Geburtenanstieg und mehr Betreuungsbedarf: Kindergärten in Stadtlohn stehen vor Problemen

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In Stadtlohn werden die Kita-Plätze rar und es droht ein Betreuungsengpass für das kommende Jahr. Die Stadt will nun gegen den drohenden Versorgungsmangel vorgehen.

Stadtlohn

, 12.10.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zu große Gruppen, eine wachsende Geburtenrate und ein steigender Betreuungsbedarf für Kinder unter drei Jahren: Die Kindergärten in Stadtlohn stehen vor großen Herausforderungen. Nun hat die Stadt bei der Sitzung des Schul- und Bildungsausschusses einen Plan vorgestellt, wie sie das Problem angehen will.

Für die künftige Kindertagesbetreuung soll unter anderem die Kita Zauberwald saniert und ausgebaut werden. Außerdem ist es geplant, die Kita St. Marien zu erweitern. Davon sollen vor allem Eltern profitieren, die ihre Kinder vor dem dritten Lebensjahr in die Betreuung geben wollen. Des Weiteren will die Stadt die Betreuung durch Tagesmütter, die entweder allein tätig sind oder zusammen im Verbund arbeiten, ausbauen.

Bauernhofkindergarten in Planung

Zudem soll im kommenden Jahr der neue Fünf-Gruppen-Kindergarten der Evangelischen Jugendhilfe am Hessenweg eröffnet werden. „Eigentlich war die Kita mit vier Gruppen geplant. Dann haben wir jedoch festgestellt, dass dies nicht ausreicht und haben noch während der Planungsphase korrigiert“, sagte Markus Grotendorst, der beim Kreis Borken für Kindertageseinrichtungen verantwortlich ist.

Darüber hinaus gibt es Überlegungen, 2020 einen zusätzlichen „Bauernhofkindergarten“ in Stadtlohn zu schaffen. Träger könnte das DRK werden. Die Neubauten sind auch bitter notwendig, da viele Gruppen in den Einrichtungen überbelegt sind und somit schlichtweg mehr Raum für die Kinder gebraucht wird. Momentan gibt es in Stadtlohn elf Kitas und 37 Tages- bzw. Großpflegestellen.

Steigende Geburtenrate

Die Gründe für den Versorgungsengpass sind vielfältig. „Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass die Anforderungen der Arbeitgeber steigen und viele ihre ehemaligen Angestellten aus der Elternzeit früher zurückholen. Deswegen steigt die Zahl der betreuungsbedürftigen unter Dreijährigen enorm an“, erklärte Grotendorst.

Beispielsweise ist die Quote der zwei- bis dreijährigen Kindergartenkinder zuletzt von 60 auf 82 Prozent angewachsen – die Quote der Ein- bis Zweijährigen kletterte von 17 auf 30 Prozent. Zudem stieg die Betreuungszeit: Immer mehr Eltern lassen ihren Nachwuchs 45 Stunden in der Woche in der Kita. Hierbei waren früher eher 25 bis 35 Stunden üblich.

Stadt rät, nicht auf der Wunsch-Kita zu beharren

Zudem stieg die Anzahl von Geburten in der Stadt: Wurden im Jahr 2017 noch 193 Babys geboren, waren es bereits im darauffolgenden Jahr 231 Neugeborene. Außerdem ziehen immer mehr Menschen nach Stadtlohn, zudem kamen Geflüchtete in die Stadt. Dies alles führt zu einem höheren Anzahl an Kindern, die einen Kita-Platz brauchen.

Dementsprechend steigt die Zahl der benötigten Plätze für das Betreuungsjahr 2019/2020 auf 685 an. Für die darauffolgende Periode 2020/2021 werden voraussichtlich sogar 697 Plätze gebraucht. Der Kreis rät Eltern, ihre Wunsch-Kita schon im Vorfeld anzugeben und gegebenenfalls ihren Betreuungswunsch zurückzustellen.

Tipp: Eltern sollten sich mehrere Kitas anschauen

„Wenn Eltern ihr Kind in einer ganz bestimmen Einrichtung unterbringen wollen, sie diesen Platz aber nicht bekommen, erschwert das unsere Planung. Daher legen wir den Eltern nahe, sich unter Umständen auch nach anderen Kitas umzuschauen“, erklärte Grotendorst.

Veränderungen rechtlicher Rahmenbedingungen wie beispielsweise ein zweites beitragsfreies Kita-Jahr wird in den kommenden Jahren voraussichtlich zu einem weiteren Anstieg der Betreuungsnachfrage führen. Daher will der Kreis Borken in den kommenden Bedarfsplanungen nun auch Kinder unter drei Jahren verstärkt berücksichtigen.

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