Kinderboom in Stadtlohn soll durch Kita-Neubau am Hessenweg aufgefangen werden

mlzKita am Hessenweg

Der symbolische erste Spatenstich für die Kita am Hessenweg ist erfolgt. Die nun beginnenden Bauarbeiten sollen Mitte 2020 abgeschlossen werden – wenn alles gut läuft.

Stadtlohn

, 07.06.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Anfang ist gemacht. Mit großer Freunde und sichtbarerer Erleichterung bei allen Beteiligten erfolgte am Donnerstagmorgen der symbolische erste Spatenstich für die neue Kindertagesstätte am Hessenweg, die von der evangelischen Jugendhilfe getragen wird. Unter anderem Bürgermeister Helmut Könning, Architektin Petra Nordkamp und die beteiligten Bauunternehmer mussten sich aber mit ihrem Werkzeug zunächst hinten anstellen.

Denn zwölf Kinder, die aktuell im Kita-Provisorium am St.-Anna-Stift betreut werden, hatten sich mit ihren Erzieherinnen gut auf diesen für sie historischen Tag vorbereitet. Mit gelben Plastik-Spaten bewaffnet und in Bauarbeitermontur gekleidet, ließen sich es sich nehmen, den aufgeschütteten orangen Sand schon weit vor dem offiziellen Fototermin umzugraben und damit die ersten Spatenstiche zu setzen. Außerdem hielten sie Plakate in die Luft: „Achtung, Achtung. Hier wird unser neuer Kindergarten gebaut.“

Kollektives Aufatmen bei allen Beteiligten

„Bei uns atmen alle auf. Es war eine anstrengende Zeit – das muss man zugeben – aber durch gute Teamarbeit haben wir jede Hürde übersprungen“, sagte Einrichtungsleiterin Ruth Plate, deren gute Laune an diesem Morgen unübersehbar war. Die Vorfreude ist groß. „Die Kinder und auch wir können es kaum erwarten“, so die gebürtige Stadtlohnerin. Hoch im Kurs stehen beim Nachwuchs vor allem der neue Spielplatz und das angrenzenden Waldgebiet.

Noch ist aber Geduld gefragt. In knapp zwei Wochen, am 17. Juni, rollen die ersten Bagger an. Das beauftragte Bauunternehmen Heinrichs & Overkämping rechnet damit, dass der Rohbau in fünf Monaten fertig gestellt werden könnte – falls alles gut läuft. „Wir denken, die Kindertagesstätte kann in einem Jahr bezogen werden“, sagt Petra Nordkamp, zuständige Architektin von der Stadt Stadtlohn. Auch für sie war die Planung eine echte Herausforderung.

Unter anderem wurde im Juni 2018 entschieden, die ursprünglichen Pläne zu ändern und in der neuen Kita am Hessenweg fünf statt vier Gruppen anzubieten. Damit reagierte der Stadtrat auf den deutlichen Anstieg der Geburtenzahlen. „Wenn man die Zahlen betrachtet, hätten wir auch noch eine sechste Gruppe eröffnen können“, kommentiert Helmut Könning mit einem Augenzwinkern. Dann wäre man aber wohl nicht mehr mit den kalkulierten 2,5 Millionen Euro ausgekommen.

100 Kinder werden in fünf Gruppen betreut

Wenn die Kita um Sommer/Herbst 2020 tatsächlich eröffnet werden kann, wird das eingeschossige Bauwerk auf 900 Quadratmetern Nutzfläche insgesamt 100 Kindern Platz bieten. Verblendersteine und Verblendungen im oberen Bereich des noch zu errichtenden L-förmigen Gebäudes und Sitzfenster soll es geben. Diese Sitzfenster wurden in ähnlicher Form bereits am St.-Joseph-Kindergarten realisiert. „Sie sollen als Kuschelecke und zum Rausschauen dienen“, erklärte Petra Nordkamp bereits im November 2018 dem Bau- und Planungsausschuss.

Kinderboom in Stadtlohn soll durch Kita-Neubau am Hessenweg aufgefangen werden

Das L-Förmige Gebäude soll im Sommer/Herbst 2020 in Betrieb genommen werden können. © Grafik: Stadt Stadtlohn

Zwei Gruppen sind dem U3-Bereich vorbehalten. „Die Nachfrage in diesem Bereich steigt weiter. Eltern möchten tendenziell schnell wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren. Dem wird hier Rechnung getragen“, erklärt Günther Wewers, Erster Beigeordneter der Stadt.

Aktuell läuft der Kita-Betrieb schon auf Sparflamme. Im St.-Anna-Stift haben zwei Gruppen ihren Platz gefunden. Ab dem 1. August wird dann der Erstfall geprobt. „Ab diesem Zeitpunkt werden wir den regulären Betrieb aufnehmen und die Kita für alle fünf Gruppen öffnen“, sagt Ruth Plate. Dass die Kindertagesstätte bisher noch keinen Namen trägt, wird sich so schnell nicht ändern. Zwar habe man bereits reichlich Ideen gesammelt, allerdings fehle noch der letzte Funken. „Wir machen uns da keinen Zeitdruck“, so die Einrichtungsleiterin.

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