Kiepenkerl: Kaufmann und Kuppler

Ausstellung

Schaufensterpuppen in Kiepenkerl- und Bäuerinnentracht, getöpferte Gefäße mit dem Pfeife rauchenden und Gamaschen tragenden wandernden Kaufmann, Pfeifen, Bilder, Skulpturen und Puppen – wer sich für die Tradition der Kiepenkerle interessiert, ist am Sonntag im Haus Hakenfort bestens aufgehoben. Dort ist in der Bauernstube zum 30. Kiepenkerlsonntag die Sammlung von Günther Südhoff ausgestellt.

STADTLOHN

von Von Anne Winter-Weckenbrock

, 14.10.2011, 17:05 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Aber die Kiepenkerle waren auch oft als Heiratsvermittler tätig“, erzählt Günther Südhoff schmunzelnd. Der Lohn dafür: tradionell eine schwarze Manchesterhose. Diese Geschichten und mehr können Interessierte in der kleinen Schau erfahren, für die der Stadtlohner seine gesammelten Werke zur Verfügung stellt. Im Anschluss möchte er, wie bereits berichtet, seine Sammlung der Stadt als Schenkung überlassen. Aus vielen privaten Haushalten seien ihm Exponate überlassen worden, erzählt Südhoff im Gespräch mit der Münsterland Zeitung, sogar eine original schwarze Festtracht einer Bäuerin sei ihm versprochen worden.

Die Bäuerin im Haus Hakenfort trägt die Alltagstracht mit besticktem Tuch und blauem Rock – und Holzschuhen. A propos Holzschuhe: In diesen legten die Kiepenkerle lange Strecken zurück, „manche waren acht Tage unterwegs“, weiß Südhoff. Und das zu Fuß, versteht sich. Nicht nur kaufmännisches Gespür wurde den Kiepenkerlen zugeschrieben, auch Geselligkeit, erzählt der Sammler weiter. Auch „Fössken Schweers“ (Tenbrock), der letzte Stadtlohner Kiepenkerl, sei dafür bekannt gewesen, bei Feierlichkeiten am Ende auf dem Tisch getanzt zu haben. Gute Laune werden die Kiepenkerle auch am Sonntag haben bei ihrem Besuch in Stadtlohn. Beginn ist um 11 Uhr mit einer plattdeutschen Messe in St. Otger.

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