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Integration klappt auf dem Pferderücken

mlzJohannes-Reithalle

Die Johannes-Reithalle in Stadtlohn hat Kindern beim Tag der offenen Tür die Möglichkeit geboten, auf dem Pferderücken die Welt zu sehen. So klappt auch die Integration ausländischer Kinder.

von Stefan Hubbeling

Stadtlohn

, 15.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Ganz nach dem Motto: „Integration durch den Sport“ öffnete die Johannes-Reithalle am vergangenen Samstag ihre Tore. „Wir möchten mit unserem Reitsport nicht nur Kinder therapieren und ihnen helfen, sondern auch eine gelungene Integration für unsere ausländischen Mitbürger anbieten“, erklärt Franz Marpert, der in dem Verein als Schriftführer agiert. Marpert, der lange Jahre als Förderschullehrer fungierte, weiß, wovon er spricht. „Wenn man in einer fremden Stadt, geschweige in einem fremden Land, einen Neuanfang beginnt, dann braucht man einfach intensive Unterstützung. Nur so kann man in fremder Umgebung selbstständig klar kommen und gleichzeitig ein aktives Mitglied der Gesellschaft werden“, erläuterte er den Hintergrund der Veranstaltung.

Killian Suciu ist einer der Kinder, die sich freudestrahlend auf ein Therapiepferd setzen. „Mama das macht richtig Spaß!“, strahlt Killian und lässt seine Mutter, die neben dem Pferd läuft, an seiner Freude teilhaben. Zusammen mit der Helferin Carina Rotherm, die das Pferd vorne an den Zügeln führt, laufen sie auf dem Außenreitplatz dem sonnigen Wetter entgegen. Killian lässt sich dreimal über den Außenreitplatz führen und dreht dann noch zwei Runden in der perfekt ausgebauten Reithalle.

Kinder haben viel Spaß

„Ich möchte noch mal! Bitte, Mama, darf ich noch mal?“, fleht Killian seine Mutter an. Kurz darauf sitzt der reitbegeisterte Junge wieder auf einem der fünf Ausreitpferde für den öffentlichen Integrationstag. So ergeht es vielen ausländischen Kindern, die mit ihren Eltern sichtlich Spaß haben. „So soll es sein. So beginnen die ersten Integrationsmomente. Das ist es, was wir erreichen wollen. Und vielleicht ergeben sich daraus Kindergruppen, die sich nicht nur hier beim Reiten treffen“, hofft Franz Marpert:

„Es haben sich schon großartige Freundschaften zwischen unseren ausländischen Freunden und den einheimischen Kindern entwickelt.“ Vielleicht werden es an diesem Samstag ein paar mehr. Marpert wertet die Aktion auf jeden Fall als großen Erfolg.

90 Ehrenamtliche

„Insgesamt helfen uns 90 ehrenamtliche Personen bei der Reittherapie und der aktiven Integrationsarbeit“, erzählt Franz Marpert. Darunter sind auch viele schwerbehinderte Helfer. „Sie sind das Rückgrat unserer Arbeit. Gerade unsere behinderten Mitarbeiter leben die Integration und den Einsatz an den Mitmenschen vorbildlich vor. Sie sind unsere Vorbilder“, berichtet Franz Marpert.

„Es werden neben unserer Integrationsarbeit natürlich auch Kinder mit persönlichen Problemen gefördert.“ Ziele der Reittherapie sind, bei Kindern Ängste und Verhaltensauffälligkeiten abzubauen, Selbstvertrauen aufzubauen oder das Sozialverhalten zu fördern. Ebenso wird in den Kindergruppen die Fein- und Grobmotorik gefördert und die Verantwortlichkeit im Umgang mit Mensch und Tier gestärkt. „Diese Maßnahmen werden von den jeweiligen Ärzten, Psychologen und nicht zuletzt von den Eltern perfekt unterstützt und empfohlen“, so Franz Marpert.

„Natürlich können auch Pferdeliebhaber ihre Pferde hier ausreiten. Einzige Bedingung ist die Aufnahme in den Verein“, sagt er. Für alle reitbegeisterten Kinder öffnet die Johannes-Reithalle an jedem Sonn- und Feiertag, vom 1. Mai bis Ende Oktober, ihre Tore. Eine Patenschaft im Verein kann man auch übernehmen.

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