch die „Nachbarschaftshilfe“ von Jürgen Drews, der in Dülmen lebt und in Jochen Tauberts Westernstreifen mitgespielt hat, wurde dem Regisseur der VIP-Bereich der deutschen C-Promi-Welt geöffnet. „Durch den Drews rutscht man da so rein. Der hat Kontakte für uns möglich gemacht“, sagt Taubert. Ralf Richter, Frank Zander, Harry Wijnvoord, Dolly Buster, Taynara Wolf – alle hat Jochen Taubert aus Stadtlohn bereits mit seiner Filmkamera eingefangen.

In Tauberts Trash-Filmen wird viel improvisiert

Im Internet wird Jochen Taubert häufig als Trash-Regisseur betitelt. „Natürlich, das hat auch seine Richtigkeit“, gibt der Stadtlohner zu. „Trash ist im Kommen, Trash ist angesagt, Trash ist das, was der Gruppe Spaß macht.“ Denn das, was man im Fernsehen sehen kann, „machen alle“ und ist „alltäglich“. Exotische Tiere, viel Kunstblut, gefährliche Waffen und Auto-Stunts stehen bei Tauberts Filmen auf der Tagesordnung. „Das hat schon beim Weißen Hai funktioniert, nur wir machen es besser.“

Der 53-Jährige nimmt sich und seine Low-Budget-Produktionen nicht zu ernst, sondern macht das, was ihm am meisten Spaß macht. So ist die Handlung in seinen Filmen auch zum Großteil improvisiert. „Wir haben vorher nur ein Skelett“, sagt er. Die größte Anerkennung für Jochen Taubert: „Wenn man bei Saturn reingeht und seine Dinger da stehen sieht, das ist schon klasse.“

Über die Autorin
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In der Grafschaft Bentheim aufgewachsen, während des Journalismus-Studiums in NRW verliebt. Danach über 2 Jahre in Kanada gelebt und jetzt wieder zurück im Lieblingsbundesland. Seit 2020 Volontärin bei Lensing Media
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Anne Schiebener

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