Investor abgesprungen: Hotelpläne bei Stadtlohner Berkelmühle liegen auf Eis

mlzHotel in Stadtlohn

Der Hoteleinrichter „Tenbrink Hotelplan“ hat sich als Investor für das Stadtlohner Hotel-Projekt an der Berkelmühle zurückgezogen. Damit reagiert das Unternehmen auf düstere Prognosen.

Stadtlohn

, 27.06.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Gerüchte kursierten bereits seit einiger Zeit, nun ist es Gewissheit: Die Investoren für das geplante Hotel „Smartel“ an der Stadtlohner Berkelmühle sind abgesprungen. „In den Gesprächen hat sich herauskristallisiert, dass die Investoren von dem Projekt zunächst einmal Abstand nehmen wollen“, erklärte Bürgermeister Helmut Könning im Bauausschuss am Dienstagabend. Grund dafür sind die Verzögerungen bei der Sanierung der Berkelmühle.

Vor einem Monat hatte Fachplaner Ulrich Krath dem Ausschuss erklärt, dass nach seinen Schätzungen die Umsetzung des Projekts inklusive der Schaffung von Retentionsflächen, der Höherlegung der Burgstraße und der zum Konzept gehörenden Sanierung des alten Mühlengebäudes wohl erst im Herbst 2023 fertig gestellt werden könnte. Mit der Fertigstellung der Hinterlandentwässerung im Außenbereich könne im Herbst 2022 gerechnet werden. Anfang des Jahres hieß es noch, dass der Mühlenumbau bereits im Herbst 2020 abgeschlossen sein könnte.

Investoren stören sich an Verzögerungen

Die Investoren schreckt die neue Prognose offenbar ab. „Bis 2023 kann ein Betreiber nicht warten. Vielleicht hat er in seinem aktuellen Hotel schon gekündigt. Die Kosten würden in die Höhe schnellen. Sie haben aber betont, uns als Stadt bei den weiteren Planungen gerne beraten zu wollen“, erklärte Könning.

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Mit dem Stadtlohner Hoteleinrichter Tenbrink ist bereits der zweite Investor abgesprungen. Bereits im Februar 2018 hatte Tobias Groten, CEO des Ahauser Unternehmens Tobit Software, seine Zusage für eine 49-Prozent-Beteiligung zurückgezogen. „Aufgrund von Verzögerungen ist das Smartel nicht mehr die ganz große Innovation“, erklärte der Tobit-Chef damals. Seine Prophezeiung, dass das Interesse am Smartel so groß sei, dass „das ganze Projekt in Stadtlohner Hand realisiert werden kann“, ist (vorerst) nicht eingetreten.

Hotel-Projekt für Bürgermeister noch nicht begraben

Für den Bürgermeister ist das Hotel-Projekts an der Berkelmühle damit aber noch nicht begraben: „Die Verwaltung wird es weiter vorantreiben. Wir werden nach Investoren suchen. Auch der Citymanager Giampietro Salerno wird seine Fühler ausstrecken.“ Eines sei aber klar: Bevor das Berkelmühlen-Areal nicht fertig gestellt ist, könne der Bau eines Hotels nicht beginnen.

Erwin Plate (UWG) betonte, dass Stadtlohn den akuten Bedarf habe, ein neues Hotel zu bauen. Er stellte den Standort infrage: „Muss das Hotel wirklich genau an dieser Stelle entstehen?“ Helmut Könning ließ daran keinen Zweifel: „Die Stelle ist optimal und entspricht unserer Idealvorstellung. Wir haben noch keinen Gedanken an einen anderen Standort verschwendet.“

Auf den Vorschlag, ein Hotel-Projekt am ehemaligen Berkelstadion zu realisieren, hielt der Bürgermeister sich aber ein kleines Hintertürchen offen: „Man sollte Dinge niemals gänzlich ausschließen.“

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