Jugendkomitee will 2020 Bürgermeisterkandidaten auf den Zahn fühlen

mlzOffene Jugendarbeit

Das Jugendkomitee hat dieses Jahr eine Menge für Stadtlohner Jugendliche auf die Beine gestellt. Im nächsten Jahr will das Juko vor der Bürgermeisterwahl den Kandidaten auf den Zahn fühlen.

von Hendrik Buecker

Stadtlohn

, 19.12.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Jugendlichen zwischen 14 und 25 Jahren bereiten gerade das Raclette vor, doch bevor der Abend in den festlichen Teil inklusive Schrottwichteln übergehen kann, blicken sie auf ihrer Weihnachtsfeier am Montag (16. Dezember) im Schülercafé „Jump In“ auf das vergangene Jahr zurück.

„Es war ein erfolgreiches Jahr und wir sind sehr zufrieden mit dem, was wir erreicht, doch wir haben bereits Pläne für 2020“, sagen die beiden Sprecher des Jugendkomitees, Cora Belker und Darius Sonnenberg. Das Jugendkomitee (Juko) setzt sich für die Belange der Jugendlichen in Stadtlohn ein.

47.000 Euro von der Stadt für Juko-Projekte

Im November 2018 bewilligte der Haupt- und Finanzausschuss 47.000 Euro für einige Projekte des Jukos. Den Antrag an die Stadt hatten die Jugendlichen selbst gestellt. Zu den Projekten gehörten unter anderem eine LED-Beleuchtung sowie eine Unterstellmöglichkeit für die Skater- und Basketballanlage im Losbergpark. Beide Projekte wurden in diesem Jahr erfolgreich verwirklicht – auch weil das Juko gegenüber der Stadt und dem Bauamt sehr aktiv gewesen sei.

Ebenso wurde die Neugestaltung der Unterführung am Gescher Dyk umgesetzt. Unter dem Projektnamen „Create 487“ konnten Jugendliche im Rahmen eines Wettbewerbs Vorschläge für Graffitis einreichen, die mithilfe eines professionellen Graffiti-Künstlers am 6. und 7. Juli 2019 gesprayed wurden.

Graffiti-Projekt wird fortgesetzt

„Die Motive haben alle einen Bezug zur Stadt“, erklärt Darius Sonnenberg. Die Reaktionen seien durchweg positiv gewesen und aus der Nachbarschaft haben sich Kinder und Jugendliche spontan beteiligt, so die beiden Sprecher. Fertig sei man allerdings noch nicht: „Es sind noch Motive übrig, und noch nicht alle Schulen sind in den Graffitis verewigt, weshalb wir im nächsten Jahr die andere Seite gestalten wollen.“

Daneben bietet das Juko regelmäßig ein Programm für die Stadtlohner Jugend an. Beispielsweise fuhren sie in den Osterferien ins etwa 170 Kilometer entfernte Tilburg in den Freizeitpark Efting. Um die Kosten für den Einzelnen niedriger zu halten, unterstützte das Juko die einzelnen Beiträge mit Mitteln aus dem eigenen Budget.

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Passend zum zehnjährigen Bestehen des Jugendwerks Stadtlohn organisierte das Juko am 14. September erneut das Tagesfestival „Beats & Bratwurst“ auf dem Marktplatz. Ein voller Erfolg, urteilen die Vertreter des Jukos, dennoch wünsche man sich im nächsten Jahr eine größere Beteiligung. Im Oktober verbrachte das Juko einen Tag in Köln zur Klausurtagung. „Wir versuchen immer, ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine zu stellen, und das anzubieten, was andere Vereine oder Veranstalter nicht anbieten“, sagt Caro Belker.

Den im Herbst 2020 anstehenden Wechsel an der Spitze des Stadtlohner Rathauses möchte das Juko ebenfalls begleiten. Auf ihrer geplanten Veranstaltung „Was labersch du?“ sollen sich alle Kandidaten, die sich um das Amt des Bürgermeisters bewerben, vorstellen und sich mit jugendlichen Themen auseinandersetzen.

Schülervertretungen werden beteiligt

Die Themen vorgeben sollen vor allem die Schülervertetungen aller Schulen ab der zehnten Klasse aufwärts, da sie wahlberechtigt sein werden. Offen werde die Diskussion aber für alle interessierten Jugendlichen sein. „Wir möchten die Politik mit ins Boot holen,“ erklärt Cora Belker, und fügt hinzu: „Die Jugendlichen möchten Stadtlohn aktiv gestalten, dazu gehört auch, Wünsche zu formulieren und klar zu argumentieren.“

Auch Eva Vehring, pädagogische Leiterin des Jugendwerks Stadtlohn, die das Juko bei seiner Arbeit begleitet, zieht ein positives Fazit: „Seit den Anfängen hat sich das Jugendkomitee sehr gut entwickelt. In den Veranstaltungen und Aktionen steckt viel mehr Arbeit, derer sich die Jugendlichen fast ausschließlich alleine annehmen, als auf den ersten Blick zu erkennen ist. Ich bin stolz auf die Gruppe.“

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