Interaktive Ausstellung lässt die Besucher einiges über die eigenen Vorurteile erfahren

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Wie ist es, sich auf andere, auf fremde Menschen einzulassen? Videos, Audios und Fotos eines Workshops bescheren den Besuchern einer interaktiven Ausstellung viele Denkanstöße.

Stadtlohn

, 05.02.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine langer Tisch mit Fotos, Tablets und Kopfhörern steht im Obergeschoss des Stadtlohner VHS-Hauses. Station für Station können die Besucher dort etwas über Stereotypen und Vorurteile erfahren – und vielleicht auch einiges über sich selbst. „Sehen lernen – Ich sehe mich durch Dich“ heißt die interaktive Ausstellung.

Julius Matuschik vom Cameo Kollektiv erläuterte am Montagnachmittag das Konzept der Schau in einer kleinen Vorab-Vernissage, zu der vor allem Menschen aus der Region gekommen waren, die sich in der Arbeit mit Flüchtlingen engagieren. Die Ausstellung, die die „Johanniter Unfallhilfe“ zusammen mit dem Kollektiv Cameo konzipiert hat, ist eine Langzeitbeobachtung eines Workshops, an denen Menschen mit und ohne Fluchthintergrund teilgenommen haben.

Werte, Normen, Stereotype

Wie ist es, sich auf andere, auf fremde Menschen einzulassen? Was verstehen die Teilnehmer unter Integration? Mehrere Wochenenden verbrachten die Menschen unterschiedlicher Nationen miteinander, unter Anleitung eines transkulturellen Trainers, setzten sich mit Werten, mit Normen oder Stereotypen auseinander.

Die Gespräche wurden gefilmt, und die Videos können sich die Besucher der Schau jetzt ansehen, die Audios anhören oder die Fotos betrachten. Es sind keine langen Dokumentationen, vier Minuten lang ist die längste Videosequenz. „Sie können in die Gedanken- und Gefühlswelt der Menschen eintauchen“, lud Julius Matuschik, dessen Künstlerkollektiv für die „Schlüsselloch“-Aufnahmen zuständig war, ein. Und danach kann sich jeder selbst überprüfen.

Zum Beispiel, wie vorurteilsbehaftet er ist. Drei Fotos zeigen drei Menschen – was den Besuchern zu ihnen einfällt, können sie aufschreiben. Und dann auf der Rückseite der Fotos nachlesen, ob sie mit ihrer Einschätzung richtig liegen über den jungen Mann im Anzug oder das Mädchen im Rapsfeld.

Interaktive Ausstellung lässt die Besucher einiges über die eigenen Vorurteile erfahren

Julius Matuschik vom Vorstand des Cameo Kollektivs (l.) erläuterte den Kursleitern und Lehrkräften das Konzept der Austellung mit Videos, Fotos und Stationen zur Eigeneinschätzung. © Anne Winter-Weckenbrock

Carmen Esposito-Stumberger, die die ehrenamtliche Arbeit für Flüchtlinge in Ahaus koordiniert, ist am Montag nach einer Stippvisite in einigen der Videosequenzen Feuer und Flamme: „Hier werde ich mit den Ehrenamtlichen hingehen.“ Einiges, das sie gerade im Video gesehen und gehört hat, erkennt sie aus eigenen Erfahrungen mit Menschen. Vorurteile, Missverständnisse, Fettnäpfchen... Auch Manfred Schmeing, der in der Vorbereitungsklasse der Losbergschule in Stadtlohn arbeitet, kann sich vorstellen, mit Schülern die interaktive Schau zu besuchen und das begleitende Heft mit Arbeitsblättern einzusetzen. Vielleicht können die Schüler sich später einem Kommentar aus dem Gästebuch anschließen: „Cooler Gedankenanstoß!“

Viele Besuchergruppen erhofft

Die Ausstellung ist wie ein Rundlauf um den Tisch aufgebaut, hat einen Anfang und ein Ende. Tarek Almukaddam, der als Bufdi bei der VHS aktiv ist, wird die Besucher durch die Ausstellung begleiten. VHS-Direktor Dr. Nikolaus Schneider sagte bei der Eröffnung am Montag, dass er auf viele Besuchergruppen setze.

„Der Austausch über Normen und Werte ist wichtig, das ist das Ziel der Ausstellung“ , pflichtete ihm Julius Matuschik bei.

  • Die Ausstellung wird vom 5. Februar bis 30. März im Foyer des Stadtlohner VHS-Hauses, Klosterstraße 18, zu sehen sein.
  • Öffnungszeiten: Mo bis Fr, 9 bis 12 Uhr und nach Vereinbarung. Anmeldung für Gruppen, Tel. 82 31 oder per E-Mail an: stark-westkamp@vhs-aktuellesforum.de
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