Werden am Standort „Maria Hilf“ in Stadtlohn auch nach der Schließung des Krankenhauses Röntgenuntersuchungen für ambulante Notfälle möglich sein? Das Klinikum Westmünsterland will sich dafür stark machen. © picture alliance / Felix Kästle/dpa
Kommentar

Klare Ansagen: Perspektiven ohne leichtfertige Versprechungen gezeigt

Wer ein Krankenhaus schließt, kann mit dieser Entscheidung nicht glänzen, auch wenn sie richtig ist. Im Stadtlohner Rat haben sich die Chefs des Klinikums wacker gehalten, findet unser Autor.

Was erwarte ich von einem guten Arzt? Den klaren Blick für die Diagnose. Die richtigen therapeutischen Schlussfolgerungen. Den Mut zur Wahrheit, auch wenn es weh tut. Etwas Mitgefühl. Und bitteschön keine falschen Versprechungen.

Das erwarte ich auch von den Entscheidern, die unsere Krankenhäuser lenken. Am Dienstagabend bin ich nicht enttäuscht worden, als sich die Vertreter der Geschäftsführung des Klinikums Westmünsterland und des Kuratoriums den bohrenden Fragen der Stadtlohner Politiker rund um die anstehende Schließung des Krankenhauses stellten. Klar und nachvollziehbar waren ihre Antworten. Manchmal taten sie auch weh.

Klares Bekenntnis ohne Augenwischerei

Wie wird die Notfallversorgung nach kleineren Unfällen in Stadtlohn künftig aussehen? Das war eine zentrale Frage des Abends. Die Chefs des Klinikums haben ein klares Bekenntnis abgegeben: Röntgenuntersuchungen sollen in der bestehenden Radiologie am Standort Maria-Hilf weiterhin ambulant möglich sein. Das Versprechen steht: Räume und Geräte stellt das Klinikum bereit.

Zur offen eingestandenen Wahrheit gehört aber auch: Die Entscheidung liegt nicht in der Hand des Klinikums. Wird die Kassenärztliche Vereinigung mitspielen? Wird sich ein Arzt finden, der diese Aufgabe übernimmt? Am Ende wird das Klinikum nur mit einer guten Lösung glänzen können.

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Stefan Grothues

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