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Irene Cebaus zeigt Kreatives von der Töpferscheibe und der Kuchenrolle

Keramikkunst

Irene Cebaus stellt im Töpfereimuseum Ochtrup aus. Die Keramikerin aus Stadtlohn präsentiert die Bandbreite ihres Schaffens – von der Schale mit floralem Muster bis zur Schweinehund-Figur.

21.03.2019 / Lesedauer: 4 min
Irene Cebaus zeigt Kreatives von der Töpferscheibe und der Kuchenrolle

Irene Cebaus mit ihren Keramik-Figuren "Dialog". Wer möchte, kann sie auch voneinander wegdrehen, je nach Stimmung. © Anne Winter-Weckenbrock

Gern gezeichnet hat sie schon immer. So war Irene Cebaus nicht abgeneigt, als ihr bei der Berufsberatung vorgeschlagen wurde, eine Lehre als Glas- und Porzellanmalerin zu machen. Seitdem sie „Gruß aus Heidelberg“ und andere Schriftzüge auf Krüge und Co. geschrieben hat in der Porzellan-Manufaktur von Heinz Pettirsch in Steinfurt, hat sich in der kreativen Palette der 69-jährigen aber einiges getan. Wer wissen möchte, was alles, kann das ab Sonntag, 24. März, in Ochtrup sehen. Im dortigen Töpfereimuseum stellt die Stadtlohnerin unter dem Titel „Geformt – gemalt – gebrannt“ ihre Werke aus.

Irene Cebaus zeigt Kreatives von der Töpferscheibe und der Kuchenrolle

Die Schweinehunde © Anne Winter-Weckenbrock

Neu entwickelt hat Irene Cebaus die Schweinehunde. Kleine, gedrungene Gesellen, die irgendwie Unentschlossenheit ausdrücken. „Das hat mir Spaß gemacht, die zu entwickeln“, sagt die Keramikerin. Sie kreiert gerne Figuren, das ist beim kurzen Besuch beim Aufbau der Ausstellung deutlich zu sehen: In einer Glasvitrine drängt sich eine Gruppe von Kartoffelkönigen. „Die habe ich wegen ihrer Knollennasen so genannt“, erklärt Irene Cebaus mit einem Schmunzeln. Jede Figur ist anders, sie ähneln sich aber. Gleiches bei den Glücksfiguren: Fingerhohe, breit lächelnde Püppchen. „Wenn man dran glaubt, dann bringen sie Glück“, sagt die 69-Jährige. Darüber auf der Fensterbank stehen die „Kerlemänner“, daneben ein „Kammschnauzer“.

Irene Cebaus zeigt Kreatives von der Töpferscheibe und der Kuchenrolle

Hier entsteht auf der Töpferscheibe die zweite Dialog-Figur. Für die Stirnhaare hat Irene Cebaus den Ton durch eine Knoblauchpresse gedrückt. © Privat

Ihre Ideen setzt sie in ihrem kleinen Keramikstudio zuhause in Stadtlohn um, an der Töpferscheibe modelliert sie dort die Figuren. Auch die Paare, die sie jetzt unter dem Titel „Dialog“ nebeneinander stellt. Die Dialog-Köpfe auf kleinen Holzrechtecken, für deren Haare sie Ton durch die Knoblauchpresse drückt, kann man – je nach Stimmung – zueinander geneigt oder voneinander wegsetzen, erklärt die Keramikerin mit einem Schmunzeln. Nicht nur an der Töpferscheibe, auch mit der Kuchenrolle geht die Stadtlohnerin zu Werke. Der Ton wird flach ausgewalzt, dann verbindet sie zwei Teile zum Beispiel zu einer Schale. Alles ist handgeformt, auch das Gebrauchsgeschirr, das sie nach wie vor herstellt.

Erste Keramikplastiken Anfang der 1970er-Jahre

Nach ihrer Ausbildung in Steinfurt arbeitete Irene Cebaus als Keramikmalerin in der Tonwaren-Fabrik Ostkotte in Ochtrup. Aus dieser Zeit stammen einige Exponate, die im Altbau des Töpfereimuseums dauerhaft ausgestellt sind. „Vor allem war es Blau-Weiß-Malerei“, sagt Irene Cebaus. Das war ihr damals nicht genug: „Ich hatte die Idee, mehr Farbe reinzubringen“, erinnert sich die Keramikerin. Noch kreativer konnte sie sich in der Galerie im Schloss Raesfeld Anfang der 1970er-Jahre einbringen – zu der Zeit schuf sie auch erste Keramikplastiken. Dann kam sie nach Stadtlohn, arbeitete vier Jahre als Keramikmalerin in der Töpferei Erning. Nach der Hochzeit war Irene Cebaus dann freischaffend tätig. „Das war Luxus. Ich musste ja nicht die Miete davon bezahlen“, erinnert sich die 69-Jährige daran, wie sie ihre künstlerische Freiheit ausleben konnte. Sie hatte immer Abnehmer für ihr Gebrauchsgeschirr, das sie nach wie vor erstellte. Aber sie entwickelte mehr und mehr Spaß daran, etwas zu entwickeln.

Irene Cebaus zeigt Kreatives von der Töpferscheibe und der Kuchenrolle

Kleine Figuren erschafft Irene Cebaus. Hier die Kartoffelkönige – wegen der Knollennasen heißen sie so. © Anne Winter-Weckenbrock

„Ich bin kreativ, wenn es passt“, sagt die Stadtlohnerin. Mit viel Motivation habe sie nun einiges auch eigens für die Ausstellung geschaffen. Ihr Mann Roman helfe nicht nur beim Aufbau der Ausstellung, er hat auch die Holzblöcke für die Dialog-Köpfe gesägt und geschliffen, erzählt sie. Bei den Farben entscheidet sie sich für das, was ihre gefällt, und folgt nicht irgendwelchen Trends.

Ihre Motive fürs Gebrauchsgeschirr sind oft auf der Pflanzenwelt: Schlehen ranken sich ebenso wie Erdbeeren über die Schalen, Krüge und Schüsseln. Neu gemacht hat sie Schalen mit Fischmotiven. Malt sie ihre Motive auf Papier vor? „Nein, da fange ich nicht mit an. Versuche mache ich nicht“, sagt sie und lacht. Es müsse auch nicht jeder Strich so genau sitzen bei der Fayence-Malerei, sagt Irene Cebaus erklärend. Sie malt auf die weiße, ungebrannte Glasur, die Farbe wird dann bei 1050 Grad ins Gefäß eingebrannt. „Hier sieht man, dass ich aus lockerer Hand male“, sagt sie und zeigt eine Schale mit Blumenmotiven, die den Betrachter an Aquarelltechnik erinnern.

Irene Cebaus zeigt Kreatives von der Töpferscheibe und der Kuchenrolle

Oft sind es florale Motive, mit denen Irene Cebaus Schalen und Teller bemalt. Die Erdbeeren-Schale ist in Ochtrup zu sehen – die Früchte auf dem Boden scheinen fast 3D zu sein. © Privat

  • Die Ausstellung „Geformt – gemalt – gebrannt“ mit Keramiken von Irene Cebaus wird am Sonntag, 24. März, um 11 Uhr im Töpfereimuseum in Ochtrup, Töpferstraße 10, eröffnet.
  • Zur Einführung spricht Bernd Sikora vom Kunst- und Kulturkreis Berkelkraftwerk Vreden.
  • Die Ausstellung ist im Weiterem bis zum 16 Juni geöffnet dienstags bis freitags von 9 bis 12 und 15 bis 17 Uhr, samstags (ab Mai) und sonntags 15 bis 17 Uhr.
  • Der Eintritt beträgt einen Euro für Erwachsene. Führungen für Gruppen durch das Museum sind nach Absprache möglich, Tel. (02553) 80854.
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